Seit ziemlich genau Anfang letztem Jahr und damit nun fast exakt anderthalb Jahre läuft mein kleines Filmprojekt, alte Filme zu gucken und Filme von Filmgrößen nachzuholen – jedenfalls soweit ich sie kenne. Ich hatte ja schon mal erzählt, dass ich dieses Projekt laufen habe. So klein ist das Projekt inzwischen gar nicht mal mehr. Ich habe zahlreiche Filme von bekannten Regisseuren oder Schauspielern nachgeholt, habe mich an den Oscar-Gewinnern langgehangelt oder an der IMDB-TOP-250, und dann wieder in der IMDB gecheckt, was Darsteller oder Regisseure noch so gemacht haben und interessant erscheint. Schon im Jahr davor habe ich Filme von einzelnen Schauspielern wie Sean Connery, Clint Eastwood, Jackie Chan (alle zum Teil bis in die 1980er) oder auch Bud Spencer und Terrence Hill größtenteils durchgeschaut. Immer wieder habe ich ein paar Perlen entdeckt, andererseits waren auch ein paar arg profane Filme dabei.

Die allermeisten Filme habe ich mir aufgeschrieben, oftmals dazu sogar ein paar Stichpunkte und mir juckt es jedenfalls in den Fingern, ein paar Kurzeindrücke zu schildern, noch dazu wo ich sonst bei aktuellen Filmen kaum mitrede. Außer den Filmen, die ich im Kino sehe, bekomme ich sonst nicht so viele aktuelle Filme mit. Hier wird jetzt nicht immer jeder bahnbrechende, historisch Film von mir eine allzu gute Einschätzung bekommen, dazu sehe ich es doch zu sehr aus dem Blick von heute, mancher älterer Film ist aber dann doch sehr gelungen. Zudem kann ich als interessierter Laie ohnehin nicht einschätzen, warum jetzt dieser einer Film von annodazumal so bahnbrechend und innovativ war, aber egal. Mir macht das insgesamt Spaß, ab und an mal einen alten Film zu gucken, angefangen habe ich mit den ersten Filmen kurz nach der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert und bin inzwischen bis Mitte der 1970er gekommen, gelegentlich bin ich auch schon in die 1980er Jahre gesprungen. Ich werde einfach Stück für Stück ein paar Eindrücke schildern, chronologisch so wie die Filme erschienen sind, was aber nicht immer auch die Reihenfolge war, wie ich sie gesehen habe. Mal sehen wie lange ich das durchhalte, und vielleicht ist ja auch mal ne Anregung für euch dabei.
1902Los geht’s mit
A Trip to the Moon: Das ist wohl der erste richtige Film, der jemals gedreht wurde, der eine Fiktion auf die Leinwand brachte und keine kurze Alltagsaufnahme war. Der Film ist rund eine viertel Stunde lang und bei YouTube zu finden, sogar in einer colorierten Fassung. Er basiert auf dem Roman von Jules Verne, ist aber heutzutage natürlich eher putzig. Ich bin ja leicht erstaunt, dass man zur Jahrhundertwende ins 20. Jahrhundert noch glaubte, dass auf dem Mond Lebewesen sind. Oder später noch lange geglaubt hat, dass es auf dem Mars Marsianer gibt…
1915The Birth of a Nation: Das soll der erste große Film sein, der gedreht wurde, ein dreistündiges Epos über den amerikanischen Bürgerkrieg und die Befreiung von Sklaven, aber auch den Folgen in den Südstaaten mit der Entstehung des Ku-Klux-Klans. Der Film ist gerade in der zweiten Hälfte echt übel, wenn schwarze Männer über weiße Frauen herfallen wollen und der Film hat nicht umsonst zu zahlreichem Aufruhr in den USA geführt. Mir selbst hat der Film nichts gegeben, gerade da in der zweiten Hälfte fand ich ihn auch richtig mies und ich habe ihn nur geschaut, weil er eben als erster großer Film gilt.
1921The Kid / Der Vagabund und das Kind: Charles Chaplins erster richtiger Film, Slapstick im Stummfilmformat, das schon irgendwie Spaß macht. Wider Willen muss sich Vagabund Charles um ein kleines Kind kümmern, macht aber das Beste draus. Witzig anzusehen.
1922Nosferatu: Die schamlose Dracula-Kopie, die ja eigentlich nur Nosferatu wurde, weil Regisseur Murnau nicht die Lizenz zu Dracula bekam. Witzigerweise habe ich den Film kurz nachdem ich die Neuverfilmung im Kino gesehen hatte auch gesehen. Der alte Film ist heute eher trocken und langwierig, die vielen Texttafeln zu lesen fand ich sogar mühsam. Aber die Schattenhand war cool.
1924Sherlock Jr.: Das ist Slapstick-Comedy mit Buster Keaton, aus meiner Sicht ein Trittbrettfahrer auf die Chaplin-Filme. Mir hat der Film ehrlich gesagt nichts gegeben.