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Re: Es gibt noch mehr... 1915-1940

Mi, 15. Jul 2026, 21:49

Aber nicht mit dem Remake verwechseln, das Hitchcock etliche Jahre später gedreht hat. ;)


1935

Bride of Frankenstein: Die Monster-Filme haben sie damals richtig ausgeschlachtet, da kamen gleich eine ganze Reihe von Frankenstein- oder Dracula-Filmen oder sonstigen Horror- und Monsterfilmen in ähnlichem Stil. Das Monster, was Graf Frankenstein geschaffen hat, will jedenfalls unbedingt auch eine Frau haben, weshalb Frankenstein nun noch ein weibliches Monster erschaffen muss. Das ist wieder witzig gemacht, die Erweckungssequenz hat echt ein paar schicke Effekte.

The 39 Steps: Wieder Alfred Hitchcock und wieder nicht ganz schlecht, Alfred Hitchcock bekommt es langsam hin, ordentliche Mystery-Stories zu erzählen. Ein kanadischer Tourist in London hilft einer Frau, die auf der Flucht vor Geheimagenten ist, und versteckt sie in seiner angemieteten Wohnung. Aber sie wird trotzdem ermordet und nun macht er sich auf, den Spionagering zu zerschlagen, der dahintersteckt. Das ist eigentlich so eine typische Schnitzeljagd-Story, ein Hinweis führt zum nächsten und ja, das ist nett gemacht.

The Raven: Boris Karloff und Bela Lugosi sind wieder in einem Horrorfilm gemeinsam unterwegs. Der eine ist ein brillanter aber von Folterwerkzeugen besessener Chirurg, der andere ein Krimineller, der angeheuert wird, um ihm ein paar Opfer zu fangen. Die Horrorfilme sind aus heutiger Sicht alle nicht so ernst zu nehmen, machen vermutlich deshalb auch unfreiwillig Spaß. Das ist sicherlich kein überragender Film, aber ich fand ihn genau deshalb wieder ganz lustig.

Mutiny on the Bounty: Wow, hier hatte ich zum ersten Mal wirklich das Gefühl, einen großen Kinofilm zu sehen und kein Theaterstück mit hölzernen oder over-the-top Darstellungen und limitierten Sets, wie bei ganz vielen Filmen davor. Stattdessen ein richtiges Schiff, das Meer, eine Insel mit Eingeborenen und deren Hütten. Dazu kommt ein wie ich finde sehr glaubwürdiges Schauspiel von Charles Laughton als Captain Blight und Clark Gabel als Fletcher Christian. Aus meiner Sicht ist der Film von 1935 mindestens genauso gut wie die beiden Neuverfilmung aus den 1960ern und 1980ern. Der alte Film hat jedenfalls nicht umsonst den Oscar für den besten Film gewonnen. Für mich eine Perle aus dieser Zeit.
 
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Re: Es gibt noch mehr... 1915-1940

Do, 16. Jul 2026, 20:03

1936

Modern Times / Moderne Zeiten: Charles Chaplin spielt zum letzten Mal den Vagabunden, diesmal als Fabrikarbeiter, wo er natürlich einiges durcheinanderbringt. Weil die Figur aber nur als Stummfilmfigur funktioniert, ist es wieder zum größten Teil ein Stummfilm und das Ganze basiert vor allem auf vielen visuellen Gags. Ist lustig, vermutlich lustiger als manch neuzeitlicher Slapstick.

The Great Ziegfeld: Zum ersten Mal gewinnt ein Musical den Oscar als besten Film (denke ich zumindest). Es geht um einen fiktiven, erfolgreichen Produzenten, der jede Menge Hochs und Tiefs erlebt. Mir war das nichts, den Film habe ich genauso schnell wieder vergessen, wie ich ihn gesehen habe.

Secret Agent: Alfred Hitchcock macht es etwas besser, aber noch nicht viel. Der Film ist eine Spionagegeschichte im Ersten Weltkrieg, britische Spione müssen irgendwo in der Schweiz einen deutschen Spion aufspüren und ausschalten, der zu viel Unheil anrichtet. Was gar nicht so einfach ist, wie sich herausstellt, und mancher britische Spion hat da auch persönliche Probleme mit. Der Film ging so, war aber eigentlich noch zu durcheinander und unausgewogen, der Mittelteil zieht sich schon arg lange hin.

Sabotage: Dieser Hitchcock-Film macht auch etwas mehr Spaß, etwas, nicht viel mehr. Diesmal darf ein Scottland Yard-Detective einen Saboteur suchen, der in London eine Bombe zünden will. Unser Detective ist undercover unterwegs, aber seine Tarnung fliegt auf. Das wird dann tatsächlich spannender, ist aber noch lange nicht auf dem Niveau späterer Hitchcock-Filme.
 
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Re: Es gibt noch mehr... 1915-1940

Fr, 17. Jul 2026, 19:44

1937

Young and Innocent / Jung und Unschuldig: Wieder ein relativ guter Hitchcock-Film, also so im Mittelfeld wie Sabotage, und wieder ein Mystery-Krimi. Eine Frau wird nach einem Streit mit ihrem Ehemann von deren Ex-Liebhaber tot entdeckt, weshalb selbiger festgenommen wird. Aus dem Gericht gelingt ihm mit Hilfe der Tochter des Polizeikommissars die Flucht. Beide wollen dann seine Unschuld beweisen, was wiederum eine ziemlich tricky Angelegenheit wird. War ganz nett anzusehen, aber von der Klasse eines Hitchcock hat es noch nicht ganz so viel.

Lost Horizon / In den Fesseln von Shangri-La: Ein Flugzeug stürzt in Tibet ab und die Überlebenden gelangen zu einem abgelegenen Kloster im wundersamen Shangri-La. Das ist ein verstecktes Tal, das alle an Eden erinnert. Ein paar der Leute wollen bleiben, ein paar aber auch wieder weg. Der Film sah an ein paar Stellen richtig schick aus und hat auch ein paar Mystery-Ansätze wie ewiges Leben oder einige der Passagiere werden wundersam von ihren Wehwehchen geheilt, aber so richtig Spannung kam dann doch nicht auf.

The Grand Illusion / Die große Illusion: Kriegsdrama während des Ersten Weltkrieges, zwei französische Soldaten sind Kriegsgefangene und versuchen immer wieder zu fliehen. Deshalb müssen sie ins sicherste Kriegsgefangenlager des Deutschen Reiches, einer großen Burg, aber dort wird natürlich weiterhin probiert auszubrechen. Auch der Film ist ganz okayisch und hat seinen Charme, ist aber nicht mit späteren Kriegsgefangenenausbruchs-Filmen zu vergleichen.

The Life of Emile Zola: Wieder der Oscargewinner Bester Film für das Jahr. Es geht um einen investigativen Autor in Frankreich, der einem zu Unrecht verurteilen Offizier hilft und damit einen Skandal im französischen Militär aufdeckt. Der Film spielt sich über weiter Strecken in einem Gerichtssaal ab und die Auseinandersetzungen dort sind echt spannend gemacht. Kann man mal gucken, aber allzu überragend fand ich den Film auch nicht.
 
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Re: Es gibt noch mehr... 1915-1940

Sa, 18. Jul 2026, 15:18

1938

You Can't Take It with You: Das ist der erste Film mit James Stewart, den ich gesehen habe, und der auch gleich den Oscar für den besten Film gewonnen hat. Von James Stewart sollte ich dann noch so einiges sehen. Hier spielt er den Sohn eines Bankiers, der sich in eine Frau mit einem exzentrischen Elternhaus verliebt. Sein Vater versucht nun schon lange mit allen Mitteln, das Grundstück der exzentrischen Familie zu kaufen, um neue Häuser bauen zu können. Aber davon weiß das verliebte Paar zunächst nichts. Das führt dann zu einer Reihe von komischen Verstrickungen. Ich fand den Film ganz witzig, mehr aber nicht.

The Lady Vanishes: Mystery-Thriller im Zug, von Alfred Hitchcock. Eine junge Frau bereist Europa und lernt dabei eine ältere Dame kennen. Doch die ist auf einmal weg. Also macht sich die junge Frau im Zug auf die Suche nach ihr. Der Film macht erstaunlich viel Spaß und hat auch seine ungewöhnlichen Wendungen. Zumindest bisher war das der beste Hitchcock-Film für mich, auch wenn es insgesamt wohl eher Durchschnitt ist.

Alexander Nevsky: Eine Verfilmung über den russischen Fürsten Alexander Nevsky aus dem 13. Jahrhundert, der als Nationalheld gilt, verfilmt von Sergej Eisenstein als Wohlfühlfilm für die Sowjetunion. Nevsky ist ein volkstümlicher Fürst, der schließlich eine zusammengewürfelte Armee gegen den eindringenden deutschen Ritterorden führt. Die Schlachtszenen haben was, zumindest für die damalige Zeit, aber sonst war das nichts für mich. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung des Films ist interessant, 1938 hat das Dritte Reich ja schon heftig mit den Säbeln gerasselt.
 
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Re: Es gibt noch mehr... 1915-1940

Mo, 20. Jul 2026, 18:36

1939

Son of Frankenstein: Boris Karloff in seinem dritten Frankenstein-Film als Monster. Der Sohn von Graf Frankenstein kehrt an den alten Familiensitz zurück, wo er auf einen Schäfer trifft, der das Monster all die Jahre versteckt hat. Natürlich bekommt der Sohn auch das Fieber, Tote wieder zum Leben zu erwecken. Diesmal war es arg wirr, lediglich ein paar nette Effekte und kleinere Twists retten den Film gerade noch so.

Stagecoach: Mein erster Film mit John Wayne und von Regisseur John Ford. Auch hier werde ich noch eine ganze Reihe von vor allem Western mit John Wayne sehen, bzw. von John Ford als Regisseur. Aber bei weitem nicht alles. Stagecoach hat den Western wieder ins Kino gebracht und in den folgenden rund drei Jahrzenten zu einem der erfolgreichsten Filmgenres gemacht. Dabei fährt hier nur eine mit Leuten vollgestopfte Kutsche durch das weite Land Nordamerikas. Aber eben auch durch Indianergebiet und dort wird die Kutsche natürlich angegriffen. Das sieht schon echt cool aus, wie sie das gefilmt haben. Und jeder Charakter in der Kutsche hat noch seine eigene kleine, spannende Hintergrundstory.

Jamaica Inn: Alfred Hitchcock probiert sich an so etwas wie einem Abenteuerfilm. Irgendwann zu Beginn des 18. Jahrhunderts im englischen Cornwall kommt eine junge Frau, gespielt von Maureen O’Hara, ins Jamaica Inn, das ihrem Onkel und ihrer Tante gehört und bei denen sie leben soll. Das Jamaica Inn dient aber als Basis einer kriminellen Gang, die gern Schiffe plündert. Der Film ist nicht ganz so stark wie The Lady Vanishes, aber durchaus sehenswert. Paar Verzwickungen folgen und sie muss eben irgendwie die Gang austricksen. Hier sieht man jedenfalls recht früh einen durchaus starken Frauencharakter.

The Wizard of Oz: Mein erster Farbfilm, den ich gesehen habe? Zumindest soweit ich mich erinnern kann. Den Film hatte ich tatsächlich schon mal vor vielen Jahren gesehen. Die Story ist ja bekannt. Dorothy aus Kansas landet im Wunderland. Ist nett anzusehen und macht schon Spaß, heute natürlich nichts überragendes mehr.
 
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Re: Es gibt noch mehr... 1915-1940

Di, 21. Jul 2026, 18:31

The Hunchback of Notre Dame / Der Glöckner von Notre Dame: Charles Laughton (Captain Blight in Mutiny on the Bounty) spielt den Glöckner Quasimodo und verliebt sich in Esmeralda (Maureen O’Hara), der ein Mord in die Schuhe gesteckt wird, den sie natürlich nicht begangen hat. Quasimodo hat den Mord beobachtet, aber ihm glaubt keiner und er hält sich von Menschen eh lieber fern. Es ist unglaublich, welche Maske Laughton als Quasimodo hier trägt, das sieht absolut glaubwürdig aus und schauspielerisch finde ich es wieder sehr stark. Auch der Film hat mir gefallen.

Mr. Smith Goes to Washington: James Stewart spielt in einem Politthriller einen jungen und naiven Politiker, der in den Senat nachrückt. Dort trifft er auf Korruption und jede Menge Hürden und muss mühsam die politischen Gepflogenheiten lernen, während er gleichzeitig seine Ideale hat. Der Film ist eine frühe Kritik am politischen Betrieb Washingtons (oder eines jeden beliebigen demokratischen Staates), kommt aber auch mit einem Happy Ending daher. Cooler Film, habe ich auch gern gesehen.

Gone with the Wind: Ok, großes amerikanisches Epos einer Südstaaten-Familie, die durch die Wirren des Bürgerkrieges geht und mühsam die eigene Farm wieder aufbauen muss. Treibende Kraft ist die junge Scarlett, die das Familienanwesen erhalten will. Sie findet Hilfe in Rhett Butler, einem vermögenden und gut vernetzten, aber auch skrupellosen Profiteur. Also fliegen auch noch die Schmachtfetzen hin und her und vier Stunden lang gibt’s da eine On-and-Off-Beziehung vor, während und nach dem Bürgerkrieg zu sehen. Ich kann verstehen, warum der Film den Oscar für den besten Film gewonnen hat, gut anzusehen, ja sogar ikonisch ist er in jeden Fall. Und ich verstehe, warum es der erfolgreichste Film über Jahrzehnte war, bis dann jemand kam und den Weißen Hai gedreht hat. Ich kannte den Film ebenfalls schon. Aber so absolut sensationell fand ich ihn dann doch nicht.
 
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Re: Es gibt noch mehr... 1915-1940

Mi, 22. Jul 2026, 20:55

1940

Für Rebecca gab es den Oscar als besten Film, welcher damit Alfred Hitchcocks einziger Oscar in dieser Kategorie ist. Ein verwitweter Aristokrat heiratet wieder, seine neue Frau zieht mit auf sein Anwesen. Doch hier scheint die verstorbene erste Frau noch herumzuspuken und auch das Hauspersonal setzt sie ganz schön unter Druck. Allmählich verliert sie die Nerven und weiß nicht mehr, was real und eingebildet ist. Manchmal kann man tatsächlich glauben, dass es wirklich noch eine spektrale Präsenz gibt. Hitchcock spielt hier jedenfalls sehr mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, endlich gelingt ihm das mal so richtig, als Mysterystreifen ist der Film jedenfalls recht gelungen.

Dark Command: Western mit John Wayne, an den ich mich schon gar nicht mehr erinnern kann. Das wird leider zum Problem mit einigen John Wayne-Western-Filmen werden.

Foreign Correspondent / Mord / Der Auslandskorrespondent: Alfred Hitchcock hat wieder ein produktives Jahr. Diesmal ist das ein Spionagethriller, der am Vorabend des Zweiten Weltkrieges spielt. Ein amerikanischer Reporter versucht in London feindliche Agenten zu enttarnen. Ist gut gemacht, aber nicht ganz so überragend.

The Mummy's Hand: Ein eher mittelprächtiger Monsterfilm, diesmal wieder mit der Mumie. Ein ägyptischer Hohepriester wurde lebend begraben, weil er sich in die ägyptische Prinzessin verliebt hat und ein paar Archäologen entdecken nun zufällig seinen Sarg. Die Effekte, also die Mumie, hat man genauso schon mal im ersten Mumien-Film gesehen, das ist nichts Besonderes mehr und die Handlung im Grunde nur ein Abklatsch der bekannten Story.

The Thief of Bagdad: Fantasy-Abenteuerfilm, der im Orient spielt, mit ein paar netten Effekten. Der junge und naive Sultan Ahmad wird vom bösen Jaffar aus Bagdad herausgetrickst und verliert seinen Thron. Dabei verliebt sich der Sultan irgendwo und geht noch mit Sinbad auf Reisen. Ist so bisschen eine Heldenreise mit nett aussehenden visuellen Effekten und damit ganz witzig.

The Great Dictator: Natürlich hatte ich diesen Film auch schon mal gesehen und er durfte diesmal in meinem Projekt auf keinen Fall fehlen. Die Persiflage auf Hitler und Mussolini ist herrlich anzusehen, die Essenschlacht zwischen den beiden sowieso oder wie sich beide versuchen zu übertrumpfen und jeder sein Ego beweisen muss. Na ja, und Charles Chaplins Ansprache am Ende des Films direkt an den Zuschauer. Wohl einer der größten Filme seiner Zeit.

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