Benutzeravatar
thwidra
Inventar
Inventar
Beiträge: 3563
Registriert: Do, 27. Jun 2002, 16:26

Re: Es gibt noch mehr... 1961-1970

Mo, 12. Okt 2026, 21:52

So, neues Jahrzehnt, aber spätestens ab hier überspringe ich ganz paar Filme, die ich zwar gesehen habe, aber nicht mehr bespreche, weil sie einfach zu durchschnittlich oder sogar schlecht waren. Durchschnittlich ist dabei relativ gemeinte, hier sind einfach viele gute Western dabei, die wie Groschenromane vielleicht eine gute Geschichte erzählen und gut aussehen, aber sonst nichts Großartiges zu bieten haben. Oder Kriegsfilme, die zwar immer noch gut sind, aber einfach nur unterschiedliche Schlachten und Geschichten erzählen. Genug Western oder Kriegsfilme habe ich hier ja trotzdem noch dabei, wenn sie eben erwähnenswert werden. Kritisch werde ich durchaus auch noch sein, mich überzeugt lange nicht alles, was vermeintlich kritisch hervorragend ist, mit Preisen überhäuft wurde oder an den Kinokassen erfolgreich war. Spätestens gegen Ende des Jahrzehnts lasse ich aber schon mindestens jeden zweiten UND dritten Film weg, den ich gesehen habe, selbst nachhaltige Filme wie Butch Cassidy and the Sundance Kid oder Easy Rider, die ich damit zwar mal gesehen habe, bei denen ich aber einfach nicht weiß, was ich dazu sagen soll, denn mir haben sie nicht so viel gegeben. Aber sonst will ich mich ja auch auf die Filme begrenzen, die mir gut genug gefallen haben oder die ich aus irgendeinem Grund interessant finde. Und trotz mancherlei Kritik habe ich trotzdem immer noch ein paar überragende Filme gesehen, die mich echt überrascht haben.


1961

Yojimbo: Ein Ronin kommt im Japan des 19. Jahrhunderts in eine kleine Stadt, in der sich zwei Gangs gegenseitig bekriegen. Unser Ronin spielt nun die eine Seite gegen die andere aus, befreit eine Frau und bringt sie zu ihrem Sohn und ihrem Mann zurück. Dafür wird er von einem der Gangsterbosse ziemlich übel verprügelt, kann aber in einer weiteren Auseinandersetzung der beiden Gangs entkommt und in einem nahen Tempel seine Wunden heilen. Yojimbo ist von Akira Kurosawa und wieder famos und spannend gemacht. Selbst Samurais haben Stand-offs mit den lokalen Gangstern und er ist den Gangs soweit überlegen, dass er allein gegen größere Gruppen kämpfen kann. Story und Stand-offs sind klasse anzusehen und auch Yojimbo sollte ja bald in einen Western übersetzt werden. :lol: Wirklich cooler Film. 8)

The Guns of Navarone: Eben schrieb ich noch, nicht so viele Kriegsfilme zu erwähnen und nun haben wir schon gleich den ersten. :D Zweieinhalb Stunden Weltkriegs-Sabotage-Film mit Gregory Peck und Anthony Quinn. Eine Gruppe britischer Soldaten muss auf eine griechische Insel vordringen, auf der die Wehrmacht zwei große Artilleriekanonen gebaut hat. Damit kommen die britischen Schiffe nicht durch, die zweitausend Soldaten retten sollen. Das ist so ein typischer Heist-Film, nur dass es hier Soldaten sind, die sich mit Geschick und Einfallsreichtum aufmachen müssen, ein militärisches Ziel auszuschalten. Wirklich gut gemacht, wenn auch nicht überragend, aber irgendwo glaubwürdig und damit schon mal sehenswert.

The Colossus of Rhodes: Der erste Film, bei dem Sergio Leone Regie geführt hat und den ich mir deshalb nur interessehalber angeschaut habe. Das ist ein Schwert-und-Sandalen-Actionfilm aus Italien und spielt in der Antike auf Rhodos. Hier kommt unser Held in Verstrickungen mit Rebellen, die den König stürzen wollen. Das mündet dann in jede Menge Kämpfe und zu allem Überfluss kommt noch ein Erdbeben dazu, dass den Koloss von Rhodos zerstört. Sieht alles sehr aufwändig aus, hat schicke Sets und ist visuell recht spektakulär, die Story ist halt arg dünn und die Schauspieler eher blass. Kann man wohl mal gucken, aber viel verpassen tut man nicht.
 
Benutzeravatar
thwidra
Inventar
Inventar
Beiträge: 3563
Registriert: Do, 27. Jun 2002, 16:26

Re: Es gibt noch mehr... 1961-1970

Di, 13. Okt 2026, 18:41

Breakfast at Tiffany's: Wieder ein wunderbarer Film mit Audrey Hepburn, auf den ich mich dann richtig gefreut hatte. Das Ganze ist natürlich eine Romantikkomödie, aber bei ihr muss ich einfach wieder eine Ausnahme machen und das gut finden, kann hier gar nicht anders. :lol: Holly Golightly, die in einer eleganten Wohnung in der Upper East Side am New Yorker Central Park wohnt, treibt sich am liebsten auf wilden Partys rum, träumt ansonsten am liebsten in den Tag hinein. Eines Tages zieht ein junger Autor in die Nachbarwohnung ein, in den sie sich verliebt. Er aber kämpft mit einer Schreibblockade, die sich erst langsam löst, nachdem er sie besser kennenlernt. Das ist alles wieder zuckersüß und herzallerliebst gemacht, von tollpatschig bis naiv ist alles dabei, jede Menge komischer Situationen, aber nicht so dass man fremdschämig auf den Boden schauen muss, sondern schon originell und wunderbar anzusehen. Für mich jedenfalls eine weitere Perle unter den alten Filmen. :angel:

West Side Story: Ein Musical und hui, mir gefällt’s. :D Auch zweieinhalb Stunden tolle Musik, Darbietung und Choreographie und mitreißende Romantikstory, die ich überraschenderweise gern geguckt habe. Ich kenne den neuen Film von Steven Spielberg noch nicht, der lief bei uns damals einfach nicht in den Kinos. Daher fehlt mir der Vergleich. Im Kern steckt hier ja die Romeo und Julia-Story dahinter, nur sind es anstelle der rivalisierenden Familien Gangs in New York City. Es führt natürlich trotzdem zum herzzerreißenden Finale. Nicht umsonst hat West Side Story den Oscar für den besten Film gewonnen.

El Cid: Das nächste dreistündige Epos mit Charlton Heston, das ich aber auch schon kannte. Als El Cid im Spanien des 11. Jahrhunderts versucht er das Land von den Mauren zu befreien, muss sich aber auch mit der einen oder anderen Familienintrige auseinandersetzen. Als typisches Epos ist das schon gut anzusehen, auch wenn der Film so seine Längen hatte.

The Comancheros: John Wayne ist wieder im Wilden Westen unterwegs, diesmal als Texas Ranger, der einen Kriminellen nach Louisiana bringen muss. Unterwegs treffen sie auf die Comancheros, die es sonst auf Comanchen abgesehen haben, jetzt aber auch unserem Texas Ranger an den Kragen wollen. Er und sein Gefangener müssen sich nun zusammentun und sich vor den Comancheros verteidigen. Der Film ist im Prinzip ein ganz typischer John Wayne-Western, in dem Fall durchaus mal gut gemacht, aber eben mit all den Figuren und der Handlung austauschbar zu vielen anderen Western von John Wayne.

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 14 Gäste