Fr, 30. Jan 2026, 17:46
Joe Dever - Lone Wolf Bände 6 bis 12: Über die letzten rund zwölf Monate habe ich immer wieder eines der Spielebücher der Lone Wolf-Serie gelesen. Lone Wolf beginnt hier eine neue Phase seines Lebens, das Wissen der alten Kai-Meister aufzuspüren und in sich aufzunehmen. Dieses Spezialwissen ist dabei in Runensteinen gespeichert, die in der gesamten Welt von Magnamund verstreut ist. Das führt Lone Wolf, wie sollte man es anders erwarten, in gefährliche Gebiete und aufregende Abenteuer. Was sonst. Gleichzeitig sind die Giaks und ihre Anführer, die Darklords, dabei, die Welt von Magnamund, zu erobern. Viele Reiche, in die Lone Wolf ziehen muss, sind entweder schon in die Hände der Giaks und Darklords gefallen oder kurz davor, weshalb es da immer wieder zu Kämpfen und Konflikten kommt, die man mit seinen Fähigkeiten bestehen muss. Wenn man die Serie der Reihe nach durchgeht, dann ist das ohne allzu größere Anstrengung anhand der Regeln zu spielen. Man muss natürlich ehrlich zu sich selbst sein und darf sich nicht die beste Zufallszahl in den Kampfrunden rauspicken, sondern die nehmen, die man auch wirklich bekommen oder, oder an die zuvor gewählten Fähigkeiten halten. In jedem neuen Band darf sich aber eine neue, zusätzliche Fähigkeit wie Unsichtbarkeit oder Psi-surge herausgesucht werden, die einem dann auch neue Möglichkeiten geben. Das wird dezent komplexer, aber ist absolut zu bewältigen. So geht es dann in jedem Band auf die Suche nach ein bis zwei Runensteinen, einmal sogar mit einer Begleitung, ein anderes Mal sogar in eine andere Welt. Und weil währenddessen Lone Wolfes Heimat Sommerlund immer weiter von den Darklords bedrängt wird, geht es im finalen Band ins Herz des Feindeslandes, um dort den Oberbösewicht zu besiegen. Ein paar Parallelen zum Herrn der Ringe lassen sich durchaus ziehen. Zum Glück ist das wie gesagt mit all den gesammelten Fähigkeiten und Kampfskills auch wirklich gut machbar, obwohl die Gegner tatsächlich von Band zu Band immer stärker werden, also mehr Lebenspunkte haben. Für mich gewann die Serie durchaus etwas mehr Tiefe, die Spielwelt wurde ausgefeilter und vielfältiger, gerade der letzte Band auch umfangreicher. Aber an die Tiefe eines Herrn der Ringe oder A Song of Ice and Fire kommt es natürlich bei weitem nicht ran. Das Spielerlebnis war im Grunde ganz cool und ich war auch immer gespannt, was einen als nächstes erwartet.
Ich hatte jedenfalls meinen Spaß mit der Bücherserie, aber so nett es am Ende auch war, mir genügen jetzt erst einmal diese zwölf Bände. Die Lone Wolf-Serie geht tatsächlich noch um einiges weiter und jetzt im Februar soll sogar ein neuer Band erscheinen. Aber Rollenspiele am PC gefallen mir mittlerweile etwas besser als in Bücherform, wo es eben doch etwas limitierter ist.
Ich habe mir noch den Spaß gemacht und den ersten Band der Fighting Fantasy-Spielebücher zu holen, nämlich Steve Jackson and Ian Livingston - The Warlock of Firetop Mountain. Hier war ich ein bisschen über den Umfang erschrocken, denn im Vergleich zu einem Lone Wolf-Band ist das bedeutend dünner, hat großen Text und weniger Absätze sowie nur ein ganz vereinfachtes Rollenspielsystem. Die Story dreht sich lediglich darum, einen Schatz auf einem Berg zu finden, Hintergrundstory gibt’s nicht. Hier sind die Absätze kurz, manchmal kaum zwei, drei Sätze lang, dann geht es zur nächsten Absatznummer. Leider habe ich mich dann irgendwo verlaufen, da es immer wieder Kreuzungen in vier Richtungen gab und ich dann das Gefühl hatte, im Kreis zu laufen, denn die Absatznummern haben sich auch immer wieder wiederholt. Ich bin nicht ganz sicher, ob ich das Buch Anfang der 1990er Jahre ähnlich der Lone Wolf-Bücher auch in den Händen hatte, denke aber, dass es das gewesen ist. Denn damals habe ich mich bei dem anderen Spielebuch auch verlaufen … Wegen der kaum vorhandenen Story und dem mauen Regelwerk habe ich das dann nicht so gern gelesen.