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MATRIX : Revolutions

Do, 6. Nov 2003, 17:12

He, noch kein Thread dazu hier? 26h nach der Weltpremiere, Leute, ihr schwächelt.

Also, um kurz zu machen: ich war gestern im Kino zu Matrix3 und hab es bereut. Er ist zwar ein ganz klein wenig besser als Teil 2, aber trotzdem nicht wirklich sehenswert. Mich nervte besonders der Orchester Soundtrack, der machte jedes letzte, noch verbliebene, kleine coole Feeling nieder. Reine Abzocke dieser Film.

Wer den Film trotzdem sehen muss: geht zum Kinotag hin, der volle Preis lohnt nicht.

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Hattori Hanso
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Fr, 7. Nov 2003, 09:10

Habe bislang auch nur schlechte Kritiken gehört und überlege mir ernsthaft ob ich ihn mir anschauen soll. Daß das ganze Gesülze und Rätselgedöhns aus dem zweiten Teil nicht aufgeklärt werden soll wurmt mich schon ziemlich.
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Hardbern
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Fr, 7. Nov 2003, 09:17

Dirty Harry hat geschrieben:
Habe bislang auch nur schlechte Kritiken gehört und überlege mir ernsthaft ob ich ihn mir anschauen soll. Daß das ganze Gesülze und Rätselgedöhns aus dem zweiten Teil nicht aufgeklärt werden soll wurmt mich schon ziemlich.


Ich habe bisher auch nur vernichtende Kritiken gelesen. Von pseudointerlektuellem Gesülz und Langeweile haben die geschrieben. Na egal, ich gehe heute abend ins Kino.

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ButtSeriously
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Fr, 7. Nov 2003, 10:49

Hardbern hat geschrieben:
Na egal, ich gehe heute abend ins Kino.


Das halte ich genauso. Mag sein, daß es hauptsächlich dummes Gequatsche wird, aber jetzt muß ich das Ende einfach sehen. Selbst wenn es eine herbe Enttäuschung wird.

Außerdem kann ich mit der Einstellung ja eigentlich nur noch positiv überrascht werden. ;)

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Fr, 7. Nov 2003, 13:50

Hardbern hat geschrieben:

Ich habe bisher auch nur vernichtende Kritiken gelesen. Von pseudointerlektuellem Gesülz und Langeweile haben die geschrieben. Na egal, ich gehe heute abend ins Kino.


Klingt eigentlich ziemlich nach dem zweiten Teil. :roll:
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Hardbern
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Fr, 7. Nov 2003, 23:00

Hi !

Wenn man ohne Erwartungen ins Kino geht wird man nicht entäuscht. Bin gerade aus´m Kino gekommen und muss sagen, der Film ist imho eine visuelle Bombe. Richtig geil gemacht. Oder wie meinte mein Kumpel: Es waren eine Menge Computerjunkies am Werk. Imho auf jeden Fall besser als der zweite Teil.

Traue keiner Kritik wenn sie nicht von Dir selbst ist.

Auf jeden Fall im Kino ansehen !!


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Fr, 7. Nov 2003, 23:36

Wie ich schon vermutet hatte: Nach all dem Anti-Hype im Voraus wurde ich sehr positiv überrascht.
Matrix Revolutions ist für meine Begriffe zwar kein Überhammer, aber ein sehr guter Film. Teil 1 bleibt immer noch unerreicht, doch Reloaded wird dafür gleich um eine komplette Klasse übertroffen. So sind die meisten Dialoge nicht mehr so bemüht, sondern haben in der Regel wieder eine richtige philosophische Ader wie im ersten Teil oder vermitteln wenigstens einen emotionalen Bezug zu den Figuren. Lediglich an einigen Stellen wird es arg pathetisch - weniger wäre da eindeutig mehr gewesen.
[spoiler]Das gilt vor allem für die Schlacht um Zion, die für meinen Geschmack ohnehin etwas sehr weit ausgewalzt wurde. Dafür ist das Finale in der Maschinenstadt einfach nur klasse und sehr passend als Ende für Neos digitale Odyssee. Der tolle Orchester-Soundtrack mit dem Chor gibt dem Ganzen den richtigen Mythos-Touch.[/spoiler]
Überhaupt kann ich das ganze Gemecker über die Auflösung nicht so recht verstehen. Mag sein, daß nicht die originellste aller Möglichkeiten gewählt wurde, aber dafür ist es doch sehr stimmig und funktioniert auf der emotionalen Ebene hervorragend.
Ich kann den Film insgesamt jedenfalls empfehlen. Tolles Action-Kino mit Philosophie-Touch und starker Atmosphäre - also das, was auch Teil 1 seinerzeit so gut machte. Immer noch eine Stufe tiefer, aber der Atem des Originals war meiner Meinung nach wieder klar zu spüren. Vor allem der Abschied von der fast krampfhaften Coolness von Reloaded zu Gunsten einer gefühlsbetonteren Note war genau die richtige Entscheidung.

Grüße von
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Di, 11. Nov 2003, 08:40

Hardbern hat geschrieben:
Wenn man ohne Erwartungen ins Kino geht wird man nicht entäuscht. Bin gerade aus´m Kino gekommen und muss sagen, der Film ist imho eine visuelle Bombe. Richtig geil gemacht. Oder wie meinte mein Kumpel: Es waren eine Menge Computerjunkies am Werk. Imho auf jeden Fall besser als der zweite Teil.


Also, zu den visuellen Effekten muss ich sagen: Da war nichts dabei, was man nicht schon irgendwo mal gesehen hat. Die haben mich echt nicht vom Hocker gerissen.

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Hardbern
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Di, 11. Nov 2003, 10:45

labrador1 hat geschrieben:
Hardbern hat geschrieben:
Wenn man ohne Erwartungen ins Kino geht wird man nicht entäuscht. Bin gerade aus´m Kino gekommen und muss sagen, der Film ist imho eine visuelle Bombe. Richtig geil gemacht. Oder wie meinte mein Kumpel: Es waren eine Menge Computerjunkies am Werk. Imho auf jeden Fall besser als der zweite Teil.


Also, zu den visuellen Effekten muss ich sagen: Da war nichts dabei, was man nicht schon irgendwo mal gesehen hat. Die haben mich echt nicht vom Hocker gerissen.


Hat ja auch niemand behauptet, dass da Bahnbrechende neue Effekte zu sehen sind. Verlangt ja auch keiner, dass jeder Film Effekttechnisch was neues bietet.

Trotzdem ist der Film ein Effektknaller erster Güteklasse.


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Di, 11. Nov 2003, 19:17

Mal davon abgesehen, daß die Effekte des ersten Matrix auch nichts neues, sondern lediglich vielen Leuten noch nicht bekannt waren.
Daß die Fortsetzungen solcher Trendsetter nicht die gleiche Rolle übernehmen können wie das Original, ist ja nun ein alter Hut. Das immer wiederkehrende Erstaunen über diese Binsenweisheit, verwundert mich mittlerweile doch ein wenig... ;)

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Di, 11. Nov 2003, 20:49

Naja mag sein dass Fortsetzungen oftmals schlechter sind es gibt aber auch einige Beispiele an Trilogien bei denen das nicht so ist. Da habe ich meist das Gefühl das der 2. Teil etwas durchhängt aber der 3. holt alles wieder raus. Sowas hatte ich auch von Matrix erwartet. Dabei kommts mir nicht so auf "neue megaaffengeile Effekte" an sondern eher auf Story und Umsetzung an sich.

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Di, 11. Nov 2003, 22:02

Es ging mir jetzt nicht um besser oder schlechter (da ohnehin rein subjektiv), sondern nur um eine Trendsetterfunktion - egal ob stilistisch, technisch oder inhaltlich. Und eine solche Funktion kann eine Fortsetzung, die auf dem Original aufbaut, fast zwangsläufig nicht mehr erfüllen. Gerade bei Matrix finde ich das sehr evident, setzt die ganze Reihe doch in hohem Maße auf das, was der Film- und Fernsehwissenschaftler Caldwell eine "performance of style" nennt, also eine extreme Inszenierung eines wenig vertrauten Stils, mitunter sogar um seiner selbst willen.

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Di, 11. Nov 2003, 23:02

jo teufel, was war das denn..

irgenwie habe ich jetzt trockene augen, ich habe anscheinend ab [spoiler]dem verschwinden der hammer im wartungstunnel bis zur ankunft neos in der maschinenstadt[/spoiler] nur geblinzelt, wenn wieder eine dieser unwahrscheinlich witzigen zwischen-nicht-kampf-szenen kam.

DISCLAIMER: ab hier könnten trotz meiner schwärzungen ein paar andeutungen zum film erkennbar sein...






beispiele? [spoiler]haben sie bei euch im kino auch einmal diese "endlose sterbeszene" im werbeblock gezeigt, um für kinowerbung zu werben? * irgendwie war die trinity-szene dadurch lächerlich: "verreck endlich".
genauso wie diese "der himmel ist die rettung"-einblendung, kollektiver lacher im saal. [/spoiler]seltsamerweise haben die meisten szenen, die dem handlungsfortschritt dienten, zu diesen lachern geführt, was sagt einem das über den film?

nicht dass er mir nicht gefallen hätte, ich bin selten in einem action-film derart in den kinosessel gerutscht - das letzte mal wohl bei der ep2-battle. trotzdem hat mir die autobahn-szene vom stil her besser gefallen, die hat "realer" gewirkt. nicht dass ich etwas gegen große [spoiler]schlachten[/spoiler] hätte - aber cgi ist nur begrenzt beeindruckend, sorry. dagegen war die autobahn-szene in reloaded imho "besser", die wirkte "realer". martial-arts waren diesmal auch nur am rande vorhanden, eigentlich gab es nur eine materialschlacht...

und dann das ende - matrix I hatte ja mit diesem [spoiler]religiösen[/spoiler] wisch-wasch geendet, aber dass sie neo dann [spoiler]KREUZIGEN[/spoiler] müssen - also wirklich. da hätte man sich von den wachowskies doch etwas mehr freiraum bei der interpretation erwarten können. den stoff zu recyclen mag ja schön und gut sein, aber das war ja ne 1zu1 umsetzung... [spoiler]ich frage mich, wie dieses leuchtende kreuz in nicht-christlichen ländern aufgenommen werden wird. ;)[/spoiler].

imho war reloaded deutlich besser - mehr hintergrundinfo, mehr "entwicklung" des szenarios. revolutions - das hätte man in ner viertelstunde auch abhandeln können, theoretisch.

als action-film (kriegsfilm?) mit lustigen elementen top, als sich ernstnehmender film (handlung? hm?) ein flop sondergleichen.

ich hätte ihn mir wirklich im IMAX anschauen sollen, dann wäre er wohl noch beeindruckender gewesen...

mfg
wulfman

*) zu viele "werben" in einem satz, ich weiß

PS.: für dieses verschachtelte posting, dass durch die strategisch geschickt eingestreuten kleinen "spoiler" fast unleserlich geworden ist, bekomme ich sicher einen preis, oder? ;)
______________________________
Vorläufig letzte Worte, heute:

der Exstudent auf der Insel
 
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Do, 13. Nov 2003, 21:51

Dieser Film ist ein übleres Machwerk als noch Teil 2. Story ist praktsich nicht vorhanden, die unzähligen Andeutungen aus Teil 2 werden nicht aufgelöst, stattdessen kommen ein paar neue Andeutungen hinzu, die auch keiner versteht. Ich kann nur jedem davon abraten, verpassen tut man absolut nichts.




Ungekennzeichnete SPOILER ab jetzt!

Es geht schon los mit dem Anfang in der Bahnhofhalle, wo Neo erwacht. Dieser Teil hat absolut null Bedeutung für die (nichtvorhandene) Gesamtstory. Leider trifft das auch auf alle anderen Handlungsstränge zu und schließt rückwirkend Teil 2 mit ein. Dann verfällt der Film in eine langatmige und hohle Phase bis zum Kampf um Zion und dem Endkampf.
Unfreiwillig komisch ist der Flug der Hammer. Halb explodierend kommt sie im Dock an, löst EMP aus, und es fallen nur noch ein paar Dutzend Wächter runter, während dort vorher Millionen rumschwirrten. Hat sich ja voll gelohnt.
Das Trinity bei einem Zusammenprall stirbt, der eigentlich nichts bedeutet, außer dass das Schiff still steht, war enttäuschend.
Schließlich bleibt auch noch unklar, was die Figur Smith eigentlich für einen Sinn hatte (außer dass er der obligatorische Feind ist), warum ihn Neo so plözlich besiegen konnte und wieso deshalb der krieg zu Ende war. Warum Neo in der realen Welt ebenfalls über Superkräfte verfügte, wird auch nicht aufgelöst. Langweilig! Und die Matrix gibt es imemr noch.
Alles in allem ein unbefriedigendes Ende.
 
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Fr, 14. Nov 2003, 12:13

Vorsicht, ich antworte teilweise auf SPOILER!

thwidra hat geschrieben:
Schließlich bleibt auch noch unklar, was die Figur Smith eigentlich für einen Sinn hatte (außer dass er der obligatorische Feind ist), warum ihn Neo so plözlich besiegen konnte und wieso deshalb der krieg zu Ende war.


Smiths Funktion: Er stellt eine Anomalie dar, die beim "aktuellen" Matrix-Zyklus zum ersten Mal auftrat. Dadurch geriet der Matrix-Kreislauf aus den Fugen (neben der Tatsache, daß sich er Auserwählte beim Architekten nicht wie bisher entschied).
Warum er besiegt wurde: Wie mehrfach angedeutet wurde (und auch in Revolutions nochmal überdeutlich beim Orakel) übernimmt Smith beim "Überschreiben" anderer Programme in der Matrix Teile von ihnen in sein Programm. In dem Moment wo er Neo überschrieb war der Auserwählte in ihm und konnte durch seine "Selbstzerstörung" auch Smith vernichten. Smith war sich seines Sieges ja sicher, weil er Teile des Orakel assimiliert hatte (das Orakel ist ja gewissermaßen einfach ein Programm, das die aus den Gesetzmäßigkeiten der Matrix resultierenden Unvermeidlichkeiten berechnen kann). Damit wurde er sozusagen vom Orakel mit nur einem Teil der Infos gefüttert - daß der Kampf mit Neo zu Ende gehen würde, indem er Neo assimiliert. Was er nicht sehen konnte: Dies würde automatisch sein eigenes Ende bedeuten. Deshalb floh das Orakel ja auch nicht vor Smith: Es tat das, was für den Gang der Dinge notwendig war, was es in seiner Rolle tun mußte. Smith verstand das nicht, weil er diesen Teil nicht kapierte - im Kern war er immer noch zu sehr Teil des Systems.

thwidra hat geschrieben:
Warum Neo in der realen Welt ebenfalls über Superkräfte verfügte, wird auch nicht aufgelöst.


Ist das wirklich so unklar herübergekommen? Irgendwie scheint das nur jeder Zehnte mitzubekommen, und das ist auch die Funktion der U-Bahn-Sequenz, in der dies erklärt wird: Der Merowinger hat Neos Programm (sozusagen aus Rache) so verändert, daß sein Bewußtsein in der Matrix zurückbleibt - zu einem Teil. Dadurch ist Neo jetzt teilweise ständig mit der Matrix verbunden und kann so Einfluß auf deren Mechanismen (und auch die untrennbar mit der Matrix verbundenen Maschinen) nehmen.

thwidra hat geschrieben:
Und die Matrix gibt es imemr noch.


Genau das ist doch perfekt: Neo glaubt, dem Kreislauf entkommen zu können, indem er sich anders entscheidet. Doch am Ende muß er sich trotzdem in die Unvermeidlichkeiten eines für den einzelnen Menschen nicht mehr zu durchschauenden Mechanismus fügen. Es ist das einzige Ende, das paßt und Sinn macht: Teil 1 und 2 waren vollgestopft mit Ideem ausschließlich postmoderner Philosophen. Daß dann ein postmodernes Ende mit einigen Unklarheiten kommt, war nicht nur zu erwarten, sondern auch die einzig mögliche Wahl, die die Mechanismen und Motive der ersten beiden Filme nicht verrät und die Toilette herunterspült.
Die Überraschung über das Ende vieler Kritiker, die genau diese philosophischen Inhalte immer wieder so nach vorne gekehrt haben, verwundert mich daher immer noch. Daß dies beim Publikum negative Reaktionen auslöst schon weniger: Baudrillard & Co. sind unangenehm und gleichermaßen schwer zu verstehen und zu verdauen. Aber für meine Begriffe hat die Postmoderne einige der interessantesten Handlungen der letzten Jahre (Stichwort: The Cube!) hervorgebracht. :)

Grüße von
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