Benutzeravatar
thwidra
Inventar
Inventar
Beiträge: 3546
Registriert: Do, 27. Jun 2002, 16:26

Re: Es gibt noch mehr... 1941-1960

Do, 27. Aug 2026, 20:15

Ja, wie gesagt, so viel sollte man nicht erwarten. Für mich ist das B-Movie-Niveau und das finde ich vielfach witzig, wohl wissend dass es keine hervorragenden Filme sind.


Auch 1954 ging noch etwas weiter für mich:

20,000 Leagues Under the Sea: Eine recht spaßige Jule Verne-Verfilmung mit Kirk Douglas. Den Film kannte ich sogar. Der Film hat echt hübsche Kulissen und ein paar nette Effekte. Und es macht Spaß, Ned Land (Kirk Douglas) zuzusehen, wie er versucht, Captain Nemo zu entkommen.

Rear Window / Das Fenster zum Hof: Ich habe ja lange Zeit nicht verstanden, was jetzt so toll war an Alfred Hitchcock und ich hatte schon keine sonderlichen Erwartungen mehr. Tja, und dann habe ich Das Fenster zum Hof gesehen, wieder ein Film mit begrenzter Kulisse, wieder mit James Stewart und Grace Kelly. Weil ein Zeitungsfotograph aufgrund eines Beinbruchs ans Bett gefesselt ist, fängt er an, seine Nachbarn im Hinterhof zu beobachten. Nach einiger Zeit beginnt er, einen seinen Nachbarn des Mordes zu verdächtigen. Aber niemand will ihm wirklich Glauben schenken. Nach und nach bekommt man immer mehr von den Nachbarn zu sehen, ein paar Geheimnisse offenbaren sich dabei. Es hat bei mir diesmal nicht lange gedauert und ich konnte nicht mehr wegsehen, so spannend fand ich das Geschehen. 8O Nach und nach löst sich so mancher Verdacht völlig harmlos auf, aber einige bleiben bis zum Ende bestehen. Das fand ich diesmal wirklich brillant anzusehen, den Film werde ich mit Sicherheit wieder schauen. Der Film ist jedenfalls auch so eine Perle, die ich entdeckt habe.

Sabrina: Billy Wilder dreht die nächste Romanze und ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, warum ich den Film eigentlich auf dem Radar hatte. Ich hatte die Neuverfilmung mit Harrison Ford vor langer Zeit gesehen, fand die aber nicht so spannend. Jedenfalls ist das hier das Original mit Audrey Hepburn, die die Tochter des Chauffeurs spielt, der für die wohlhabende Larrabee-Familie arbeitet. Linus (Humphrey Bogart) leitet den Konzern, sein Bruder David ist am liebsten als Playboy unterwegs, war auch schon dreimal verheiratet. Sabrina hat sich in David verknallt, wird aber gerade von ihrem Vater zur Ausbildung nach Paris geschickt. David hat ohnehin nie groß Notiz von ihr genommen. Als sie nach einigen Jahren als wunderschöne und elegante Frau wiederkommt, nimmt David mehr Notiz von ihr, Sabrina verliebt sich nun aber in Linus. Über die Glaubwürdigkeit der Handlung kann man sich ja gern streiten, aber inszeniert ist das echt herrlich. Für mich war es der erste Film, den ich mit Audrey Hepburn gesehen habe (noch vor Roman Holiday) und ich habe ihr und dem ganzen Ensemble gern zugeschaut. Es ist nicht übertriebenes Herzschmerzgeschmachte, wie man das vielleicht erwarten kann, sondern es werden durchaus nachvollziehbar Gefühle und Umstände gezeigt, die die Story schmieden. Mir hat das tatsächlich wieder außerordentlich gefallen, ganz entgegen meiner Erwartung, weshalb auch der Film für mich eine echte Perle ist.

La Strada: Mal ein italienischer Film mit Anthony Quinn, der als reisender Entertainer durch’s Land zieht. Er braucht dabei eine Assistentin, die er von einer Familie abkauft, die kaum ihre Kinder ernähren kann. Gelsomina muss ihn nun unterstützen und es beginnt für sie und ihn eine emotionale Reise, auf der sich beide aneinander gewöhnen müssen. Sie viel zu naiv und unbedarft für die Welt, er ein sanfter Grobian, der anfangs kaum Rücksicht auf sie nimmt, beide sind sie in einer rauen Welt unterwegs. Ich fand das auch wieder gut anzusehen, die Story hat schon was und der Film ist wieder ordentlich gemacht.

Godzilla - König der Monster: Japanische Monster-Action durfte natürlich auch nicht fehlen, also bin ich noch in eine Reihe der überhaupt verfügbaren Showa-Filme abgetaucht. Der erste Film ist definitiv cool und die Monstereffekte für diese Zeit recht ansehnlich. Von der Handlung oder den Dialogen darf man nicht allzuviel erwarten, aber Godzilla selbst ist sehr cool anzusehen. 8)
 
Benutzeravatar
Ganon
Ganonenfutter
All Star
All Star
Beiträge: 14653
Registriert: Mo, 8. Apr 2002, 17:40
Wohnort: Frankfurt am Main

Re: Es gibt noch mehr... 1941-1960

Do, 27. Aug 2026, 22:58

Das Fenster zum Hof fand ich von den Hitchcocks, die ich nachgeholt habe, tatsächlich einen der weniger gut gealterten. Konnte mich lange nicht so abholen wie etwa Vertigo oder natürlich Psycho. Aber der Original-Godzilla ist immer noch klasse. :D
_______________________________
Leland Yee, the Senator that decided that violent videogames were so dangerous to society that he needed to propose a law that banned selling them to minors, was arrested recently for weapons trafficking. He was buying shoulder-mounted rocket launchers from an extremist Islamic group and accidentally sold them to a member of the FBI. I mean, thank God he doesn't play videogames or he might have really become a threat to society.

-- Extra Credits Episode 200
 
Benutzeravatar
thwidra
Inventar
Inventar
Beiträge: 3546
Registriert: Do, 27. Jun 2002, 16:26

Re: Es gibt noch mehr... 1941-1960

So, 30. Aug 2026, 16:41

1955

Marty: Ok, ich verstehen die Oscar-Entscheidungen ja nicht immer, Marty ist dann auch so ein Fall. Wobei ich durchaus sehe, dass der Film ein sehr guter ist, zumindest für seine Zeit. Aber mich spricht er eben überhaupt nicht an. Marty ist ein mittelalter Junggeselle und hängt lieber mit seinen Freunden ab. Seine Mutter, bei der er noch lebt, will aber, dass er eine Frau findet und sich verliebt. Das hat Marty aber bereits aufgegeben. Er lässt sich trotzdem überreden, wieder zum Tanz zu gehen und, oh welch Wunder, diesmal lernt er doch eine Schullehrerin kennen, beide verlieben sich ineinander. Der Film war mir wieder zu schnulzig, Marty kommt mit der Situation natürlich nicht zurecht und will lieber mit seinen Freunden abhängen, die gehen ihm aber dann auch auf den Nerv. Also wofür nun entscheiden? Das war mir dann doch eine Spur zu lächerlich und ich habe nur noch betröppelt weggeguckt. :irre:

Godzilla Raids Again / Godzilla kehrt zurück: Die Effekte sind wieder super, Handlung und Dialoge leider völliger Schrott. Godzilla kloppt sich aber mit einem anderen Urzeit-Monster und das ist wieder schick gemacht. :green:

The Man from Laramie: Das ist auch einer der zahlreichen Western, die James Stewart gedreht hat, die für mich aber größtenteils austauschbar sind. Ich habe einige dieser Filme gesehen, werde die aber nicht mehr alle hier reinpacken, dazu sind sie sich zu ähnlich. In Nuancen mögen sie alle ihre eigenständigen Charakteristiken haben, besonders düster oder brutal, hin und wieder sind auch halbwegs bekannte Regisseure dahinter, wie in diesem Fall Anthony Mann, der ähnlich wie John Ford zahlreiche gut anzusehender Western gedreht hat. Die haben sogar alle auch eine recht gute Bewertung in der IMDB. Auch wenn ich mich gut unterhalten gefühlt habe, wenn ich mich aber nach kurzer Zeit an kaum etwas aus dem Film erinnern kann, dann funktioniert das einfach nicht für mich. Hier ging es um einen Cowboy, der eigentlich nur eine Lieferung in eine kleine Stadt in Colorado bringt, aber dort in Konflikt mit dem sadistischen Sohn eines Rinder-Barons gerät.

To Catch a Thief / Über den Dächern von Nizza: Alfred Hitchcock hat gleich wieder einen Mysterythriller gedreht und mit einer Romanze verknüpft. Es geht um einen Juwelendieb, der sich aber längst zur Ruhe gesetzt hat und dem man nie einen Raub nachweisen konnte. Als ein neuer Juwelenraub passiert, der so aussieht, als wäre er es gewesen, muss er die halbe Riveria entlang fliehen, bis er seine Unschuld beweisen kann. Dabei lernt er die Tochter (wieder Grace Kelly) seiner Erzfeindin kennen und verliebt sich in sie. Die Romanze fand ich hier zwar eher nebensächlich, zum Glück, die Flucht und Aufklärung des Falls dagegen wieder sehr spannend. Hitchcock ist in jeden Fall auf der Höhe seines Schaffens angekommen, auch der Film hat mir wunderbar gefallen.
 
Benutzeravatar
thwidra
Inventar
Inventar
Beiträge: 3546
Registriert: Do, 27. Jun 2002, 16:26

Re: Es gibt noch mehr... 1941-1960

Di, 1. Sep 2026, 20:48

Killer's Kiss / Der Tiger von New York: Zweiter Film von Stanley Kubrick, leider noch nicht besonders gut. Ein Boxer hilft einer Tänzerin, die von ihrem Boss und ihrem Liebhaber in die Enge getrieben wird. Beide beauftragen nun ihre Männer, den Boxer zu töten. Der wehrt sich, die Tänzerin wird aber entführt und muss nun befreit werden. Der Film hat es leider wieder kaum geschafft, meine Aufmerksamkeit zu halten, viel zu eintönig fand ich das Geschehen.

The Trouble with Harry / Immer Ärger mit Harry: Gleich noch ein Hitchcock-Film. Gerade eben war ich noch enthusiastisch über seine Filme, hier lässt das dann gleich etwas nach, wobei der Film trotzdem noch ansehnlich ist. Das ist ein Mix aus Mystery und Comedy, nachdem Harry tot im Wald aufgefunden wird, weiß niemand so richtig, was mit ihm gemacht werden soll. Er hat keine Angehörigen und kaum jemand wusste etwas über ihn. Auch wie er um’s Leben gekommen ist, ist unklar, denn es war kein natürlicher Tod. Nach und nach kommen immer mehr Umstände über ihn, seinen Tod und die Dorfbewohner ans Licht. Das war soweit ganz witzig anzusehen, aber dann doch wieder nicht so überragend, wie die beiden vorherigen Filme von Hitchcock.

Rebel Without a Cause / Denn sie wissen nicht was sie tun: Die wussten wirklich nicht, was sie machen, oh man! Das macht den Film für mich leider äußerst unglaubwürdig. Nix gegen eine Coming-of-Age-Story, aber zum einen passieren hier Sachen, die völlig unglaubwürdig sind, zum anderen aber superdoofem Verhalten entsprechen. Tja, und daraus entsteht dann Drama, die „Jugendlichen“ haben Konflikte mit ihren Eltern und untereinander, die Hormone spielen verrückt. Letzteres verstehe ich ja noch, aber den Rest? Nee, also das hat mich auch nicht überzeugt. Da gibt’s bessere Filme in dem Bereich. James Dean spielt hier eine seiner wenigen Filmrollen, was der eigentliche Grund war, mir den Film mal anzugucken. Aber leider finde ich das alles nicht glaubwürdig.
 
Benutzeravatar
thwidra
Inventar
Inventar
Beiträge: 3546
Registriert: Do, 27. Jun 2002, 16:26

Re: Es gibt noch mehr... 1941-1960

Sa, 12. Sep 2026, 18:14

1956

Forbidden Planet / Alarm im Weltall: Und das nächste SciFi-B-Movie aus den 1950ern, das mit recht ordentlichen Effekten und einer Ladung Sense of Wonder aufwartet, wenn es auf einen fremden Planeten geht. Ein Schiff wird ausgesendet, um eine Kolonie eines entfernten Planeten zu besuchen, die sich seit einiger Zeit nicht mehr gemeldet hat. Das ist dann leider überhaupt nichts Besonderes, die Handlung mal wieder arg dürftig. Witzig ist eher, dass das Schiff von einem jungen Leslie Nielsen kommandiert wird, der später die Nackte Kanone-Filme gemacht hat. Wusste gar nicht, dass er mal jung war.

The Man Who Knew Too Much: Einer der beiden diesjährigen Alfred Hitchcock-Filme, wieder mit James Stewart. Das ist ein vergleichsweise modernes Remake seines frühen Films von 1934 unter gleichem Namen. Verändert wird hier vor allem das Setting und einige Figuren bekommen etwas mehr zu tun. Die Story ist ansonsten dieselbe, hier erfährt ein amerikanischer Doktor auf Urlaub in Marokko von einer internationalen Intrige, einem politischen Anschlag, weshalb sein Sohn entführt wird. Das muss er nun seiner Frau beibringen. Man weiß hier nicht so recht, wem man alles glauben soll und er und seine Frau machen eine Odyssee durch, die für den Film wichtiger ist als das eigentliche Komplott. Und das macht Spaß zuzusehen. Mir hat der Film wieder recht gut gefallen, nicht ganz so gut wie Das Fenster zum Hof oder später Vertigo, aber irgendwo nah dran ist das schon.

The Searchers: John Ford und John Wayne drehen wohl ihren bekanntesten Western und scheinen das Genre nun perfektioniert zu haben. Die Story, die wieder im Monument Valley stattfindet und ein paar hervorragende Landschaftsaufnahmen hat, ist diesmal ziemlich düster, tiefschürfend, bisweilen sogar hässlich. Eine einsame Farm wird von Comanchen überfallen, die Eltern getötet, die Kinder entführt. Der Bruder (John Wayne) des getöteten Vaters kommt gerade aus dem Bürgerkrieg zurück und macht sich nun auf, die Kinder zu retten. Was nun beginnt ist eine jahrelange Suche nach den Comanchen, Hilfe gibt es von einem indianischen Fährtenleser. Auf der ganzen Reise schimmert immer wieder ein latenter Rassismus und Indianerhass unseres Protagonisten durch, was es eben etwas hässlich, aber wohl auch realistisch macht, gleichzeitig hat man aber auch Mitleid mit ihm, und diese Gradwanderung gelingt John Wayne richtig gut. Ich hatte trotzdem meine Mühen mit dem Film, den der zieht einen schon etwas runter, weshalb es von mir nicht die Höchstwertungen gibt, die er bspw. in der IMDB hat. Vielleicht muss ich ihn mir aber noch ein zweites Mal anschauen, um ihn besser verstehen zu können.

The Killing / Die Rechnung ging nicht auf: Dritter Film von Stanley Kubrick, der auch eine hohe IMDB-Bewertung bekommen hat, mich aber noch nicht so richtig abholt. Hier versucht eine kleine Bande die Wettstelle beim Pferderennen zu berauben und dafür denken sie sich einen umfangreichen Plan aus. Dabei geht dann das eine oder andere auch schief. Die Handlung ist durchaus trickreich und macht schon etwas Spaß zu folgen. Nur ich fand das an keiner Stelle wirklich sehr spannend und allzuviel ist mir von dem Film nicht hängen geblieben.

Earth vs. the Flying Saucers: Gleich noch mal SciFi-B-Movies aus den1950ern, diesmal wollen Aliens die Erde angreifen, am besten aber stillschweigend, weshalb sie einen Wissenschaftler auffordern, ein Treffen mit den Anführern der Erde einzuberufen, sodass diese sich gleich ergeben können. Der Wissenschaftler nutzt nun aber die Zeit, eine Anti-Magnetwaffe gegen die Aliens zu entwickeln. Der Film war wieder soweit ganz nett, aber dann auch nichts Besonderes.
 
Benutzeravatar
thwidra
Inventar
Inventar
Beiträge: 3546
Registriert: Do, 27. Jun 2002, 16:26

Re: Es gibt noch mehr... 1941-1960

So, 13. Sep 2026, 16:58

War and Peace: Verfilmung des Buchs von Lev Tolstoy um zwei Aristokratenfamilien in Russland vor dem Hintergrund der Napoleonischen Kriege, mit dabei Henry Fonda und Audrey Hepburn. Das ist dann das typische dreieinhalb Stunden-Epos, in dem man ein Familiendrama nach dem anderen sieht. Das ist auch gar nicht mal so schlecht gemacht, vielleicht etwas platt, aber ansonsten ganz okayisch. Tatsächlich hatte ich mir den Film wegen Audrey Hepburn auf die Watchlist gesetzt, aber erst nachdem ich einen noch folgenden Film gesehen hatte.

The Ten Commandments: Den Film kannte ich schon, der läuft ja seit Jahrzehnten jedes Jahr zu Weihnachten irgendwo. Die Moses-Story mit Charlton Heston und Yul Brynner ist eigentlich immer gut anzusehen, ebenfalls rund dreieinhalb Stunden lang, die Effekte am Anfang mit der Aufstellung des Obelisken oder später der Teilung des Meeres sind schon verdammt sehenswert.

Giant / Giganten: Das ist auch so eine Perle, die ich entdeckt habe. In dem Film dreht sich alles um zwei große Landbesitzer in Texas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Lange Zeit ist einer der beiden Landbesitzer ein großer Rancher, ein Viehbaron, der viele zehntausende Rinder züchtet und damit einen recht großen Betrieb führt und entsprechend wohlhabend ist. Der andere ist eher ein Taugenichts, anfangs sogar ein Angestellter des Ranchers. Bis er eines Tages Öl auf seinem eigenen Land entdeckt und damit unglaublich reich wird. Ähnlich geht es dem Rancher, der immer reicher wird, der aber nur langsam in der neuen Welt ankommt und lieber weiterhin Rinder züchten will. Der ganze Film ist ein wunderbarer Einblick in die Lebenswelt Texas in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, vor allem in die Familie des Ranchers, in der z.B. Elizabeth Taylor in ihre Rolle als Frau des Ranchers hineinwächst und sich für den Ranchbetrieb einsetzt. Ein blutjunger Dennis Hopper spielt in der zweiten Hälfte des Films eines ihrer Kinder. Und James Dean spielt den zweiten Landbesitzer, der Zeit seines Lebens ein Alkoholproblem hat, Erzfeind des anderen ist und insgeheim verliebt in dessen Frau (Taylor). Das alles macht es zu einem kleinen, allerdings dreieinhalb Stunden langen Epos über die Familie, den Nachbarn, die Lebenswelt von Texas einschließlich des Rassismus gegen Hispanics sowie die Politik und Gesellschaft des Bundestaates. Der Film basiert auf der Buchvorlage von Edna Ferber, das ich mir für irgendwann einmal auf die Leseliste gesetzt habe. Und nach Cleopatra war das wohl die beste Rolle, in der ich Elizabeth Taylor gesehen habe. Dasselbe gilt für James Dean, den ich aber überhaupt nur in zwei Rollen gesehen habe. Kurz bevor der Film fertiggedreht war, kam er bei einem Autounfall ums Leben.

Around the World in 80 Days: Der diesjährige Oscargewinner nach einer Geschichte von Jules Verne, den ich sicherlich auch schon mal gesehen habe. Der Film ist gut gemacht, keine Frage, mehr gibt’s hier glaube ich auch nicht zu sagen.

The Wrong Man / Der falsche Mann: Der zweite Hitchcock-Film dieses Jahr, der mir aber wieder nicht sonderlich gut gefallen hat. Ein Jazz-Musiker (Henry Fonda) wird verhaftet, weil er fälschlicherweise für einen bewaffneten Räuber gehalten wird. Er kommt auf Kaution zwar frei, muss in einiger Zeit aber vor Gericht antreten. Die Situation lastet nun schwer auf seiner Familie und vor allem seiner Frau, die langsam daran verzweifelt. Er macht sich zwar selbst auf die Suche nach Zeugen und eventuell wird der Fall auch tatsächlich aufgeklärt, bis dahin hat seine Frau aber einen kompletten Nervenzusammenbruch und muss eingeliefert werden. Das ist tatsächlich wieder gar nicht so einfach zuzugucken, weshalb der Film bei mir dann auch nicht die beste Meinung hat.
 
Benutzeravatar
thwidra
Inventar
Inventar
Beiträge: 3546
Registriert: Do, 27. Jun 2002, 16:26

Re: Es gibt noch mehr... 1941-1960

Mo, 14. Sep 2026, 14:31

1957

Throne of Blood / Das Schloss im Spinnwebwald: Wieder ein japanisches Feudal-Drama von Akira Kurosawa. Ein schlachterprobter General wird von seiner Frau angestachelt, den lokalen Lord des Spinnenwebschlosses zu übertrumpfen und selbst Lord zu werden. Die beiden setzen dann alles in ihrer Macht Stehende in Bewegung, um ihr Ziel zu erreichen. Der Film ist fast ein Kammerspiel, da sich fast alles innerhalb des Hauses des Generals abspielt und nur selten geht es mal nach draußen. Ich fand das zwar ganz nett anzusehen, aber wirklich mitgerissen hat mich das nun auch nicht. Und die Frau sah mit ihrem Makeup echt creepy aus.

Men in War: Ein Korea-Kriegsfilm von Anthony Mann, der sollte ansonsten zehn Jahre lang eine Reihe von Western mit James Stewart oder Henry Fonda drehen. Den Kriegsfilm fand ich nicht besonders, der war so langweilig.

Funny Face: Der Film ist eigentlich nur wegen Audrey Hepburn auf meiner Watchlist gelandet, aber erst nachdem ich einen noch folgenden Film von ihr gesehen habe. Funny Face dreht sich um Modeshootings, was natürlich auch voll mein Ding ist. Jo ist eigentlich eine Bücherverkäufern, eine graue Maus, wird aber von einem Fotographen entdeckt und darf dann in jede Menge schicker Fummel rumlaufen und sich fotografieren lassen. Dabei wird sie auch selbst kreativ. Tja, was soll ich sagen, der Film ist gut gemacht und macht Spaß zuzuschauen. Die Story nimmt sich locker, die Charaktere sind gut drauf, ich konnte nicht weggucken und mir hat der Film wieder recht gut gefallen. :D

12 Angry Men / Die Zwölf Geschworenen: Der Film ist hammer. 8O Den kannte ich auch noch nicht. Aber wie hier aus einem kleinen Zweifel eines einzelnen Geschworenen, der eigentlich nur ein Denkansatz war, eine Debatte wird, die nach und nach alle überzeugt, das ist schon stark. Der Film ist auf das absolut notwendigste runterreduziert, findet fast auch nur in dem Geschworenenraum statt, wo anderthalb Stunden die Debatte um die Hinrichtung eines Angeklagten läuft. Ebenfalls ein super Film. :D
 
Benutzeravatar
thwidra
Inventar
Inventar
Beiträge: 3546
Registriert: Do, 27. Jun 2002, 16:26

Re: Es gibt noch mehr... 1941-1960

Do, 17. Sep 2026, 13:15

Kanal / Warschau 1944 – Der Kanal: Polnischer Film über den Aufstand in Warschau kurz vor Ende der Besetzung durch deutsche Truppen im Zweiten Weltkrieg. Das ist das polnische Trauma, der Aufstand hatte keinen Erfolg, Warschau wurde zum großen Teil durch die deutschen Besatzer dem Erdboden gleichgemacht. Wobei sich der Film hauptsächlich auf den versuchten Aufstand konzentriert und sich vor allem in den Kanalisationskanälen Warschaus abspielt. Und da ist es immer dunkel. Dass es auch noch schwarzweiß ist, macht es noch schwieriger, dem Film zu folgen. Ich war da dann doch etwas genervt davon, noch dazu wo man mit den Figuren kaum eine Identifikation aufbaut und sie viel zu blass bleiben. Fand ich dann alles zu schwierig.

The Curse of Frankenstein: Die Peter Cushing- und Christopher Lee-Filme der britischen Hammer Films-Produktionsfirma starten, die viele Horrorfilme auf Basis der klassischen Storys gemacht haben. Von denen habe ich auch so einiges gesehen, manches nett, manches aber auch unterirdisch. Der hier hat sogar Spaß gemacht, Cushing spielt den Baron Frankenstein, Lee die Kreatur, das Ganze im 1950er-Style und damit ja 20 Jahre nach den ersten Frankenstein-Filmen aus Hollywood.

Love in the Afternoon / Ariane – Liebe am Nachmittag: Noch so eine Feel-Good-Romance mit Audrey Hepburn, halb Comedy, halb Drama. War wieder nett gemacht, den Film mit ihr fand ich nicht so stark, ging aber noch zu gucken.

The Bridge on the River Kwai hat den Oscar für den besten Film gewonnen und ich hatte den natürlich schon mal gesehen. Kann man glaube ich auch immer wieder gucken, Alec Guinness als britischer Colonel in japanischer Gefangenschaft in Burma ist großartig. Das war mein erster Film von David Lean und wohl auch sein erstes Epos als Regisseur.
Zuletzt geändert von thwidra am Fr, 18. Sep 2026, 17:02, insgesamt 1-mal geändert.
 
Benutzeravatar
thwidra
Inventar
Inventar
Beiträge: 3546
Registriert: Do, 27. Jun 2002, 16:26

Re: Es gibt noch mehr... 1941-1960

Fr, 18. Sep 2026, 16:51

The Tin Star / Der Stern des Gesetzes: Das ist so ein Western von Anthony Mann, der ganz ansehnlich ist. Henry Fonda spielt einen abgebrühten Kopfgeldjäger, der früher mal Sheriff war. Als er in eine Westernstadt kommt, sieht er einen völlig unerfahrenen, jungen Sheriff, der von einer lokalen Gaunerbande bedroht wird. Nach und nach hilft der Ex-Sheriff seinem jungen Kollegen, sich zu behaupten. Ist ein gut gemachter Western, mehr aber nicht.

Paths of Glory: Den Film von Stanley Kubrick fand ich richtig gut, es geht um einen Kommandeur im Ersten Weltkrieg in den Schützengräben der Westfront, der sich weigert, einen sinnlosen Angriffsbefehl auszuführen. Der Film ist beeindruckend, anfangs weil er die Schützengräben und Schlachten des Ersten Weltkrieg zeigt, und zwar in einem Ausmaß und Realismus, wie man das vorher wohl kaum gesehen hat. Später ist es dann die Verhandlung vor einem Militärgericht, die den Befehl und seine Entscheidung seziert und damit die Sinnlosigkeit des ganzen Krieges zeigt.

Witness for the Prosecution / Zeugin der Anklage: Billy Wilder hat hier ein Gerichtsdrama mit einem ordentlichen Schuss Mystery gedreht, mit dabei Marlene Dietrich als Zeugin und Charles Laughton als Verteidiger. Der Fall ist äußerst verzwickt und es ergeben sich immer neue Wendungen. Christine ist die geheimnisvolle Zeugin, bei der man nie so richtig weiß, welche Agenda sie verfolgt. Und Sir Wilfrid als Verteidiger der geniale Anwalt, der einen brillanten Trick nach dem anderen aus dem Ärmel schüttelt, um die Unschuld seines Angeklagten zu beweisen. Das macht den Film wunderbar anzuschauen, ich habe da wieder gebannt hingeguckt und konnte dem Ende dann kaum glauben… 8O

The Enemy Below: Wieder ein Zweiter Weltkriegs-Film, ein amerikanischer Zerstörer befindet sich in einem Zweikampf mit einem deutschen U-Boot. Der Zerstörer entgeht nur knapp dem Untergang, bis er es schafft, das U-Boot zu besiegen. Tatsächlich fand ich den Film auch recht sehenswert, immer wieder wird auf beide Brücken hineingeleuchtet, beide Kapitäne versuchen die Oberhand zu gewinnen. Am Ende geht es natürlich vorhersehbar aus.
 
Benutzeravatar
thwidra
Inventar
Inventar
Beiträge: 3546
Registriert: Do, 27. Jun 2002, 16:26

Re: Es gibt noch mehr... 1941-1960

Sa, 19. Sep 2026, 17:23

1958

Dunkirk: Noch so ein Zweiter Weltkriegs-Film, diesmal geht es um den Rückzug des britischen Expeditionskorps aus Frankreich zu Beginn des Zweiten Weltkrieges und die Rettung über den Kanal. Das hat ja vor einigen Jahren Christopher Nolan neu verfilmt und ich kann mich nicht des Eindrucks verwehren, dass ein paar Szenen ganz ähnlich aussahen. :wink: Aber egal, das ergibt sich sicherlich aus den ursprünglichen Ereignissen. Hier jedenfalls mit dabei war ein junger Richard Attenborough, den ich kaum wiedererkannt habe. Der Film war eigentlich auch ganz sehenswert.

Touch of Evil / Im Zeichen des Bösen: Das ist ein etwas komischer Film von und mit Orson Wells und mit Charlton Heston. Die beiden versuchen auf jeweils ihre Weise ein mexikanisches Drogenkartell zu zerschlagen. Charlton Heston spielt einen Ermittler, der aber eigentlich gerade in den Flitterwochen mit seiner amerikanischen Frau ist und die nun abbrechen muss, da er schon jahrelang an dem Fall arbeitet. Orson Wells spielt einen weiteren Detective, der nun die neuen Krimischauplätze untersucht. Zeitweise ist das ganz originell, aber die meiste Zeit ist der Film arg durcheinander und ich habe manchmal nicht so richtig gecheckt, welches Ziel die eine oder andere Figur nun hat. War dann jedenfalls nichts für mich.

The Young Lions / Die jungen Löwen: Zweiter Weltkriegsfilm mit Marlon Brando, Montgomery Clift und Dean Martin, der die Erlebnisse der drei aus unterschiedlichen Perspektiven zeigt. Brando ist dabei ein Wehrmachtsoffizier, die anderen beiden in der amerikanischen Armee. Während ich die Geschichte der beiden amerikanischen Soldaten jetzt nicht so stark fand, bzw. erst gegen Ende, als sie die Konzentrationslager entdecken, war meine Aufmerksamkeit umso mehr bei dem Wehrmachtsoffizier, der u.a. den Afrika-Feldzug mitmacht. Anfangs noch ein glühender Verfechter des Krieges wird er immer desillusionierter und erkennt auch zumindest in Ansätzen seine falschen Glaubenssätze. Ihm wird noch ein anderer deutscher Offizier vorgesetzt, der dagegen keinerlei Lernkurve zeigt. Die Erkenntnis rettet den Brando-Charakter am Ende nicht. Ich fand es vor dem Hintergrund des gesamten Weltkriegsszenarios aber durchaus ansprechend anzusehen.

Horror of Dracula: Die Hammer Films-Produktionen mit Peter Cushing und Christopher Lee gehen weiter, diesmal wird der Dracula-Stoff verarbeitet. Lee spielt den Grafen, Cushing ist Van Helsing. Die meiste Zeit spielt sich der Film auf der Burg in Transsilvanien ab, bevor es recht kurz nach England geht, und ist damit relativ lose vom Buch inspiriert. Aber der Film hat seinen Charme und macht Spaß. Christopher Lee kommt anders als im 1930er Film als Dracula nicht als Witzfigur rüber.

Vertigo: Hitchcock landet bei mir den nächsten Volltreffer. :D James Stewart spielt die Hauptrolle als Polizeidetektiv, der sich zur Ruhe gesetzt hat. Er verliebt sich in eine selbstmordgefährdete Frau, die sich von einem Turm stürzt und die er wegen seiner Höhenangst nicht retten kann. Wenig später begegnet er einer Frau, die fast genauso aussieht. Und dann beginnt die Schnitzeljagd und er versucht herauszufinden was los ist. Und das ist echt stark gemacht mit einem krassen Ende, wie ich finde. Auch hier habe ich regelrecht am Bildschirm geklebt, so spannend fand ich das. Vertigo zählt neben Das Fenster zum Hof zu meinen Hitchcock-Favoriten.
 
Benutzeravatar
thwidra
Inventar
Inventar
Beiträge: 3546
Registriert: Do, 27. Jun 2002, 16:26

Re: Es gibt noch mehr... 1941-1960

So, 20. Sep 2026, 16:43

Gigi ist ein romantisches Comedy-Musical, was den Oscar für den besten Film gewonnen hat. Ich war schon beim Genre raus und kann mich mittlerweile echt nicht mehr an die Handlung erinnern.

The Vikings: Das ist einfach nur ein zweistündiger Abenteuerfilm mit Kirk Douglas und Tony Curtis im Wikingerreich. Einer ist ein Wikingerprinz, der andere ein ehemaliger Sklave, beide sind Brüder, wissen aber nicht voneinander, und kämpfen nun um den vakanten britischen Thron und die Hand der Prinzessin. Tatsächlich nicht so schlecht gemacht und ein völlig okayischer Abenteuerfilm.

The Revenge of Frankenstein: Fortsetzung der Frankenstein-Filme mit Peter Cushing. Baron Frankenstein schafft es, seiner Exekution zu entkommen und unter falschen Namen weiterzuleben. Natürlich führt er auch seine Experimente fort und versetzt das Gehirn der Kreatur in einen vollständig funktionierenden Körper. Aber irgendwas geht da auch wieder schief. Das ist zeitweise witzig anzusehen, aber schon nicht mehr so stark wie der erste Teil. Die haben den Frankenstein-Stoff einfach für viel zu viele Filme gemolken.

Ice Cold in Alex: Eine medizinische Feldeinheit muss sich im Zweiten Weltkrieg in Afrika durch die Wüste nach Alexandria kämpfen. Richtig viel geht schief und nur mit Müh und Not erreichen sie ihr Ziel. Zeitweise spannend, manchmal geht es drunter und drüber, mich hat es trotz der relativ hohen IMDB-Bewertung aber nicht so ganz vom Hocker gerissen.

A Night to Remember / Die letzte Nacht der Titanic: Es gibt ja schon einen Titanic-Film, der sogar durchaus sehr ähnlich zu Camerons Film von 1997 ist und dabei noch ähnlich gut ist. Selbst die Special Effects beim Untergang sind ganz gut anzusehen für einen Film von 1958. Auch der Film hat mir soweit gefallen, er übertreibt nicht und fühlt sich zumindest realistisch an.

The Big Country / Weites Land: Noch so ein epischer Texas-Western, fast drei Stunden lang, der das Leben in Texas in den 1880ern und 1890ern zeigt. Gregory Peck spielt einen wohlhabenden Texas-Rancher, der früher ein Seekapitän war und sich nun in Texas niederlässt. Dort gerät er in den Streit zwischen zwei Familien, die sich wegen einer Wasserstelle für die Rinderherden bekämpfen. Auch der Film ist sehr cool anzusehen und einer der besseren Western, die ich gesehen habe. Man hat tatsächlich das Gefühl, ein wenig in die Lebenswelt von Texas einzutauchen, ähnlich wie bei dem Film Giants, wo das noch viel stärker war. Daran hat mich The Big Country jedenfalls erinnert, obwohl es zwei eigenständige Filme sind.

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 114 Gäste