Ganon hat geschrieben:Christopher Nolan will jetzt ein paar Jahre Pause machen, weil der Film so anstrengend war. Kann ich mir sehr gut vorstellen. Er hat ja so einige große Filme in den letzten Jahren rausgehauen, da kann man sich auch mal ein bisschen ausruhen.
Echt jetzt? Ich hoffe nicht zu lange. Die Nolan-Filme sind die letzten Jahre zum angenehmen Pflichtprogramm geworden...
Digger: Wir waren gleich noch mal im Kino.

Diesmal wieder im IMAX. Digger ist ziemlich ungewöhnlich, noch dazu für ein Tom Cruise-Film. Kein leichtes Actionspektakel, keine wilden Stunts, auch kein Tom Cruise in Hochform, sondern in einer Fat-Suit und auf alt getrimmt. Er spielt Digger Rockwell, einen stinkreichen Ölmagnaten, der beim US-Präsidenten und dessen Kabinett ein- und ausgeht. Er ist schrullig, komisch, kennt aber auch sein Geschäft und tut alles um seine Ziele zu erreichen. Erzählt wird das recht komplex, allerdings als Satire auf einen Mogul, der nichts anderes kennt als sein Geschäft zu verteidigen und ohne Ende auf Profit aus ist. Das wird schon von Anfang an ins Bizarre getrieben, eine komische Figur nach der anderen tritt auf, eine verrückte Situation jagt die nächste. Wobei sich ja alle selbst ernst nehmen und damit auf einem schmalen Grad wandern. Auf die eigentliche Handlung will ich gar nicht mal weiter eingehen, das wäre tatsächlich sehr schnell gespoilert, ein paar Überraschungen lauern ja schon in dem Film. Ich fand den Digger-Charakter schon sehr glaubhaft, Tom Cruise macht das richtig sensationell und das ist definitiv mal so eine ganz andere Rolle als die, die er sonst immer spielt. Auch John Goodman als Präsident habe ich fast nicht gleich erkannt, ist aber fast noch schrulliger als Digger und ziemlich dufte gespielt.

Aber der Film braucht dann doch eine Weile, bis klar wird, worum es ihm geht, und hat dann auch eine Botschaft, über die man sich zumindest in dieser Form wieder trefflich streiten kann. Mag sein, dass das eine tolle Botschaft ist und da auch ein paar Körner Wahrheit drin liegen, aber so völlig einseitig wie hier finde ich es einfach zu platt. Allerdings habe ich mich während des Films immer mal wieder gefragt, was das alles soll und wieso mir das in einer solchen Form erzählt wird. Eine Antwort blieb am Ende offen, weshalb ich da auch nur so halbzufrieden aus dem Kino gegangen bin. Verwirrt war ich ohnehin zu genüge.

Somit bleibt es bei einer hervorragenden Tom Cruise-Performance, vor allem die Parlamentsszene war grandios.
