Cloud hat geschrieben:The Pitt S1 (HBO Max) ist quasi 24 als Krankenhaus-Serie. Die Staffel umfasst nur eine Schicht, wobei eine Folge einer Stunde entspricht. Hier gehts nicht wie sonst üblich auch um Affären u.ä., sondern nur um die Fälle, die in der Notaufnahme fast schon im Minutentakt aufschlagen. Jede Folge kommen mehrere neue hinzu, manche strecken sich dann über mehrere Stunden. Das alles wird sehr realistisch (auch wenn es natürlich schon absurd viele ungewöhnliche oder kuriose Fälle für nur eine Schicht sind) dargestellt, ganz ohne Musikuntermalung. In der imdb steht die Serie mit einer 8,9 auf Platz 41 - so überragend fand ich sie allerdings nicht. Aber sie ist schon echt gut und lässt sich flott wegschauen. S2 läuft derzeit, aber da warte ich noch, bis sie komplett ist.
Cloud hat geschrieben:House of the Dragon S2 (WOW) fand ich leider etwas unbefriedigend. Eine Übergangsseason, die eigentlich nur vorbereitet, was dann in S3 geschehen wird. Dementsprechend endet sie auch mit einem heftigen Cliffhanger. Zwei, drei klasse Folgen gab es, aber auch einige Durchhänger. Tja, und jetzt darf man wieder zwei Jahre lang warten, bis das nächste Häppchen serviert wird.
Ganon hat geschrieben:Agents of SHIELD habe ich früher immer gerne gesehen, sogar noch im linearen TV, aber trotz viereinhalb Jahren Disney+ irgendwie nicht geschafft, mal weiterzugucken. Aber jetzt: Staffel 5!
Darin verschlägt es die Agents auf eine Raumstation in der Zukunft, was ich anfangs sehr cool fand, weil es an klassische Sci-Fi-Serien erinnerte. Die immer neuen Grausamkeiten der außerirdischen Herrscher, die hier die Menschheit unterdrücken, fand ich allerdings bald ermüdend. Na ja, nach der Hälfte der 22 Folgen war das vorbei, es ging zurück in die Gegenwart und für die zweite Hälfte der Staffel darum, die gesehene Zukunft zu verhindern. Das war dann wieder klassischer, spannend und unterhaltsam, auch wenn sich verdächtig viel in unterirdischen Bunkern abspielt (zu viel Budget für Weltraumszenen verbraucht?). Bei den zahlreichen Rückbezügen zu früheren Staffeln (mit denen ich aufgrund der langen Pause teilweise Erinnerungsprobleme hatte) und wie es endet, hätte man fast meinen können, das wäre die letzte Staffel. Es gibt aber noch zwei weitere, die allerdings nur noch je 13 Folgen haben. Interessant ist auch, dass die Staffel von 2018 ist und in den letzten Folgen Bezug auf den Anfang von Infinity War genommen wird. Ich bin also gespannt, wie in der nächsten Staffel damit umgegangen wird, was da noch passiert...
Cloud hat geschrieben:Da mir der magische Realismus von Haruki Murakami so sehr gefällt, wollte ich mal mehr von dieser Gattung lesen und habe zu dessen wichtigsten Vertreter, dem Nobelpreisgewinner Gabriel García Márquez gegriffen und dessen bekanntestes Werk gelesen, nämlich Hundert Jahre Einsamkeit, welches zu den meistverkauften Romanen überhaupt gehört.
Auf 500 Seiten wird die Familiengeschichte der Buendias Anfang des 19. Jahrhunderts in einem abgelegenen Dorf in Kolumbien erzählt. Mit eingewoben sind dabei reale geschichtliche Ereignisse aus dieser Periode. Dies geschieht quasi komplett ohne Dialoge, sondern in einer beschreibenden Erzählung, deren Sätze und Abschnitte sich teils über Seiten ziehen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Personen fast alle gleich heißen. Am Anfang steht Jose Arcadio, sein erster Sohn heißt Jose Arcadio, sein unehelicher Sohn Jose Arcadio, sein Enkel Jose Arcadio, sein Urenkel Jose Arcadio. Der zweite Sohn heißt Aureliano, dessen erster Sohn Aureliano Joseund die weiteren 17 unehelichen Söhne Aureliano. Dann ist das Buch auch noch voll mit Inzest und man muss eigentlich einen Stammbaum nebenbei geöffnet haben (gibts in der Wikipedia), um nachzuvollziehen, in welcher Beziehung die Personen zueinander stehen. Der magische Realismus äußert sich durch fliegende Teppiche, Menschen, die nach dem Tod wieder auftauchen oder 150 Jahre alt werden etc.
Trotz allem habe ich den Roman gerne gelesen. Er ist einfach so gut geschrieben, dass die nicht enden wollenden Sätze nie ermüdend werden. Ich bin da in einen schönen Lesefluss gekommen und wollte dann doch irgendwie wissen, wie es weitergeht, obwohl mich das alles eigentlich gar nicht interessiert hat und vieles aus heutiger Sicht echt unangenehm ist. Und alleine die letzte Seite, genial. Also ja, es ist ein guter Roman, aber ich würde eher zur kürzlich erschienenen Netflix-Serie greifen, die sehr gelungen zu sein scheint. Die werde ich mir auch anschauen, sobald die abschließende zweite Staffel erschienen ist.
Ganon hat geschrieben:007 - Road to a Million
Inzwischen hat Amazon ja die volle kreative Kontrolle über James Bond, aber davor konnten sie mit der Marke nicht so viel anfangen - außer dieser Abenteuer-Spielshow, in der neun Kandidatenpaare die Chance haben, 1 Million Pfund zu gewinnen. Dazu müssen sie 10 Fragen beantworten, diese aber auch erst mal erreichen. Sie werden ausgesetzt an verschiedenen Orten, die aus Bond-Filmen bekannt sind oder zumindest daran erinnern, und bekommen Hinweise und Aufgaben, die zu einem Koffer mit der Frage führen. Das Ganze wird "geleitet" und "live überwacht" vom "Controller" - tatsächlich der britische Schauspieler Brian Cox, der immer mal in seinem Kontrollraum reingeschnitten wird und einige Audio-Botschaften aufgenommen hat (und Berichten zufolge nur mitgemacht hat, weil er dachte, er unterschreibt für einen Bond-Film). Diese Aufmachung ist ein bisschen albern, aber dennoch ertappte ich mich schnell dabei, wie ich mit en sympathischen Teilnehmenden mitfieberte. Mit jeder Stufe werden die Herausforderungen und Landschaften spektakulärer, das war schon recht unterhaltsam. Würde ich auch weitergucken, aber es sieht wohl eher nicht nach einer zweiten Staffel aus.