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thwidra
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Mi, 20. Nov 2002, 18:25

Wie weit werde ich hier wohl daneben liegen?

SPÖ 34,5%
FPÖ 23,5%
ÖVP 25%
GRÜNE 9,5%
LIF 4,5%
ANDERE 3%
 
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the_korben
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Re: OK, jetzt kommt die gegnerische Meinung ;o)

Mi, 20. Nov 2002, 19:01

Early hat geschrieben:
FPÖ ist sicher auch für mich unwählbar. Über diese Haiders und Stadlers zu diskutieren ist glaube ich unnötig, denn da sind wir uns wohl alle einig.


Stimmt :)

Early hat geschrieben:
Andererseits muss ich sagen: Solange Blau in der Regierung war, haben sie einen immer besseren Eindruck auf mich gemacht. Nämlich je mehr Grasser, Riess-Passer & Co. zu sagen gehabt hatten. In meinen Augen alles fähige Menschen die glaube ich wirklich fähige Minister abgaben. Nur leider hat der Knittelfelder Putsch ja alles zerstört. Wenn der umgekehrt ausgegangen wäre (sprich: Haider, Stadler, etc. weg aber wirklich weg), wäre für mich die FPÖ sogar dieser Nicht-Wähl-Zone entwichen (was aber nicht heißt, dass ich sie dann auch wirklich gewählt hätte).


Riess-Passer und Grasser mag ich so manche Fähigkeiten ja gar nicht abstreiten, aber selbst, als diese noch im Amt waren, wurde die Partei faktisch von Jörg Haider geführt - und so wird's auch bleiben. Die Tatsache, dass Riess-Passer das immer verneint hat, Fehler in der Politik nicht zusgestehen wollte, und all die Skandale nicht vernichtend kommentiert hat, macht aber für auch die eher "guten" in der FPÖ zumindest menschlich gesehen unwählbar. Jemand, der der Parteidoktrin der FPÖ folgt (zumindest solange diese unter der Führung Haiders & seiner Burschenschaftler ist) kommt imho für mich nicht in Frage.

Early hat geschrieben:
Über Ambulanzgebühr und Studiengebühren habe ich eh schon geschrieben: Ich finde sie recht sinnvoll. Was beide im Endeffekt für einen finanziellen Nutzen fürs Budget haben, sei dahingestellt. Da sagt die einen dies und die anderen jenes. Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass wenn es zu einer rot-grünen Koalition kommt, auch diese Gebühren bleiben. Kann mir dann schon vorstellen wie das klingt: "Diese Gebühren sind leider ein fixer Bestandteil unseres Budgets - es wird ganz schwer irgendwo einen Ersatz dafür herzubekommen."


Jupp, hast du ja auch gut argumentiert - allerdings bin ich da halt anderer Meinung :) . Studiengebühren kommen imho nicht in Frage, denn Österreich war immer für sein hervorragendes Bildungssystem, besonders deswegen, weil es für alle nutzbar war, bekannt. Mein Vater war ein Arbeiterkind mit 4 Geschwistern und konnte auch nur als einziger von allen studieren, weil das Geld gefehlt hat, und solche Fälle gibt es heute auch noch genug, das kannst du mir glauben - und ein Studium kostet ja auch heute noch ein Mördergeld (ist ja nicht so, als wär das auch vor Einführung der Studiengebühr gratis gewesen) : Bücher, Wohnung bzw. Fahrtkosten, ein gewisser Lebensstandard, der es überhaupt erst ermöglicht, sich auch aufs Studieren zu konzentrieren usw. Und da soll man auch noch Studiengebühren zahlen ? Ist dir überhaupt klar, dass es viele gibt, die nebenbei (auch früher) schon arbeiten mussten, um sich die Weiterbildung überhaupt finanzieren zu können ? Wir haben das Glück, dass wir in einer Zeit aufgewachsen sind, als es all diese sozialen Maßnahmen schon gab - wir wissen ja gar nicht mehr, dass Bildung früher mal ein Privileg war, und ich denke, in ein solches System, sollten wir gar nicht mehr zurückkehren. Es mag schon sein, dass die Förderungen aufgestockt wurden, aber die Kriterien dieser muss man ja erstmal erfüllen - für uns vielleicht ein leichtes, für den aus der armen Familie, der vielleicht nicht mit lauter 1er maturiert hat, gar nicht mehr so. Außerdem : ich bin schon gar nicht gewillt Studiengebühren zu zahlen, wenn man nicht einmal Ergebnisse sieht, und die Unis nichtmal gescheit ausgestatten sind, weil das System so veraltet ist (sicher auch ein Fehler von Rot/Schwarz - jaja...dass die ÖVP auch für die Missstände verantwortlich ist, die sie so gerne nur der SPÖ aufhalst, vergisst sie ja leicht) und die Gebäude eine reine Katastrophe sind. Wie Wulfman schon gesagt hat, war die Unireform von Gehrer ein richtiger Reinfall...gut, sie kann als Volksschullehrerin auch keine wirkliche Ahnung von der Uni haben (nicht persönlich gemeint, sondern rein logisch gesehen).

Über die Ambulanzgebühr und die erhöhte Rezeptgebühr möchte ich gar nicht reden ... du hast gemeint, es wäre ja eh gar nicht so viel - aber hast du dir schonmal gedacht, wie's mit den Pensionisten und Sozialfällen ausschaut ? Ich bin gegenwärtig als Zivi im Rettungsdienst tätig, und kann nur sagen, dass es teilweise ein Wahnsinn ist, in welchen ärmlichen Zuständen die Pflegefälle leben - und da sollen sie für ihre Krankheit noch draufzahlen ?

Was die Weiterführung der Studien- und Ambulanzgebühr betrifft, so bin ich mir auch nicht ganz sicher - zumindest bei der SPÖ (siehe Androsch - werde jetzt wohl doch die "weltfremden" Grünen wählen :) ). Allerdings, selbst wenn sie beibehalten werden, so werden sie sicherlich gehörig reformiert - allein die Ambulanzgebühr kostet ja mehr, als sie einbringt (und das ist nicht SPÖ-Propaganda, sondern Tatsache). Bei den Studiengebühren bin ich aber optimistisch - sollte sich da nix ändern, kriegen die SPÖ u. Grüne bei der nächsten Wahl ihren Denkzettel von mir.

Early hat geschrieben:
Wo wurde denn der Sozial-Staat zusammengekürzt? Geht's jetzt irgendwem extrem schlechter als vor zweieinhalb Jahren? Außerdem: Nur weil wir die Jahre davor mehr ausgegeben haben als eingenommen und deshalb vielleicht ein paar Sozial-Leistungen mehr hatten (unter einer rot-schwarzen Regierung!), heißt das nicht, das das ebenso weitergehen kann.


Ja : besonders Pensionisten(seh ich täglich beim Roten Kreuz - besonders die Streichung der Mitversicherung beim Mann ist für unglaublich viele ein Problem), Früh- und Invalidenrentner, (jugendliche) Arbeitslose, Studenten u. Schüler, Autobesitzer....

Erstmal war die SPÖ ganz besonders unter und seit Kreisky für den Ausbau unseres Sozialstaates verantwortlich - sicher, die ÖVP auch, aber mit einer damaligen Mock/Busek-ÖVP hat die Schüssel-Partei nimmer viel gemeinsam. Und was meinst du mit "weitergehen kann" ? Das find ich immer am Lustigsten (geht jetzt nicht an dich, sondern an einige die ich kenne, und die solche Aussagen tätigen und bei denen ich weiß, dass das Folgende auch wirklich der Fall ist) - wenn die jungen, die im Paradies aufgewachsen sind, keine Ahnung von früheren Zuständen (führ doch mal ein Gespräch mit deinen Großeltern über die 50er, 60er u. 70er) haben, denen das Geld von Mama und Papa in den Hintern gesteckt wurde/wird, darüber reden, dass wir einen Sozialstaat nicht brauchen und uns am Besten gleich bei den USA alles abschauen - guter Link dazu :
http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 53,00.html

Was ist schlecht am Kindergeld?


An und für sich nichts - ich finde es nur komisch, dass eine Regierung da und dort abbaut, vom Sparen fürs Nulldefizit spricht, dann z.B. einem dreifachen Millionär Kindergeld auszahlen will - für mich eigentlich eine gute soziale Regelung, nur ist es nicht an das Einkommen gekoppelt und stellt für mich eine Alibi-u. Wahlzuckerl-Neuerung dar, die eigentlich all dem widerspricht, was FPÖVP in dieser Legislaturperiode gemacht haben.

Early hat geschrieben:
Und zu den gebrochenen Versprechen: Was glaubst du wird Gusenbauer machen wenn er Zweiter wird? Sicher auch erst einmal alles daran setzen, dass er in eine Regierung kommt.


Gusenbauer ist nicht Schüssel und die Zukunft vorhersagen kann ich leider auch nicht - sicher wäre es nicht unwahrscheinlich, aber Gusenbauer hat sich oft zu dieser Aussage geäußert, und ich will ihm mal vertrauen, was das betrifft. Da schau ich mir doch lieber die letzte Legislaturperiode an : ÖVP : es wird keine Studiengebühren geben (Gehrer), FPÖVP : keine neuen Steuern (gut, haben sie fast recht - das meiste waren ja blos Erhöhungen bzw. "Anpassungen"), usw. usf.

Early hat geschrieben:
Und auch sonst kann ich zu den Schwarzen nur sagen, dass ich eigentlich mit dem Großteil ihrer Entscheidungen und Gesetzgebungen übereinstimme.


Gut, das ist halt wieder Einstellungssache :) .

Early hat geschrieben:
Besonderes Lob gibt's von mir für die neue Abfertigung (und das hilft den "kleinen" Leute sicherlich mehr als die Abschaffung der Ambulanzgebühren).


Gut, von der weiß ich auch nicht wirklich, was ich halten soll. Man hört von der einen Seite Lob, auf der anderen Seite bezeichnen sie viele Wirt- und Wissenschaftler als kompletten Reinfall. Da haben wir wohl zuwenig einsicht, müsste man sich mal einarbeiten (oder könntest du mir das mal faktenorientiert Darbringen ?).

Early hat geschrieben:
Auch für die Zukunft scheint die ÖVP IMHO das bessere Programm zu haben. Da muss ich mir nur die Planungen der jeweiligen Parteien für die Reform für das Pensionssystem anschauen (wobei die SPÖ ja nicht einmal ein Reförmchen vorzuweisen hat). Das Drei-Säulen-Prinzip, welches die Schwarzen unbedingt vorantreiben wollen, sehe ich auch als einzige mögliche finanzierbare Variante für die Zukunft.


Ok, wieder eine Sache der persönlichen Ansicht :) . Ich kann nur sagen, dass jede Partei ihr Programm hat, und wir wohl im Endeffekt nie wissen werden, was am Besten für Österreich (und damit meine ich die Menschen, und nicht die Aktienindezes) gewesen wäre. Außer der Tatsache (die Gusi im Duell gebracht hat), dass das Finanzministerium dem ÖVP-Programm mehr Ausgaben als dem SPÖ-Programm bescheinigt hat (bedeutet bei weiterem Sparkurs also wieder einnahmenseitige Sanierung), möchte ich nur noch klarstellen, dass für mich das soziale und die Gesellschaftspolitik (offene statt konservative Gesellschaft) von den Grünen bzw. der SPÖ den Hauptimpuls für meine Wahlentscheidung darstellt.

Early hat geschrieben:
Dann fällt mir noch das Thema Abfangjäger ein: Die ÖVP ist da die einzige Partei die keinen Zickzack-Kurs fährt. Was glaubst du denn warum die Roten auf einmal so dagegen sind? Wenn die in den letzten zweieinhalb Jahren in der Regierung gewesen wären, hätte es den Kauf sicher gegeben. So macht sich die SPÖ echt nur lächerlich. Und auch die Grünen übrigens: Kann mich noch gut vor zwei Monaten erinnern, als Van der Bellen bei einer PK gesagt hatte, dass man laut der Verfassung wohl doch die Abfangjäger brauchen wird. Einen Tag später hat ihn die grüne Partei zurückgepfiffen und schon war er wieder dagegen. Soviel zum Opportinismus der anderen Parteien.


Zick-Zack-Kurs hat die ÖVP keinen gefahren, das stimmt. Für mich zählt aber die abschließende Meinung - nämlich ÖVP : wir kaufen sie, SPÖ, Grüne : wir kaufen sie nicht. Und imho sind Eurofighter (ich spreche lieber nicht von Abfangjägern) rausgeworfenes Geld. Ob die SPÖ die Jäger gekauft hätte ? Hätte, würde, wäre...ist aber nicht so - die SPÖ hat sich im Parlament immer gegen den Ankauf ausgesprochen, und das zählt für mich. Bei den grünen war es etwas unpopulistischer : VdB hat gesagt (Sinn-Zitat) : "Wenn man mich davon überzeugt, dass wir die brauchen, dann müssen wir in den sauren Apfel beißen". Nur spricht nichts dafür, dass in der Verfassung wirklich steht, wir würden 24 (oder 18) High-Tech-Kampfflugzeuge für ein Schweinegeld benötigen. In der Verfassung ist nur von Luftraumschutz die Rede - und dass geht sowohl mit Hilfe eines Überwachungssystems, als auch eines Vertrages mit den umliegenden, uns wohl gesonnenen Ländern. Diverse Verfassungsrechtler haben das Problem bearbeitet, und zu einer wirklich konkreten Aussage "ja, wir brauchen 24 Eurofighter zur Luftraumüberwachung" ist keiner gekommen - und nichts Anderes als diese konkrete Aussage, hat VdB verlangt. Zudem : Wenn man der SPÖ den Draken-Kauf vorwirft, muss man bitteschön auch bedenken, dass damals die Situation eine ganz andere war (Krisengebiete direkt an Österreichs Grenze usw. ), und wir uns heute praktisch Inmitten einer friedlichen Idylle, unserer EU-Nachbarstaaten, befinden.

Early hat geschrieben:

Grün war für mich lange Zeit eine Option. Habe mich aber nun doch dagegen entschieden, da

1. bei starken Grünen "Gusi" Kanzler wird - ihn halte ich nicht für Kanzlerfähig.,


Ich würd ihm gerne eine Chance geben - also wieder eine Meinungssache :) .

Early hat geschrieben:
2. absoluter Straßenstopp - sehr sinnvoll kurz vor einer EU-Ost-Erweiterung.,


Die Verkehrswege bestehen ja schon - und es geht ja hauptsächlich um Transit, und den brauche ich echt nicht auf der Straße. Imho wäre es viel sinnvoller, endlich mal gescheit in die Schiene zu investieren - aber ich kann dich beruhigen : sollte Grün-Rot zustande kommen, gibt's diesen Straßenstop sicher nicht (naja, da würden die Grünen wohl eher wieder in Opposition gehen) - zumindest nicht so radikal, die SPÖ diesem Konzept heftig widerspricht.

Early hat geschrieben:
3. Abkehr vom Sparkurs mit den Roten,


Weißt du, ich versteh's nicht - erklär mir's bitte : warum hat sich eigentlich vorher kaum wer über die Ausgaben aufgeregt ? Warum muss ein solcher Sparkurs im ultra-Tempo vorangehen, wo doch unser Defizit auch im Durchschnitt nicht so abfiel, und Österreich eigentlich immer einer der reichsten Staaten der Erde war ? Sparen - ok...aber bitte vernünftig, und nicht im MTV-Clip-Stil, wo alles husch-husch gehen soll, ohne sich wirklich Gedanken über Reformen zu machen - übrigens etwas, was ich Grasser wirklich ankreide. Ein Budget einnahmenseitig zu verbessern, ist echt keine Kunst - plötzlich wird er aber als dermaßen Kompetent angesehen.

Early hat geschrieben:
4. hat mich der fehlende Sport in deren Partei-Programm gestört. Das kann doch nicht sein, dass solche Themen unter den Tisch fallen und keinem fällt's auf. Da frage ich mich doch wirklich wie dies mit einigen anderen Themen, die ebenfalls nicht gleich so wichtig erscheinen, aussieht.


Ehrlichgesagt hab ich mich damit noch nie beschäftigt. Ist sicher für viele wichtig (und ich glaube sogar, dass Riess-Passer ihre Sache im Sport-Resort gut gemacht hat), aber eine Wahl sollte imho ein so periphäres Thema nicht entscheiden. Sport verkommt schließlich eh immer mehr
zum wirtschaftlichen Entertainmentsektor.

Early hat geschrieben:
5. wenn ich an diese idiotischen Donnerstags-Demos zurückdenke, kriege ich sowieso einen Hass. Sowas unnötiges!


Tja, das ist halt Demokratie. Ich bin froh, dass es noch Menschen gibt, die für eine Sache in die Öffentlichkeit treten, und nicht eine konservative Partei wählen, die ihnen nur allzugerne jedes Denken abnehmen würde. Sicher, Ausschreitungen sind Scheiße - das ist was für Anarchos, die ihrer Gewalt und ihrem Frust freien Lauf lassen wollen, hat aber mit der Grundidee nichts zu tun. Ich bin der Meinung, dass, wenn man schon als FPÖVP-Befürworter den Satz "diese Wahl war ein demokratischer Prozess - das Ergebnis ist zu akzeptieren...(auch mit einem Rassisten wie Haider - vergessen wir mal nicht, dass Schüssel den Koalitionspakt ursprünglich mit Haider geschlossen hat) " in den Mund nimmt, auch die Demos als solches akzeptieren sollte.

Early hat geschrieben:
6. In Wirtschaftsfragen hat die ÖVP für mich das bessere Programm


Tja, in gesellschaftspolitischer Hinsicht haben Grün und Rot die für mich wirklich einzig akzeptablen Programme, und da ich sowohl Rot als auch vor allem Grün wirtschaftliche Kompetenz zutraue, ist für mich die Wahl somit getroffen. :)

Early hat geschrieben:
Du hast es eh schon angesprochen: Die Finanzierungs-Frage! Ich kann mir nicht vorstellen, dass Gusenbauer dies alles durchbringt.


Sei mal ehrlich - viewiel Wahlversprechen haben ÖVP und FPÖ gebrochen (ich weiß ja, ist bei jeder Partei so) ? Ich kann dir nur raten, dass, sollte all das, was Gusenbauer durchbringen möchte, dich auch ansprechen, du ihm eine Chance gibst.

Early hat geschrieben:
Auch Gusis Team kann mich bis auf Broukal und Petritsch nicht wirklich überzeugen. Da hat die ÖVP eindeutig mehr zu bieten.


Schüssel, Kohl, Rauch-Kallat, Grasser (siehe oben), Strasser und Co. machen die ÖVP, neben den imho rechts-konservativen Ansichten, für mich unwählbar. Da haben wir wieder mal eine reine Einstellungssache :) .

Bezüglich Koalition wünsche ich mir natürlich eine Rot-Grüne-Regierung. Wird's aber kaum spielen (hoff,hoff,hoff :wink: ) - alle anderen Alternativen (ganz besonders Schwarz-Blau - Rot-Schwarz brauch ich aber auch nicht unbedingt) sind mir nicht wirklich Recht. Naja, wie's wirklich ausschaut, werden wir ja erst am 24. (übrigens mein Geburtstag - willst mir nicht eine grüne Stimme schenken ? :lol: ) sehen.

Mein Tipp

SPÖ : 38,5 %
ÖVP : 34 %
Grüne : 12 %
FPÖ : 10,5 %
Andere : 5 % (LIF schaffts imho nicht)


Achja : LIF sind übrigens gesellschaftspolitisch lange nicht so liberal, wie sie gerne wären - Jesionek selber z.B. hat eine Homo-Ehe gänzlich ausgeschlossen (was mich schon ziemlich gewundert hat).

Bezüglich harter Diskussion : na ist ja halb so schlimm :wink:
 
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Mi, 20. Nov 2002, 19:56

Kleiner Tipp Korben. Damit das Quoten funktioniert mußt du in deinen Beträgen auch BBCode aktivieren. Hab das mal im letzten für dich gemacht. Bei so nem langen Post wirds sonst ziemlich wirr ;)

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Wir haben so lange so viel mit so wenig getan, dass wir inzwischen in der Lage sind, mit nichts alles zu tun.
 
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Mi, 20. Nov 2002, 20:06

Dankeschön :)

Ich als alt-konservativer Delphi-Jünger kenn mich mit eurem links-linken modernen Kram ja garnimmer aus :lol:
 
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Holla!

Zu deutsch: Du warst zu faul, Dich mal umzuschauen *gg*

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Mi, 20. Nov 2002, 20:09

Chellie hat geschrieben:
Kleiner Tipp Korben. Damit das Quoten funktioniert mußt du in deinen Beträgen auch BBCode aktivieren. Hab das mal im letzten für dich gemacht. Bei so nem langen Post wirds sonst ziemlich wirr ;)

cu
Chellie


Danke! War recht anstrengend zu lesen. :wink:

@korben: Werde erst morgen auf dein Posting eingehen. Bin derzeit in der Arbeit und habe deswegen nicht wirklich so viel Zeit. Aber die Antwort kommt bestimmt! :wink:
CU Early
 
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wulfman
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Mi, 20. Nov 2002, 20:37

Es mag schon sein, dass die Förderungen aufgestockt wurden, aber die Kriterien dieser muss man ja erstmal erfüllen - für uns vielleicht ein leichtes, für den aus der armen Familie, der vielleicht nicht mit lauter 1er maturiert hat, gar nicht mehr so.


*möp*

die kriterien für die studienbeihilfe sind einfach: einkommen der eltern, abzüglich einiger faktoren - anzahl der geschwister, entfernung zum studienort. zusätzlich ist sie komplett notenunabhängig, nach einem jahr müssen zeugnisse über eine gewisse anzahl prüfungen bzw. semesterwochenstunden abegeben werden - auch hier sind noten irrelevant. dazu kommt noch, dass die beihilfe durchaus gestaffelt ausfällt - dh. eine echte "grenze", bei der man um viel geld stirbt, gibt es nicht. der übergang ist durchaus fließend zu verstehen - von etwa 7000€/jährlich + studiengebühren bis hin zu einem studiengebührenzuschuss von 150€ gibt eigentlich alles.

und zu den auswirkungen der reforum bzw. der gebühren: von unserer studienkommissionsvorsitzenden wurden wir bereits gewarnt, dass wir eventuell einmal "auf uns aufmerksam machen werden müssen".

um kurz die situation etwas zu schildern: molekularbiologie soll ja angeblich ein "zukunftsträchtiger" forschungsbereich (modestudium?) werden. gut, österreich hat den zug mal wieder fast verpasst: eine einzige studienmöglichkeit österreichweit (für etwa 80-90 studenten/jahr geeignet). dazu kommen eklatante missstände bezüglich finanzierung (alleine für verbrauchsmaterialien in den labors), die teilweise durch querfinanzierung von anderen instituten gedeckt werden müssen, soweit uns das erklärt wurde. wahrscheinlich ist es anderswo ähnlich - oder wir haben ein paar besonders frustrierte/sudernde professoren erwischt. ;)

momentan steht es um das hochgepriesene bildungssystem imho nicht ganz so gut...
Early hat geschrieben:
Geht's jetzt irgendwem extrem schlechter als vor zweieinhalb Jahren?

korben hat geschrieben:
Schüler, Autobesitzer....


abgesehen davon, dass ich es den autofahrern gönne ;) - inwiefern geht es den schülern schlechter? wegen den div. reformen bei der lehrer-bezahlung? ist das nicht schon länger her?

und bevor ich jetzt hass-meldungen von autofahrern bekomme: ich bin gerade relativ stolz auf mich, da ich meiner mutter endlich ein "kleines" auto schmackhaft machen konnte - einen seat arosa, fährt mit knapp 5l diesel 100km in der stadt. es gab zwar lange diskussionen über eventuelle situationen, in denen man 4 oder 5 sitzplätze brauchen könnte - aber zu 95% fährt sie allein / zu zweit. und dafür ist es groß genug... 130km/h auf der autobahn sind auch drin. erfolg: quasi halbierte treibstoffkosten & deutlich weniger steuer/versicherung - rentiert sich, auch wenn die anschaffung etwas teurer ist.
die quengelei über hohe benzinkosten, steuern und gestrafte autofahrer ist etwas, das ich einfach nicht mehr hören kann. natürlich brauchen viele das auto um zum arbeitsplatz zu kommen - nur wie viele davon fahren mit einem "mittelklassewagen" alleine (!) dort hin?

An und für sich nichts - ich finde es nur komisch, dass eine Regierung da und dort abbaut, vom Sparen fürs Nulldefizit spricht, dann z.B. einem dreifachen Millionär Kindergeld auszahlen will - für mich eigentlich eine gute soziale Regelung, nur ist es nicht an das Einkommen gekoppelt und stellt für mich eine Alibi-u. Wahlzuckerl-Neuerung dar, die eigentlich all dem widerspricht, was FPÖVP in dieser Legislaturperiode gemacht haben.


eine milchmädchenrechnung meinerseits: wieviele österreicher sind derartige "mehrfache" millionäre (vor allem in €-zeiten)? würde sich der verwaltungsaufwand (kannst ja nächstes jahr beim beantragen von studienbeihilfe selbst erleben) wirklich lohnen, um eben diesen paar prozent das geld abzuerkennen?

abgesehen davon (wie mir kürzlich erklärt wurde) ist das kindergeld als mittel zur erhöhung der geburtenrate mehr oder weniger nutzlos. nur 15% der kinder sind geplant (dh. 85% der eltern können die entscheidung "wir können uns kein kind leisten" nicht treffen). und um einem schrumpfen der bevölkerung entgegen zu wirken, müsste sich die geburtenrate ja fast verdoppeln (1,3 -> 2++). unvorstellbar, oder? ein geographie-student hat es so formuliert: "selbst wenn jetzt die ganzen FPÖler anfangen zu rammeln wie die hasen..."

Zick-Zack-Kurs hat die ÖVP keinen gefahren, das stimmt. Für mich zählt aber die abschließende Meinung - nämlich ÖVP : wir kaufen sie, SPÖ, Grüne : wir kaufen sie nicht.

Zudem : Wenn man der SPÖ den Draken-Kauf vorwirft, muss man bitteschön auch bedenken, dass damals die Situation eine ganz andere war (Krisengebiete direkt an Österreichs Grenze usw. ), und wir uns heute praktisch Inmitten einer friedlichen Idylle, unserer EU-Nachbarstaaten, befinden.


auch hier kann ich wieder einmal meinen aktuellen lieblink posten:

http://www.bmlv.gv.at/abfangjaeger/good ... _paper.pdf

quote:1996: Kenntnisnahme eines Berichtes des Bundesministers Fasslabend,
wonach die Planungsverfahren für eine Draken-Nachfolge mit 1991
begonnen und die Prüfungen bis 1997 abgeschlossen sein würden.
Danach werde eine Entscheidung über den Flugzeugtyp getroffen
werden.


die spö/övp-koalition hat mit der ganzen sache erst angefangen - damals war die ablöse der draken fix geplant. die spö ist imho mit ihrer oppositionsrolle nicht ganz zu recht gekommen und hat hier etwas überreagiert.
wobei ich hier ja eines zur diskussion stellen möchte: die anderen angebote für billigere flieger sind aus den usa gekommen (gebrauchte F1?) - dann lieber ein paar milliarden mehr drauflegen und die europäische wirtschaft fördern. der eurofighter ist ja ein EU-gemeinschaftsprojekt.

zur friedlichen idylle: ich erinnere mich noch gut an ein paar meldungen während des balkan-konfliktes - slowenien wird von flugzeugen schnell überflogen. die moderne technik ist ein hund, nirgends kann man sich mehr sicher fühlen. der irak hätte ja eigentlich auch eine ganz friedliche nachbarschaft, nur wird ihm das nicht viel helfen... :roll:

Die Verkehrswege bestehen ja schon - und es geht ja hauptsächlich um Transit, und den brauche ich echt nicht auf der Straße. Imho wäre es viel sinnvoller, endlich mal gescheit in die Schiene zu investieren.


die verkehrswege (autobahnen) auf den bis in die 80er (?) wichtigen routen existieren, ja. wird die EU jetzt aber wirklich erweitert, gibt es einige schwachstellen richtung norden / osten. natürlich gilt das gleiche auch für die schiene.

Weißt du, ich versteh's nicht - erklär mir's bitte : warum hat sich eigentlich vorher kaum wer über die Ausgaben aufgeregt ? Warum muss ein solcher Sparkurs im ultra-Tempo vorangehen, wo doch unser Defizit auch im Durchschnitt nicht so abfiel, und Österreich eigentlich immer einer der reichsten Staaten der Erde war ? Sparen - ok...aber bitte vernünftig, und nicht im MTV-Clip-Stil.


ich vermute einfach, dass in zeiten von starkem wirtschaftswachstum nicht so sehr über solche dinge diskutiert wird. zwei jahre sind für mich eine lange zeit, von ultra-tempo kann da doch eigentlich keine rede sein? die ausgaben wurden doch auch zügig erhöht. :)

wie hat man uns das erklärt: in zeiten von starkem wachstum rücklagen anlegen um in schlechten zeiten gegenwirken zu können. naja, hat anscheinend niemand gemacht.

Sport


in zeiten, in denen in den usa das fangen-spielen an schulen verboten werden soll, weil es zu verletzungen führen kann, wäre ich mancherorts alleine schon für gesunden menschenverstand dankbar, wenn schon keine kompetenz da ist.

Sei mal ehrlich - viewiel Wahlversprechen haben ÖVP und FPÖ gebrochen (ich weiß ja, ist bei jeder Partei so) ? Ich kann dir nur raten, dass, sollte all das, was Gusenbauer durchbringen möchte, dich auch ansprechen, du ihm eine Chance gibst.


seien wir realistisch - er KANN das einfach nicht durchbringen - wenn ihm schon der eigene ex-finanzminister in den rücken fällt, sollte doch irgendwas klingeln. wenn schon mit solchen sprüchen geworben werden muss, möchte ich wenigstens ganz kurz erklärt bekommen, wie das funktionieren soll.

achja, meine prognose:

:color: :color: :color: :color:

SPÖ 35%
ÖVP 35%
GRÜNE 11%
FPÖ 14%
andere 5%

:color: :color: :color: :color:

LIF: harte entscheidung, die könnten einige protestwähler abbekommen - nachdem die fpö für viele dieser gattung nun auch nicht mehr attraktiv ist.
meine gedrückten daumen gehen an schwarz-grün.

[edit] link repariert
Zuletzt geändert von wulfman am Mi, 20. Nov 2002, 22:35, insgesamt 1-mal geändert.
______________________________
Vorläufig letzte Worte, heute:

der Exstudent auf der Insel
 
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Mi, 20. Nov 2002, 22:24

wulfman hat geschrieben:
Es mag schon sein, dass die Förderungen aufgestockt wurden, aber die Kriterien dieser muss man ja erstmal erfüllen - für uns vielleicht ein leichtes, für den aus der armen Familie, der vielleicht nicht mit lauter 1er maturiert hat, gar nicht mehr so.


*möp*

die kriterien für die studienbeihilfe sind einfach: einkommen der eltern, abzüglich einiger faktoren - anzahl der geschwister, entfernung zum studienort. zusätzlich ist sie komplett notenunabhängig, nach einem jahr müssen zeugnisse über eine gewisse anzahl prüfungen bzw. semesterwochenstunden abegeben werden - auch hier sind noten irrelevant. dazu kommt noch, dass die beihilfe durchaus gestaffelt ausfällt - dh. eine echte "grenze", bei der man um viel geld stirbt, gibt es nicht. der übergang ist durchaus fließend zu verstehen - von etwa 7000€/jährlich + studiengebühren bis hin zu einem studiengebührenzuschuss von 150€ gibt eigentlich alles.


Ok, liegt dann wohl an falschen Berichten aus meinem Freundeskreis - jedenfalls wurde mir gesagt, dass du als Student gerade jetzt alles andere als im Geld schwimmst (kommt bei dir irgendwie so rüber). Sollte es wirklich so leicht sein, die Förderungen auch in solcher Höhe zu bekommen, ist die tolle Einführung der Gebühren ja fast schon ein weiteres Loch im Budget...es ändert jedenfalls nichts daran, dass es für einen nicht gerade kleinen Prozentsatz nicht möglich ist, ohne Nebenjob auszukommen.

wulfman hat geschrieben:
und zu den auswirkungen der reforum bzw. der gebühren: von unserer studienkommissionsvorsitzenden wurden wir bereits gewarnt, dass wir eventuell einmal "auf uns aufmerksam machen werden müssen".

um kurz die situation etwas zu schildern: molekularbiologie soll ja angeblich ein "zukunftsträchtiger" forschungsbereich (modestudium?) werden. gut, österreich hat den zug mal wieder fast verpasst: eine einzige studienmöglichkeit österreichweit (für etwa 80-90 studenten/jahr geeignet). dazu kommen eklatante missstände bezüglich finanzierung (alleine für verbrauchsmaterialien in den labors), die teilweise durch querfinanzierung von anderen instituten gedeckt werden müssen, soweit uns das erklärt wurde. wahrscheinlich ist es anderswo ähnlich - oder wir haben ein paar besonders frustrierte/sudernde professoren erwischt. ;)


Eben...was haben also Studiengebühren für einen Sinn, wenn die Unis nicht davon profitieren und das Budget scheinbar nichtmal recht viel davon zu Spüren bekommt ? Wenns wenigstens der Qualität und dem Angebot der Bildung helfen würde...

wulfman hat geschrieben:
Early hat geschrieben:
Geht's jetzt irgendwem extrem schlechter als vor zweieinhalb Jahren?

korben hat geschrieben:
Schüler, Autobesitzer....


abgesehen davon, dass ich es den autofahrern gönne ;) - inwiefern geht es den schülern schlechter? wegen den div. reformen bei der lehrer-bezahlung? ist das nicht schon länger her?


Ok, ich als Grünen-Fan gönne es den Autofahrern auch, nur zahlen wieder mal die falschen drauf, zumal die Regierung ja nichtmal etwas unternommen hat, um öffentliche Alternativen anzubieten - eben weil's hier um nichts Anderes als um eine zusätzliche Einnahmequelle geht. Die Grünen jedenfalls möchten ja wenigstens versuchen, die Zugverbindungen zu reformieren und schmackhafter zu machen.

wulfman hat geschrieben:
und bevor ich jetzt hass-meldungen von autofahrern bekomme: ich bin gerade relativ stolz auf mich, da ich meiner mutter endlich ein "kleines" auto schmackhaft machen konnte - einen seat arosa, fährt mit knapp 5l diesel 100km in der stadt. es gab zwar lange diskussionen über eventuelle situationen, in denen man 4 oder 5 sitzplätze brauchen könnte - aber zu 95% fährt sie allein / zu zweit. und dafür ist es groß genug... 130km/h auf der autobahn sind auch drin. erfolg: quasi halbierte treibstoffkosten & deutlich weniger steuer/versicherung - rentiert sich, auch wenn die anschaffung etwas teurer ist.
die quengelei über hohe benzinkosten, steuern und gestrafte autofahrer ist etwas, das ich einfach nicht mehr hören kann. natürlich brauchen viele das auto um zum arbeitsplatz zu kommen - nur wie viele davon fahren mit einem "mittelklassewagen" alleine (!) dort hin?


Hier bin ich völlig deiner Meinung.

wulfman hat geschrieben:
the_korben hat geschrieben:
An und für sich nichts - ich finde es nur komisch, dass eine Regierung da und dort abbaut, vom Sparen fürs Nulldefizit spricht, dann z.B. einem dreifachen Millionär Kindergeld auszahlen will - für mich eigentlich eine gute soziale Regelung, nur ist es nicht an das Einkommen gekoppelt und stellt für mich eine Alibi-u. Wahlzuckerl-Neuerung dar, die eigentlich all dem widerspricht, was FPÖVP in dieser Legislaturperiode gemacht haben.


eine milchmädchenrechnung meinerseits: wieviele österreicher sind derartige "mehrfache" millionäre (vor allem in €-zeiten)? würde sich der verwaltungsaufwand (kannst ja nächstes jahr beim beantragen von studienbeihilfe selbst erleben) wirklich lohnen, um eben diesen paar prozent das geld abzuerkennen?


Na, das ist ja jetzt schon arg polemisch. Der Verwaltungsaufwand ist für das Kindergeld ohnehin schon riesengroß - die "Millionäre" waren sicherlich eine rhetorische Übertreibung meinerseits. Punkt für dich, allerdings finde ich allein schon den Kündigungsschutz von 2 Jahren, bei 2 1/2 Jahren Kindergeld schlimm genug... Die Idee ist ja nicht schlecht, aber hier wird eindeutig versucht, die althergebrachte Tradition der Hausfrau und Mutter wieder zu institutionieren - eine berufstätige Frau zahlt im Vergleich ja regelrecht drauf.

wulfman hat geschrieben:

abgesehen davon (wie mir kürzlich erklärt wurde) ist das kindergeld als mittel zur erhöhung der geburtenrate mehr oder weniger nutzlos. nur 15% der kinder sind geplant (dh. 85% der eltern können die entscheidung "wir können uns kein kind leisten" nicht treffen). und um einem schrumpfen der bevölkerung entgegen zu wirken, müsste sich die geburtenrate ja fast verdoppeln (1,3 -> 2++). unvorstellbar, oder? ein geographie-student hat es so formuliert: "selbst wenn jetzt die ganzen FPÖler anfangen zu rammeln wie die hasen..."


Eben. Hier wurde mit einem Wahlzuckerl versucht, alte Rollenbilder wieder salonfähig zu machen. Bei der Bevölkerungsentwicklung hilft vorläufig eh nur Zuwanderung, aber das versteht bei der FPÖ ja keiner.

wulfman hat geschrieben:
the_korben hat geschrieben:
Zick-Zack-Kurs hat die ÖVP keinen gefahren, das stimmt. Für mich zählt aber die abschließende Meinung - nämlich ÖVP : wir kaufen sie, SPÖ, Grüne : wir kaufen sie nicht.

Zudem : Wenn man der SPÖ den Draken-Kauf vorwirft, muss man bitteschön auch bedenken, dass damals die Situation eine ganz andere war (Krisengebiete direkt an Österreichs Grenze usw. ), und wir uns heute praktisch Inmitten einer friedlichen Idylle, unserer EU-Nachbarstaaten, befinden.


auch hier kann ich wieder einmal meinen aktuellen lieblink posten:

http://www.bmlv.gv.at/abfangjaeger/...aeger_paper.pdf

quote:1996: Kenntnisnahme eines Berichtes des Bundesministers Fasslabend,
wonach die Planungsverfahren für eine Draken-Nachfolge mit 1991
begonnen und die Prüfungen bis 1997 abgeschlossen sein würden.
Danach werde eine Entscheidung über den Flugzeugtyp getroffen
werden.


die spö/övp-koalition hat mit der ganzen sache erst angefangen - damals war die ablöse der draken fix geplant. die spö ist imho mit ihrer oppositionsrolle nicht ganz zu recht gekommen und hat hier etwas überreagiert.
wobei ich hier ja eines zur diskussion stellen möchte: die anderen angebote für billigere flieger sind aus den usa gekommen (gebrauchte F1?) - dann lieber ein paar milliarden mehr drauflegen und die europäische wirtschaft fördern. der eurofighter ist ja ein EU-gemeinschaftsprojekt.

zur friedlichen idylle: ich erinnere mich noch gut an ein paar meldungen während des balkan-konfliktes - slowenien wird von flugzeugen schnell überflogen. die moderne technik ist ein hund, nirgends kann man sich mehr sicher fühlen. der irak hätte ja eigentlich auch eine ganz friedliche nachbarschaft, nur wird ihm das nicht viel helfen... :roll:


1. Der Link funzt leider nicht.
2. Die SPÖ hat sich bekannterweise gewandelt - es hat einen Wechsel in der Führung gegeben. Die Situation heute ist anders als 1997 - und einem Eurofighter-Paket zu Zeiten, in denen scheinbar so gespart werden muss, in denen Katastrophen Österreich heimsuchen, die das Budget schwer belasten, in denen Sozialmaßnahmen gekürzt werden, hat sicher kein Gusenbauer zugestimmt - erklärst du bitte mal einem aus der untersten Einkommensschicht, dass wir "noch ein paar Millionen" drauflegen sollen, um uns vor Phantomfeinden (meinen Spiegel-Link gelesen ? - Angst ist schon ein tolles Werkzeug) zu schützen ? Wenn die moderne Technik so toll ist, wirst auch du wissen, dass uns auch 24 Eurofighter nix nutzen würden - es wäre eine bloße Befriedigung für den Verteidigungsminister, eine psychische Genugtuung für althergebrachte Militaristen und ein Spielzeug, dass zum Vorzeigen bei der alljährlichen Flugshow eigentlich viel zu teuer ist - vor allem in der derzeitigen Situation.

wulfman hat geschrieben:
Die Verkehrswege bestehen ja schon - und es geht ja hauptsächlich um Transit, und den brauche ich echt nicht auf der Straße. Imho wäre es viel sinnvoller, endlich mal gescheit in die Schiene zu investieren.


die verkehrswege (autobahnen) auf den bis in die 80er (?) wichtigen routen existieren, ja. wird die EU jetzt aber wirklich erweitert, gibt es einige schwachstellen richtung norden / osten. natürlich gilt das gleiche auch für die schiene.


Ich würde sagen : vor allem für die Schiene. Deshalb Grün. Unsere Verbindungen in Richtung Osten sind jedenfalls auch nicht schlechter beinander, als die Westautobahn an manchen stellen.

wulfman hat geschrieben:
Weißt du, ich versteh's nicht - erklär mir's bitte : warum hat sich eigentlich vorher kaum wer über die Ausgaben aufgeregt ? Warum muss ein solcher Sparkurs im ultra-Tempo vorangehen, wo doch unser Defizit auch im Durchschnitt nicht so abfiel, und Österreich eigentlich immer einer der reichsten Staaten der Erde war ? Sparen - ok...aber bitte vernünftig, und nicht im MTV-Clip-Stil.


ich vermute einfach, dass in zeiten von starkem wirtschaftswachstum nicht so sehr über solche dinge diskutiert wird. zwei jahre sind für mich eine lange zeit, von ultra-tempo kann da doch eigentlich keine rede sein? die ausgaben wurden doch auch zügig erhöht. :)

wie hat man uns das erklärt: in zeiten von starkem wachstum rücklagen anlegen um in schlechten zeiten gegenwirken zu können. naja, hat anscheinend niemand gemacht.


Naja, wenn man die Abgabequote in zwei Jahren auf einen historischen Höhepunkt erhört, ist das für mich schon zu schnell. Sicher, man muss spontan auf die Wirtschaftslage reagieren, aber es gibt ja noch ein gewisses Grundgerüst, dass bestehen bleiben sollte - außerdem sollte ein langjähriger Plan, der wirklich vor neuen Schulden und einem hohen Defizit bewahren soll, imho anders aussehen, als bloß Einnahmenseitig ein Plus einzufahren und eine Zahl (die liebe 0...tja, hat der Karli auch bei Weitem ned erreicht) hochzustilisieren.

Sport


wulfman hat geschrieben:
in zeiten, in denen in den usa das fangen-spielen an schulen verboten werden soll, weil es zu verletzungen führen kann, wäre ich mancherorts alleine schon für gesunden menschenverstand dankbar, wenn schon keine kompetenz da ist.


Da hast du recht. Ich verstehe nur nicht, warum die Sozialpolitik im Vergleich zur Wirtschaft so unwichtig ist, dann aber plötzlich wegen einer fehlenden Priorität in Richtung Sport eine Partei unwählbar ist...ich glaube, die Grünen wissen schon, wo sie ihre Schwerpunkte setzen sollten.

wulfman hat geschrieben:
Sei mal ehrlich - viewiel Wahlversprechen haben ÖVP und FPÖ gebrochen (ich weiß ja, ist bei jeder Partei so) ? Ich kann dir nur raten, dass, sollte all das, was Gusenbauer durchbringen möchte, dich auch ansprechen, du ihm eine Chance gibst.


seien wir realistisch - er KANN das einfach nicht durchbringen - wenn ihm schon der eigene ex-finanzminister in den rücken fällt, sollte doch irgendwas klingeln. wenn schon mit solchen sprüchen geworben werden muss, möchte ich wenigstens ganz kurz erklärt bekommen, wie das funktionieren soll.


Das lasse mal die Sorge vom Gusenbauer sein - ich gebe zu, skeptisch bin ich auch. Aber ich denke mir mal : lasst ihn mal ran. Schließlich braucht bei der ÖVP und der FPÖ jetzt auch keiner die Bappn aufreißen, denn Grasser z.B. hat seine eigenen Maßstäbe nicht im Geringsten erreicht. Trotzdem holt ihn Schüssel ins Boot, um Fpö-Liberalisten zu gewinnen (genau DAS ist der Grund, warum Schüssel für mich der im Moment unerträglichste Politiker ist - wird eigentlich nur noch von George W. Bush, und der ist ja praktisch aus dem gleichen Lager, getoppt; selbst Haider ist harmlos gegen ihn, weil der schon längst seine Zähne verloren hat) - gleichzeitig wettert die FPÖ über die schlechte Finanzpolitik von Grasser in den letzten 2 1/2 Jahren (heute in ZIB gesehen - das kann doch nur noch pure beabsichtigte Satire sein !). Hatte die Opposition also doch die Wahrheit gesprochen ? Ist die FPÖ übergeschnappt ? Oder weiß Wolfi (Schüssel :wink: ) als einziger, dass Grasser in den letzten Jahren doch nicht so schlecht war, obwohl schon die eigene (Ex-)Partei gegen ihn Stimmung macht ?

wulfman hat geschrieben:
meine gedrückten daumen gehen an schwarz-grün.


Na wenigstens sind wir uns mit Grün einig - dass ein so intelligenter Mensch wie du allerdings auch dem machtgierigen Geschwätz von Schüssel erlegen ist (haben wir uns nicht vor ein paar Monaten mal im ICQ eindeutig gegen Schwarz-Blau entschieden ?), enttäuscht mich ja doch ein wenig :wink: .
 
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Mi, 20. Nov 2002, 22:39

Argh : hab gerade gemerkt, dass ich deine Frage zu den Schülern nicht beantwortet habe. Also :

1. Die effektiven Lehrergehälter sind gesunken (und nein, dass ist keine Altlast) - meine Schwester (Hauptschullehrerin) verdingt um ein, zwei Tausender (Schilling) weniger im Monat. Dies nagt natürlich an der Motivation, betrifft aber zugegebenermaßen die Schüler nicht sehr stark (der Vollständigkeit halber wollte ich es aber anmerken, und habe genug Aussagen -bin in kompletter Lehrerfamilie aufgewachsen- zur Verifikation).

2. die Mittel für die Schulen wurden wieder einmal drastisch gekürzt : da mein Vater Direktor ist, weiß ich auch hier sehr gut bescheid. Vom Budget für das Inventar, bis zu den sehr wichtigen außerschulischen Aktivitäten wurde wirklich so ziemlich alles, was den Unterricht bereichert (besonders in den Grundschulen) zusammengekürzt.

Gruß,
the_korben
 
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Early
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Re: OK, jetzt kommt die gegnerische Meinung ;o)

Do, 21. Nov 2002, 11:16

Ok, dann gehen wir's mal wieder an: :wink:

the_korben hat geschrieben:
Early hat geschrieben:
Andererseits muss ich sagen: Solange Blau in der Regierung war, haben sie einen immer besseren Eindruck auf mich gemacht. Nämlich je mehr Grasser, Riess-Passer & Co. zu sagen gehabt hatten. In meinen Augen alles fähige Menschen die glaube ich wirklich fähige Minister abgaben. Nur leider hat der Knittelfelder Putsch ja alles zerstört. Wenn der umgekehrt ausgegangen wäre (sprich: Haider, Stadler, etc. weg aber wirklich weg), wäre für mich die FPÖ sogar dieser Nicht-Wähl-Zone entwichen (was aber nicht heißt, dass ich sie dann auch wirklich gewählt hätte).


Riess-Passer und Grasser mag ich so manche Fähigkeiten ja gar nicht abstreiten, aber selbst, als diese noch im Amt waren, wurde die Partei faktisch von Jörg Haider geführt - und so wird's auch bleiben. Die Tatsache, dass Riess-Passer das immer verneint hat, Fehler in der Politik nicht zusgestehen wollte, und all die Skandale nicht vernichtend kommentiert hat, macht aber für auch die eher "guten" in der FPÖ zumindest menschlich gesehen unwählbar. Jemand, der der Parteidoktrin der FPÖ folgt (zumindest solange diese unter der Führung Haiders & seiner Burschenschaftler ist) kommt imho für mich nicht in Frage.


All die Skandale? Irgendwie kommt mir vor du übertreibt da immer ein wenig. Mir fallen jetzt auf die Schnelle die zwei Irakreisen von Haider ein, die Knittelfelder Kundgebung (und da gab's ja von Schüssel Konsequenzen) und diese Burschenschaft-Geschichten von Stadler & Co. Also schlimm habens die Blauen in den letzten zweieinhalb Jahren auch wieder nicht getrieben. Da ist von der Rot-Grünen Seite doch einiges hochgespusht worden. Übrigens ein nicht zu unterschätzender Grund, dass ich eher gegen Rot-Grün: Diese dauernde Schlechtmacherei!

the_korben hat geschrieben:
Early hat geschrieben:
Über Ambulanzgebühr und Studiengebühren habe ich eh schon geschrieben: Ich finde sie recht sinnvoll. Was beide im Endeffekt für einen finanziellen Nutzen fürs Budget haben, sei dahingestellt. Da sagt die einen dies und die anderen jenes. Ich kann mir allerdings gut vorstellen, dass wenn es zu einer rot-grünen Koalition kommt, auch diese Gebühren bleiben. Kann mir dann schon vorstellen wie das klingt: "Diese Gebühren sind leider ein fixer Bestandteil unseres Budgets - es wird ganz schwer irgendwo einen Ersatz dafür herzubekommen."


Jupp, hast du ja auch gut argumentiert - allerdings bin ich da halt anderer Meinung :) . Studiengebühren kommen imho nicht in Frage, denn Österreich war immer für sein hervorragendes Bildungssystem, besonders deswegen, weil es für alle nutzbar war, bekannt. Mein Vater war ein Arbeiterkind mit 4 Geschwistern und konnte auch nur als einziger von allen studieren, weil das Geld gefehlt hat, und solche Fälle gibt es heute auch noch genug, das kannst du mir glauben - und ein Studium kostet ja auch heute noch ein Mördergeld (ist ja nicht so, als wär das auch vor Einführung der Studiengebühr gratis gewesen) : Bücher, Wohnung bzw. Fahrtkosten, ein gewisser Lebensstandard, der es überhaupt erst ermöglicht, sich auch aufs Studieren zu konzentrieren usw. Und da soll man auch noch Studiengebühren zahlen ? Ist dir überhaupt klar, dass es viele gibt, die nebenbei (auch früher) schon arbeiten mussten, um sich die Weiterbildung überhaupt finanzieren zu können ? Wir haben das Glück, dass wir in einer Zeit aufgewachsen sind, als es all diese sozialen Maßnahmen schon gab - wir wissen ja gar nicht mehr, dass Bildung früher mal ein Privileg war, und ich denke, in ein solches System, sollten wir gar nicht mehr zurückkehren. Es mag schon sein, dass die Förderungen aufgestockt wurden, aber die Kriterien dieser muss man ja erstmal erfüllen - für uns vielleicht ein leichtes, für den aus der armen Familie, der vielleicht nicht mit lauter 1er maturiert hat, gar nicht mehr so. Außerdem : ich bin schon gar nicht gewillt Studiengebühren zu zahlen, wenn man nicht einmal Ergebnisse sieht, und die Unis nichtmal gescheit ausgestatten sind, weil das System so veraltet ist (sicher auch ein Fehler von Rot/Schwarz - jaja...dass die ÖVP auch für die Missstände verantwortlich ist, die sie so gerne nur der SPÖ aufhalst, vergisst sie ja leicht) und die Gebäude eine reine Katastrophe sind. Wie Wulfman schon gesagt hat, war die Unireform von Gehrer ein richtiger Reinfall...gut, sie kann als Volksschullehrerin auch keine wirkliche Ahnung von der Uni haben (nicht persönlich gemeint, sondern rein logisch gesehen).


Das mit den Studiengebürhen sollte jetzt eigentlich geklärt sein. Keine Familie der es wirklich schlecht geht, muss diese bezahlen -> von daher sollte es auch Keinen geben, der wegen der Studiengebühren auf einmal nicht Studieren kann.

Im Gegenteil: Für die finanzielle Unterstützung der Studenten ist IMHO einiges getan worden. Als Beispiel kann ich hier meine Freundin vorführen, die als eines von drei Kinder (wobei der große Bruder schon lange arbeitet) nicht nur keine Studiengebühren zahlen muss sondern auch an die 400 Euro monatlich Beihilfe kassiert. Ich glaube, dass sollte Unterstützung genug sein.

the_korben hat geschrieben:
Über die Ambulanzgebühr und die erhöhte Rezeptgebühr möchte ich gar nicht reden ... du hast gemeint, es wäre ja eh gar nicht so viel - aber hast du dir schonmal gedacht, wie's mit den Pensionisten und Sozialfällen ausschaut ? Ich bin gegenwärtig als Zivi im Rettungsdienst tätig, und kann nur sagen, dass es teilweise ein Wahnsinn ist, in welchen ärmlichen Zuständen die Pflegefälle leben - und da sollen sie für ihre Krankheit noch draufzahlen ?


Da hast du als Zivi sicherlich den besseren Einblick. Mich persönlich haben beide Gebühren kaum bis wenig getroffen. Ich kann dazu aber wirklich wenig sagen, weil mich mich in dieser Materie kaum auskenne.

the_korben hat geschrieben:
Was die Weiterführung der Studien- und Ambulanzgebühr betrifft, so bin ich mir auch nicht ganz sicher - zumindest bei der SPÖ (siehe Androsch - werde jetzt wohl doch die "weltfremden" Grünen wählen :) ). Allerdings, selbst wenn sie beibehalten werden, so werden sie sicherlich gehörig reformiert - allein die Ambulanzgebühr kostet ja mehr, als sie einbringt (und das ist nicht SPÖ-Propaganda, sondern Tatsache). Bei den Studiengebühren bin ich aber optimistisch - sollte sich da nix ändern, kriegen die SPÖ u. Grüne bei der nächsten Wahl ihren Denkzettel von mir.


Woher weißt du das denn mit der Ambulanzgebühr?
the_korben hat geschrieben:
Early hat geschrieben:
Wo wurde denn der Sozial-Staat zusammengekürzt? Geht's jetzt irgendwem extrem schlechter als vor zweieinhalb Jahren? Außerdem: Nur weil wir die Jahre davor mehr ausgegeben haben als eingenommen und deshalb vielleicht ein paar Sozial-Leistungen mehr hatten (unter einer rot-schwarzen Regierung!), heißt das nicht, das das ebenso weitergehen kann.


Ja : besonders Pensionisten(seh ich täglich beim Roten Kreuz - besonders die Streichung der Mitversicherung beim Mann ist für unglaublich viele ein Problem), Früh- und Invalidenrentner, (jugendliche) Arbeitslose, Studenten u. Schüler, Autobesitzer....


Was glaubst du wie gut es den Autobesitzern unter einer Rot-Grünen Koalition gehen wird?

the_korben hat geschrieben:
Erstmal war die SPÖ ganz besonders unter und seit Kreisky für den Ausbau unseres Sozialstaates verantwortlich - sicher, die ÖVP auch, aber mit einer damaligen Mock/Busek-ÖVP hat die Schüssel-Partei nimmer viel gemeinsam. Und was meinst du mit "weitergehen kann" ? Das find ich immer am Lustigsten (geht jetzt nicht an dich, sondern an einige die ich kenne, und die solche Aussagen tätigen und bei denen ich weiß, dass das Folgende auch wirklich der Fall ist) - wenn die jungen, die im Paradies aufgewachsen sind, keine Ahnung von früheren Zuständen (führ doch mal ein Gespräch mit deinen Großeltern über die 50er, 60er u. 70er) haben, denen das Geld von Mama und Papa in den Hintern gesteckt wurde/wird, darüber reden, dass wir einen Sozialstaat nicht brauchen und uns am Besten gleich bei den USA alles abschauen - guter Link dazu :
http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha ... 53,00.html


Das unser Sozial-Staat gekürzt gehört steht wohl doch hoffentlich außer Frage. Diese ganzen von Kreisky & Co. eingeführten Beihilfen und Unterstützungen sind zwar alle recht nett aber ehrlicherweise kaum finanzierbar.

Ich rede jetzt sicher nicht davon amerikanische Verhältnisse einzuführen - sicher nicht! Das wäre das nächste Extrem!

Doch nur weil man jahrelang über seinen Verhältnissen gelebt hat, darf man nicht glauben, dass diese rosigen Zeiten immer so weitergehen werden.

the_korben hat geschrieben:

Early hat geschrieben:
Besonderes Lob gibt's von mir für die neue Abfertigung (und das hilft den "kleinen" Leute sicherlich mehr als die Abschaffung der Ambulanzgebühren).


Gut, von der weiß ich auch nicht wirklich, was ich halten soll. Man hört von der einen Seite Lob, auf der anderen Seite bezeichnen sie viele Wirt- und Wissenschaftler als kompletten Reinfall. Da haben wir wohl zuwenig einsicht, müsste man sich mal einarbeiten (oder könntest du mir das mal faktenorientiert Darbringen ?).


Das die neue Abfertigung ein Reinfall sein soll, habe ich eigentlich noch nie gehört (und ich lese SEHR VIELE österreichische Print-Medien).

Allgemein kann man von der neuen Abfertigung sagen, dass sie nicht nur auch Arbeiter endlich einbezieht sondern auch hilft die österreichische Arbeitswelt flexibler zu gestalten. Die einzigen Verlierer sind jene Angestellten, die vorhaben ewig bei einer Firma zu verweilen - in der heutigen Zeit aber keine wirklich wünschenswerte Einstellung.[/quote]


Early hat geschrieben:
Auch für die Zukunft scheint die ÖVP IMHO das bessere Programm zu haben. Da muss ich mir nur die Planungen der jeweiligen Parteien für die Reform für das Pensionssystem anschauen (wobei die SPÖ ja nicht einmal ein Reförmchen vorzuweisen hat). Das Drei-Säulen-Prinzip, welches die Schwarzen unbedingt vorantreiben wollen, sehe ich auch als einzige mögliche finanzierbare Variante für die Zukunft.


the_korben hat geschrieben:
Ok, wieder eine Sache der persönlichen Ansicht :) . Ich kann nur sagen, dass jede Partei ihr Programm hat, und wir wohl im Endeffekt nie wissen werden, was am Besten für Österreich (und damit meine ich die Menschen, und nicht die Aktienindezes) gewesen wäre. Außer der Tatsache (die Gusi im Duell gebracht hat), dass das Finanzministerium dem ÖVP-Programm mehr Ausgaben als dem SPÖ-Programm bescheinigt hat (bedeutet bei weiterem Sparkurs also wieder einnahmenseitige Sanierung), möchte ich nur noch klarstellen, dass für mich das soziale und die Gesellschaftspolitik (offene statt konservative Gesellschaft) von den Grünen bzw. der SPÖ den Hauptimpuls für meine Wahlentscheidung darstellt.


OK! Ich glaube daran liegt der größte Unterschied in unseren Meinung. Ich glaube einfach, dass es in erster Linie einmal wirtschaftlich passen muss um sich danach auf die Gesellschafts-Politik zu verlegen. Dort hätten Rot-Grün sicher ihre Stärken und da stimme ich auch mit ihrer Politik im Gegensatz zu der rechten Seite überein. Da mir persönlich die Wirtschaft aber wichtiger ist - denn meiner Meinung ist sie das überhaupt - fällt für mich die Wahl auf Schwarz.

the_korben hat geschrieben:
Early hat geschrieben:
Dann fällt mir noch das Thema Abfangjäger ein: Die ÖVP ist da die einzige Partei die keinen Zickzack-Kurs fährt. Was glaubst du denn warum die Roten auf einmal so dagegen sind? Wenn die in den letzten zweieinhalb Jahren in der Regierung gewesen wären, hätte es den Kauf sicher gegeben. So macht sich die SPÖ echt nur lächerlich. Und auch die Grünen übrigens: Kann mich noch gut vor zwei Monaten erinnern, als Van der Bellen bei einer PK gesagt hatte, dass man laut der Verfassung wohl doch die Abfangjäger brauchen wird. Einen Tag später hat ihn die grüne Partei zurückgepfiffen und schon war er wieder dagegen. Soviel zum Opportinismus der anderen Parteien.


Zick-Zack-Kurs hat die ÖVP keinen gefahren, das stimmt. Für mich zählt aber die abschließende Meinung - nämlich ÖVP : wir kaufen sie, SPÖ, Grüne : wir kaufen sie nicht. Und imho sind Eurofighter (ich spreche lieber nicht von Abfangjägern) rausgeworfenes Geld. Ob die SPÖ die Jäger gekauft hätte ? Hätte, würde, wäre...ist aber nicht so - die SPÖ hat sich im Parlament immer gegen den Ankauf ausgesprochen, und das zählt für mich. Bei den grünen war es etwas unpopulistischer : VdB hat gesagt (Sinn-Zitat) : "Wenn man mich davon überzeugt, dass wir die brauchen, dann müssen wir in den sauren Apfel beißen". Nur spricht nichts dafür, dass in der Verfassung wirklich steht, wir würden 24 (oder 18) High-Tech-Kampfflugzeuge für ein Schweinegeld benötigen. In der Verfassung ist nur von Luftraumschutz die Rede - und dass geht sowohl mit Hilfe eines Überwachungssystems, als auch eines Vertrages mit den umliegenden, uns wohl gesonnenen Ländern. Diverse Verfassungsrechtler haben das Problem bearbeitet, und zu einer wirklich konkreten Aussage "ja, wir brauchen 24 Eurofighter zur Luftraumüberwachung" ist keiner gekommen - und nichts Anderes als diese konkrete Aussage, hat VdB verlangt. Zudem : Wenn man der SPÖ den Draken-Kauf vorwirft, muss man bitteschön auch bedenken, dass damals die Situation eine ganz andere war (Krisengebiete direkt an Österreichs Grenze usw. ), und wir uns heute praktisch Inmitten einer friedlichen Idylle, unserer EU-Nachbarstaaten, befinden.


In der Verfassung steht, dass wir als immerwährender neutraler Staat verpflichtet sind unserer Luftraum nicht nur zu überwachen sondern auch zu schützen. Und schützen kann ich ihn mit einem Radar ganz sicher nicht.

Solange wir nicht endlich unsere Neutralität aufgeben und beim Aufbau eines europäischen Sicherheitssystems beteiligen werden wir wohl diese Flieger brauchen. Und wie gesagt: Der einzige Grund warum die SPÖ in diesem Punkt ihre Meinung geändert hat, ist dieser das sie nicht mehr in der Regierung sitzen.

the_korben hat geschrieben:
Early hat geschrieben:
2. absoluter Straßenstopp - sehr sinnvoll kurz vor einer EU-Ost-Erweiterung.,


Die Verkehrswege bestehen ja schon - und es geht ja hauptsächlich um Transit, und den brauche ich echt nicht auf der Straße. Imho wäre es viel sinnvoller, endlich mal gescheit in die Schiene zu investieren - aber ich kann dich beruhigen : sollte Grün-Rot zustande kommen, gibt's diesen Straßenstop sicher nicht (naja, da würden die Grünen wohl eher wieder in Opposition gehen) - zumindest nicht so radikal, die SPÖ diesem Konzept heftig widerspricht.


Wo bestehen im Osten Österreichs vernünftige Verkehrswege? Wir haben nicht einmal Autobahnen in die Tschechei? Während sie bei unseren Nachbarn schon an unserer Grenze gebaut werden, schläft bei uns alles noch im Dornröschenschlaf. Wir werden dann schön schauen wenn die Transitlawinen nach der Ost-Erweiterung über die Bundesstraßen einbricht. Auch die West-Autobahn wird dann wohl um eine vierte Spur nicht vorbeikommen. Aber die Grünen fordern einen Straßenbaustopp - sehr vernünftig...

the_korben hat geschrieben:
Early hat geschrieben:
3. Abkehr vom Sparkurs mit den Roten,


Weißt du, ich versteh's nicht - erklär mir's bitte : warum hat sich eigentlich vorher kaum wer über die Ausgaben aufgeregt ? Warum muss ein solcher Sparkurs im ultra-Tempo vorangehen, wo doch unser Defizit auch im Durchschnitt nicht so abfiel, und Österreich eigentlich immer einer der reichsten Staaten der Erde war ? Sparen - ok...aber bitte vernünftig, und nicht im MTV-Clip-Stil, wo alles husch-husch gehen soll, ohne sich wirklich Gedanken über Reformen zu machen - übrigens etwas, was ich Grasser wirklich ankreide. Ein Budget einnahmenseitig zu verbessern, ist echt keine Kunst - plötzlich wird er aber als dermaßen Kompetent angesehen.


Ich hab's jetzt zwar nicht im Kopf aber unser Defizit war Mitte der 90er schon ziemlich hoch. Außerdem: Je früher wir zum Sparen anfangen desto besser. Und weil sich ein jeder so aufregt: Ich hatte in den letzten zweieinhalb Jahren kaum irgendwelche Mehrausgaben - so tragisch war das Spar-Konzept der Regierung also wirklich nicht.

the_korben hat geschrieben:
Early hat geschrieben:
4. hat mich der fehlende Sport in deren Partei-Programm gestört. Das kann doch nicht sein, dass solche Themen unter den Tisch fallen und keinem fällt's auf. Da frage ich mich doch wirklich wie dies mit einigen anderen Themen, die ebenfalls nicht gleich so wichtig erscheinen, aussieht.


Ehrlichgesagt hab ich mich damit noch nie beschäftigt. Ist sicher für viele wichtig (und ich glaube sogar, dass Riess-Passer ihre Sache im Sport-Resort gut gemacht hat), aber eine Wahl sollte imho ein so periphäres Thema nicht entscheiden. Sport verkommt schließlich eh immer mehr
zum wirtschaftlichen Entertainmentsektor.


Riess-Passer hat ihre Sache wirklich gut gemacht. Was ich von den Vranitzkys und Klimas nicht gerade behaupten kann.

Nur kurz:

Warum hat die Kultur ein neunfach so hohes Budget wie bei der Sport obwohl diese vergleichbar wären?

Und warum lassen die Grünen den Sport überhaupt unter den Tisch fallen? Da kommt mir der leise Verdacht auf, dass in deren Programm noch ein paar Dinge fehlen.

Und zum Thema periphär: Immerhin erspart uns der Sport jährlich Gesundheistschäden im Wert von über 3 Mrd. Euro.

the_korben hat geschrieben:
Early hat geschrieben:
5. wenn ich an diese idiotischen Donnerstags-Demos zurückdenke, kriege ich sowieso einen Hass. Sowas unnötiges!


Tja, das ist halt Demokratie. Ich bin froh, dass es noch Menschen gibt, die für eine Sache in die Öffentlichkeit treten, und nicht eine konservative Partei wählen, die ihnen nur allzugerne jedes Denken abnehmen würde. Sicher, Ausschreitungen sind Scheiße - das ist was für Anarchos, die ihrer Gewalt und ihrem Frust freien Lauf lassen wollen, hat aber mit der Grundidee nichts zu tun. Ich bin der Meinung, dass, wenn man schon als FPÖVP-Befürworter den Satz "diese Wahl war ein demokratischer Prozess - das Ergebnis ist zu akzeptieren...(auch mit einem Rassisten wie Haider - vergessen wir mal nicht, dass Schüssel den Koalitionspakt ursprünglich mit Haider geschlossen hat) " in den Mund nimmt, auch die Demos als solches akzeptieren sollte.


Demokratie schön und gut - aber da muss ich doch nicht wirklich jeden Donnerstag auf die Straße gehen - das ist lächerlich und kostet mehr als es bringt. Von der Tatsache, dass ich wegen den Idioten ein paar Mal im Stau stehen musste ganz abgesehen.
the_korben hat geschrieben:
Early hat geschrieben:
6. In Wirtschaftsfragen hat die ÖVP für mich das bessere Programm


Tja, in gesellschaftspolitischer Hinsicht haben Grün und Rot die für mich wirklich einzig akzeptablen Programme, und da ich sowohl Rot als auch vor allem Grün wirtschaftliche Kompetenz zutraue, ist für mich die Wahl somit getroffen. :)


Da mir die Wirtschaft wichtiger ist, geht' s mir genauso. :wink:


the_korben hat geschrieben:
Achja : LIF sind übrigens gesellschaftspolitisch lange nicht so liberal, wie sie gerne wären - Jesionek selber z.B. hat eine Homo-Ehe gänzlich ausgeschlossen (was mich schon ziemlich gewundert hat).



Wusste ich gar nicht. Aber gut: Bin zwar auch für die Homo-Ehe, würde aber deswegen nie eine Partei nicht wählen nur weil sie sich gegen sie ausspricht. Dafür betrifft mich dieses Thema ganz einfach zu wenig. Ich kenne nicht mal Homos - zumindest hat's mir noch keiner gesagt, dass er einer ist.
CU Early
 
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Do, 21. Nov 2002, 12:28

das posting hätte eigentlich schon gestern online gehen sollen - nur war das forum für mich gegen mitternacht tot.

Ok, liegt dann wohl an falschen Berichten aus meinem Freundeskreis - jedenfalls wurde mir gesagt, dass du als Student gerade jetzt alles andere als im Geld schwimmst (kommt bei dir irgendwie so rüber). Sollte es wirklich so leicht sein, die Förderungen auch in solcher Höhe zu bekommen, ist die tolle Einführung der Gebühren ja fast schon ein weiteres Loch im Budget...es ändert jedenfalls nichts daran, dass es für einen nicht gerade kleinen Prozentsatz nicht möglich ist, ohne Nebenjob auszukommen.


warum sollte ein student auch im geld schwimmen? für's ausgebildet werden wird man ja leider nicht bezahlt. ein großer teil der studenten hat schon immer arbeiten müssen, woher (abgesehen von den eltern) soll das geld denn sonst kommen? imho ist die größte belastung im vergleich zur schule die miete - ansonsten ändert sich ja eigentlich nicht viel.

studienbeihilfe in der von mir angesprochenen höhe (7000€ - maximalwert) dürfte es wohl selten geben (vollwaise?). der höchste mir bekannte fall kassiert immerhin 3000€ jährlich + studiengebühren, es ist also durchaus nicht unmöglich. zusätzlich gibt es ja sowieso die familienbeihilfe. dazu kommt dann noch ein freibetrag für den zuverdienst von ~5000€. early hat das ja auch bestätigt. :)
es wird immer wieder angeführt, dass nur etwa 20% der studenten um beihilfe ansuchen - aber das ist ja dann wohl selbstverschulden.

Die SPÖ hat sich bekannterweise gewandelt - es hat einen Wechsel in der Führung gegeben. Die Situation heute ist anders als 1997 - und einem Eurofighter-Paket zu Zeiten, in denen scheinbar so gespart werden muss, in denen Katastrophen Österreich heimsuchen, die das Budget schwer belasten, in denen Sozialmaßnahmen gekürzt werden, hat sicher kein Gusenbauer zugestimmt - erklärst du bitte mal einem aus der untersten Einkommensschicht, dass wir "noch ein paar Millionen" drauflegen sollen, um uns vor Phantomfeinden (meinen Spiegel-Link gelesen ? - Angst ist schon ein tolles Werkzeug) zu schützen ? Wenn die moderne Technik so toll ist, wirst auch du wissen, dass uns auch 24 Eurofighter nix nutzen würden - es wäre eine bloße Befriedigung für den Verteidigungsminister, eine psychische Genugtuung für althergebrachte Militaristen und ein Spielzeug, dass zum Vorzeigen bei der alljährlichen Flugshow eigentlich viel zu teuer ist - vor allem in der derzeitigen Situation.


der link funktioniert jetzt, den spiegel-artikel habe ich ebenfalls gelesen, dazu später mehr.
natürlich ist es schwer zu sagen, wie die SPÖ jetzt entscheiden würde - nur wurden IIRC bis zum ende der letzten regierungsperiode keine negativen stimmen laut.
ich finde allerdings auch gusenbauers plakate (abfangjäger oder xx tausend kindergartenplätze mehr / lehrstellen / ...) eine frechheit (wie die meisten anderen plakate der anderen parteien auch). derart simpel kann man die rechnung wohl kaum angehen, oder? wie man das erklären soll? keine ahnung. ich kenne aber auch genug menschen aus unteren einkommensschichten, denen man genauso wenig erklären kann, warum man mehr für forschung ausgeben sollte. oder dass genforschung das absolute böse ist, geschickt vom teufel... kann man deswegen auch hier zu kürzen/verbieten anfangen?

dass diese antwort reine rhetorik ist, weiß ich. gäbe es eine echte "griechische" demokratie, wäre politik viel angenehmer...

die überwachung des luftraumes vom boden aus mag möglich sein ("jö, schauts mal, da fliegt wieder irgendwas"), die sicherung vom boden aus dürfte schon schwieriger werden (vergleichen wir es einmal mit einer verfolgungsjagd, in der die polizei nur strassensperren aufstellen darf, den wagen aber nicht "verfolgen" kann).
ich erwarte (*aufholzklopf*) auch keine großen angriffe von irgendwem, allerdings gibt es doch immerwieder vorfälle, bei der man über eine gewisse lufthoheit dankbar ist. schönes beispiel: der eine us-flieger, der kürzlich mal wieder ohne signal über österreich herumgeflogen ist. offizielle version: "ein versehen". inoffizielle version des österreichischen militärs: "testen, ob man im notfall einfach drüberfliegen kann, ohne dass etwas passiert". die draken sorgten dann für "geleitschutz". ohne sie hätte man zwar lustig herumfunken und/oder ihn einfach abschießen können, was sicher für verstimmung gesorgt hätte.
ich würde ja nichts sagen, wenn die draken noch halbwegs flugfähig wären - aber wenn man schon keine ersatzteile mehr bekommt?

Naja, wenn man die Abgabequote in zwei Jahren auf einen historischen Höhepunkt erhört, ist das für mich schon zu schnell. Sicher, man muss spontan auf die Wirtschaftslage reagieren, aber es gibt ja noch ein gewisses Grundgerüst, dass bestehen bleiben sollte - außerdem sollte ein langjähriger Plan, der wirklich vor neuen Schulden und einem hohen Defizit bewahren soll, imho anders aussehen, als bloß Einnahmenseitig ein Plus einzufahren und eine Zahl (die liebe 0...tja, hat der Karli auch bei Weitem ned erreicht) hochzustilisieren.

an dieser stelle frage ich mich, wann und von welcher regierung der "letzte" historische höhepunkt erreicht wurde. rein gefühlsmäßig vermute ich hier nämlich mehr oder weniger einen "linearen" anstieg. wenn du irgendwo zahlen hast, würde mich interessieren.
grassers einsparungen (und einmalige erträge) - das sollte besser gelöst werden. nur hören sich gusis versprechen nicht nach derartigen lösungen an. oder er "lügt" im wahlkampf. beides macht ihn nicht sehr attraktiv. ;)

Na wenigstens sind wir uns mit Grün einig - dass ein so intelligenter Mensch wie du allerdings auch dem machtgierigen Geschwätz von Schüssel erlegen ist (haben wir uns nicht vor ein paar Monaten mal im ICQ eindeutig gegen Schwarz-Blau entschieden ?), enttäuscht mich ja doch ein wenig

ja, ich war gegen blau. richtig. bin ich auch immer noch - allerdings hauptsächlich wegen deren einstellung gegenüber ausländern & anderen minderheiten. eine dieser minderheiten besteht aus einer person und wohnt in kärnten. die övp war auch vorher in der regierung, prinzipiell geshen hatte sich da ja nicht viel geändert.
machtgierig bzw. publicitysüchtig ist wohl jeder politiker - ich habe bisher noch keinen getroffen, der aus reinem idealismus den stress und die scherereien erträgt. vielleicht grasser, der will einfach seinen dienstwagen & ein höheres gehalt. ist wenigstens eine ehrliche einstellung.

und jetzt noch zum spiegel-artikel. der mensch kann recht haben, doch ich unterstelle ihm jetzt einfach die gleiche selektive wahrnehmung von europa, die ich (wir?) von den USA haben. den eitel sonnenschein, den er hier in deutschland heraufbeschwört, sehe ich leider nicht. im vergleich zu den USA mag es deutlich besser sein, doch so schön wie er es beschreibt?

merke: "the grass is always greener on the other side"

bowling for columbine steht schon länger auf meiner movie-liste. hast du eigentlich schon "haider lebt!" gesehen?

mfg
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Do, 21. Nov 2002, 22:31

für unsere nachbarn: heute abend war im österreichischen fernsehen die letzte diskussionrunde der spitzenkandidaten der einzelnen parteien. bisher wurde das immer pärchenweise durchgeführt, heute durfte sich das ganz quartett einmal treffen.

jedenfalls bin ich schon lange nicht mehr so gut unterhalten worden - weniger wegen den inhalten, aber vielmehr wegen der allgemeinen athmospäre.

alleine schon der vergleich dieser runde mit dem deutschen fernsehduell - mann, müssen wir österreicher gemütlich und relaxt sein. 8) :)
ich weiß ja nicht, wie es euch (korben / early?) gegangen ist, aber teilweise hatte ich schon das gefühl, dass wir gar keine vier verschiedenen parteien haben - bis auf ein paar ausrutscher. da wurde ja mehr oder weniger echte (österreichische) diskussionskultur bewiesen: nach der meldung "der keppelt mir ja dauernd dazwischen" lief das ja fast perfekt

witzig fand ich auch den haupt (FPÖ): einerseits versucht er themenmäßig eine "große" regierungspartei zu vertreten, dann weist er im schlusswort auf das oppositionstalent der FPÖ hin. und zwischendurch lächelt/grinst er er wie ein honigkuchenpferd ins nichts...
van der Bellen (Grüne) war dann für mich opposition in perfektion, fast zu schade für die regierung. kann über die anderen parteien noch lachen, liefert schöne spitzen, bietet gleichzeitig aber auch eigene lösungen.

schönes hauptabendprogramm. :?: :idea: :color: :!: :!:

mfg
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Mo, 25. Nov 2002, 09:43

Sallust hat geschrieben:
SPÖ 35,5 %
FPÖ 15,0 %
ÖVP 37,0 %
Grüne 7,5 %
LIF (Wer ist das?) 4,0 %
Andere 1,0 %

Ich war gar nicht schlecht...
Kommt hier vielleicht noch jemand aus Mazedonien oder Andorra? :D
Bis bald
Sallust
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Mo, 25. Nov 2002, 13:35

Holla!

Wer hatte die Hoffnung auf eine Koalition ÖVP-Grüne geäussert? Derzeit ist es ja wenigstens theoretisch möglich. Na mal sehen...

mfg
:borg: Abdiel
People may say I can't sing, but no one can ever say I didn't sing. (Florence Foster Jenkins)
 
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Mo, 25. Nov 2002, 14:38

das waren glaub ich early und ich.

jo, die hoffnung stirbt zuletzt...

mfg
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