schrotthandel
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Übersetzungen, Fluch oder Segen?

Di, 23. Jul 2002, 23:59

Als begeisterter Spieler ärgere ich mich immer häufiger über schlechte Übersetzungen von Computerspielen. Zahlreiche Spiele verlieren ihren Reiz durch schlampige Wort-für-Wort-Übersetzungen oder unpassende deutsche Sprecherstimmen. Man ist den deutschsprachigen Versionen hierzulande hilflos ausgeliefert, es sei denn, man kauft lieber die teureren Importspiele oder lädt sich das Programm einfach als Raubkopie aus dem Internet herunter.
Ich persönlich empfinde diese Tatsache als einen echten Missstand, dass nur wenige echt gelungene Lokalisationen von Computerspielen existieren. Wird wohl Zeit, dass ich ein paar Beispiele bringe, also fange ich mal an.

Die Beiträge zur Warcraft 3-Diskussion hier im Forum haben schon angedeutet, in wie weit die Übersetzung hier gelungen ist. Ich besitze ebenfalls die deutsche Version und bin damit äußerst unzufrieden. Nach der eher lauen Anfangssequenz musste ich mich zuerst über den albernen Erzähler in dem kleinen Tutorial amüsieren, insbesondere über seine Aussprache des Namens "Thrall". Also schlechter als bei WC3 kann man diesen Namen echt nicht aussprechen, so sagt der Sprecher doch tatsächlich "Srall"! Das englische "Th" wird von den Deutschen faulerweise als S-Laut gesprochen, was aber eigentlich falsch ist und sich darüber hinaus total blöd anhört (das deutsch gesprochene R setzt der Sache irgendwie noch die Krone auf). Ich kann dieses Spiel einfach nicht mehr ernst nehmen, da ich immer wieder dieses "Srall" im Ohr habe (wobei man sich auch streiten kann, ob das ganze Spiel oder Spiele allgemein als ernst betrachtet werden können, aber Ihr wisst, was ich meine). Im weiteren Spielverlauf hat mich die Synchronisation auch nicht weiter begeistert, das Untotenvolk wirkt eher verschüchtert bedrohlich und sowieso kann ich WC3 nicht wirklich genießen, wenn ich gleichzeitig weiß, dass es in Wirklichkeit viel besser ist.
Ich bin keinesfalls voreingenommen von deutschen Spieleübersetzungen, ich betrachte die Sache so objektiv wie möglich (auch wenn das durch meine Schreibweise anders wirkt, aber wenn ich etwas abgrundtief hasse, dann Leute mit Vorurteilen). Ich gehe halt gern ins Detail.

Ein anderes schlecht übersetztes Spiel ist meiner Meinung nach Descent 3, welches ich für so unglaublich genial halte, weil es mich einfach süchtig macht, auch wenn es schon uralt ist. Die Texte sind lieblos Wort für Wort übersetzt und wirken total konstruiert, anstatt die gute Atmosphäre noch weiter zu verdichten. Darüber hinaus sind die deutschen Sprecher total unmotiviert und lassen dieses geniale Meisterwerk als lächerlich erscheinen. Ich habe durchaus einige Ausschnitte der englischen Fassung gesehen, ich weiß, wovon ich schreibe, aber das alles zu beschreiben wäre jetzt unnütz, soll sich doch jeder mal selbst ein Bild davon machen und er wird mir sicherlich zustimmen.

Ohne jetzt großartig zu argumentieren, emfinde ich noch viele weitere Spiele als schlecht übersetzt, beispielsweise Return to Castle Wolfenstein, Aquanox (die Synchro ist echt haarsträubend!!), Half-Life (!), Starcraft: Brood War, Neverwinter Nights usw.

Eine absolut gelungene Synchro, so finde ich, hat Outcast! Der Protagonist darin hat die absolut beste deutsche Stimme abbekommen, die es gibt, die hört sich tausend mal besser an als die englische! Genau so wie bei Desperados oder Elite Force, wobei letzteres die originalen deutschen TV-Sprecher hat.
Sehr gut finde ich solche Übersetzungen wie bei GTA 3 oder Serious Sam 1 & 2, bei denen es entweder nur übersetzte Untertitel und originale Stimmen gibt, oder sowieso nur so wenig gesprochen wird, dass man auch drauf pfeifen kann und einfach nur das Geschriebene übersetzt.

Ich hoffe, dass jedem klar geworden ist, was ich überhaupt hiermit ausdrücken wollte, wobei ich den meisten wohl nix neues erzählt habe (dabei stellt sich wiederum die Frage, ob ich dann überhaupt lieber nichts hätte schreiben sollen,...!?).
Doch nun wollte ich als alter PC-Player-Abonnent auch mal was ins Forum texten, da ich die Zeitschrift geliebt habe und dieses Forum híer richtig genial ist.
Also um nochmal auf Warcraft 3 zurück zu kommen, nicht dass jetzt noch einer denkt, ich würde Warcraft 3 als schlecht darstellen, nur weil Thrall falsch ausgesprochen wurde! Naja, is spät, gute nacht....
 
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Cloud
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Re: Übersetzungen, Fluch oder Segen?

Mi, 24. Jul 2002, 10:11

Ich kann dir da eigentlich nur zustimmen. Allgemein sind die Überstzungen durchweg von minderer Qualität, weswegen ich auch bei Text-lastigen Spielen wie z.B. RPGs in letzter Zeit immer zu den Originalen gegriffen habe (z.B. W8 mit der genialen Sprachausgabe).

Eine optimale Lösung dieser Problematik stellen imho Spiele wie ST-VEF, Giants oder demnächst UT2003 dar, bei denen verschiedenen Sprachversionen enthalten sind und somit jeder selbst entscheiden kann, welche er benutzen will.

Schrotthandel hat geschrieben:
Man ist den deutschsprachigen Versionen hierzulande hilflos ausgeliefert, es sei denn, man kauft lieber die teureren Importspiele oder lädt sich das Programm einfach als Raubkopie aus dem Internet herunter.

Stimmt so nicht ganz. Die UK-Importe bekommt man teilweise sogar billiger als die deutschen Versionen (siehe z.B. Okaysoft). Und Raubkopien sind sowieso tabu, da ist auch eine nicht ganz gelungene Übersetzung keine Ausrede.
 
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Mi, 24. Jul 2002, 10:48

Was mir auch gut gefiel (was aber andere vielleicht anders sehen), war die Art, wie es z.B. bei Deus Ex gemacht wurde: Die excellente Sprachausgabe wurde gelassen, wie sie ist, lediglich Untertitel wurden in allen möglichen Sprachen angeboten. Bei so einem Spiel ist die Wahrscheinlichkeit, die Lokalisierung der Stimmen zu verhunzen, schließlich ziemlich hoch..., weshalb man's dann (gottlob) lieber gleich gelassen hat. So kann jeder zumindest die Atmosphäre hören, wenn er schon vielleicht nicht alles versteht (wenn ihr wisst, was ich meine).

Aber am besten sind echt Lösungen à la Giants: Jeder bekommt die Sprache, die er will. (Wobei die Amis ja sogar noch etwas mehr bekommen :twisted: )
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Mi, 24. Jul 2002, 11:30

Du hast mit Elite Force und Outcast ja zwei Spiele angesprochen, bei denen ich auch nicht die deutsche Synchro missen will.
Ich gehöre zu den wenigen, die bei textlastigen Spielen im Grunden zur dt. Version tendieren, damit ich mich auf das Spiel und nicht auf irgenwelche unbekannten Wörter konzentrieren kann.
Wäre Bridge Commander (Wo bleibt eigentlich der Test ;)) lokalisiert worden, hätte ich vielleicht zugegriffen.

Nur die von dir teilweise üble Aussprache oder auch Lustlosigkeit einiger dt. Sprecher ist zum Haareraufen. Bei Empire Earth hatte ich öfter den Eindruck, da wurde einfach von einem Zettel abgelesen.

Hat eigentlich jemand das deutsche Neverwinter Nights? Das muss ja absolut führend sein bei schlechten Übersetzungen.
Bis bald
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Hardbern
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Re: Übersetzungen, Fluch oder Segen?

Mi, 24. Jul 2002, 12:19

Hey,

Das Problem gibts nicht nur bei Spielen sondern auch bei Filmen/Fernsehen. Das fängt bei Starwars an und hört bei Futurama auf. Ich sage nur Entwanzer.

Den meisten Leuten wird es nur nicht so auffallen wie Dir oder vielleicht auch mir . Die meisten meiner Kumpels z. B. sind auf die deutschen Übersetzungen angewiesen, da sie in der Schule bei Englisch nicht immer sooo aufgepasst haben :) , und demzufolge nichts verstehen und sie haben auch nicht den Nerv, mit nem Übersetzungsbuch dazusitzen und jedes zweite Wort nachzuschlagen. Die nervt es schon einen Film auf DVD auf Englisch zu sehen, wohlgemerkt mit deutschen Untertiteln.

D. h. diesen von Dir erstellten Vergleich Original(gut)/Übersetzung(schlecht bis mies) können die meisten aufgrund der nicht vorhandenen Englischkenntnisse überhaupt nicht nachvollziehen. Und demzufolge stört es die meisten Leute auch bestimmt nicht.

Wenn ich sowas wie Entwanzer für Debugger höre, wird mir auch schlecht.

Anders gesehen ist es wirklich so krass weltbewegend, dass der Name nun Srall ausgesprochen wird anstatt Thrall?

Peter wird im Englischen ja auch anders als im Deutschen ausgesprochen.

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Mi, 24. Jul 2002, 12:39

Ist es so schlimm, wenn für Nichtexperten Debugger mit Entwanzer übersetzt wird?
Ist doch immer noch besser als Computerprogrammierfehlerbeseitigungsassistent.
Bis bald

Sallust

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Mi, 24. Jul 2002, 12:40

Auch ich kaufe eigentlich praktisch keine deutschen Versionen mehr - selbst sehr gute Übersetzungen lassen häufig den letzten Schliff des Originals vermissen. Und von den schlechten Übersetzungen brauchen wir gar nicht erst zu reden...
Meine Konsequenz: Ich bestelle übers Internet fast ausschließlich UK-Versionen. Die sind nicht teurer als die deutschen und frei von lästigen Kürzungen und miesen Synchronisationen.

P.S.: Der "Bridge Commander"-Test: Mir fehlt nur noch der letzte Absatz und der Meinungskasten, dann stelle ich ihn hier zur Ansicht rein, bevor ich ihn an Cloud schicke. Er hätte eigentlich schon ewig fertig sein sollen, aber mir kamen neben meiner angeborenen Faulheit noch ein paar andere Dinge dazwischen... ;)

Grüße von
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Mi, 24. Jul 2002, 12:44

HIHO

Ja hab jetzt endlich auch mal in BC reingeschnuppert. Bin zwar längst nicht durch aber für nen Meinungskasten würde es wohl reichen.

cu
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Mi, 24. Jul 2002, 12:45

Immer her damit. :)

Einfach schicken an: buttseriously@hotmail.com

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Mi, 24. Jul 2002, 12:47

OK ich werd mich mal dran versuchen.

cu
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Mi, 24. Jul 2002, 12:51

Die Übersetzung von WC3 finde ich gar nicht so schlecht. Ich kenne die englische Vesion nicht, vielleicht ist die um ein Vielfaches besser, aber ich bin zufrieden. Der Humor ist allerdings bei den Untoten wirklich etwas unpassend, die hätte ich mir "gruseliger" gewünscht. Wie ist das denn im Original?
Bei Actionspielen bevorzuge ich gelegentlich die englische Version, allerdings weniger wegen der Sprache, sondern wegen der Zensur der deutschen Version. Bei textlastigeren Genres nehme ich dann aber doch lieber die deutsche Fassung, da halte ich es wie Sallust. Ich könnte mir z. B. nicht vorstellen, ein RPG wie Wizardry 8 auf englisch zu spielen. Ich kann gut englisch, aber wenn man alles problemlos versteht, macht es doch mehr Spaß.
Was Futurama & Co. angeht ist es schon traurig, dass manche Gags erst rüberkommen, wenn man sie in Gedanken ins Englische übersetzt. Ich habe ja die erste Staffel auf DVD und mir schon ein paar Folgen im Original angesehen. Das Problem ist, dass es rein akustisch oft schwer zu verstehen ist. Vielleicht sollte ich mal Untertitel dazuschalten...
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Mi, 24. Jul 2002, 12:54

Das nenne ich mal Beitrag, in meiner Marketing-Klausur vor 2 Stunden hab ich weniger geschrieben :)

Aber zum Thema. Ich kann mir das bei Warcraft sehr gut vorstellen. Habe nach den ersten Berichten über die Synchro die englische Version bestellt. Als ich dann die GS Videos gesehen habe, war ich froh drüber. Ich fand die Stimmen alle zu ähnlich. Orks, Untote das alles klang nach Mensch. Ich glaub ich wiederhole mich.

Anderes Beispiel aus meiner Sicht, die EA Sports Serien. Früher konnte man mal die Sprachversion auswählen, heute leider nicht mehr und da wir scheinbar nur unfähige Sportkommentatoren haben, ist es entsprechend grausig. Da bleibt nur der Griff zum Original, obwohl das beim neuesten NHL Teil ja auch nervig war.

ciao
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Mi, 24. Jul 2002, 13:00

Das erinnert mich daran, was ich vergessen habe: Verschiedene Sprachversionen in einer Packung - das wäre doch eine Lösung, mit der sicher alle glücklich wären. Das Platzproblem ließe sich auch umgehen, wenn die Hersteller endlich mal großflächig auf DVDs umschwenken würden. Bei Filmen hat sich dieses Prinzip doch längst eingebürgert - warum nicht auch bei Computerspielen?

Apropos EA-Sports-Spiele: Bei F1 2002 sind noch 6 Sprachversionen drauf. Bei anderen Spielen der Reihe nicht mehr?

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Mi, 24. Jul 2002, 13:02

Warum stellen Hersteller nicht auf DVDs um? Gute Frage, vermutlich bin ich einer von wenigen ohne DVD-LW, würde mir aber eins holen, wenn ich es brauche.
Mehrere Sprachversionen anzubieten (Gab es doch auch bei Elite Force und Giants, oder) wäre aus meiner Sicht sicherlich der Königsweg.
Bis bald

Sallust

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Mi, 24. Jul 2002, 13:04

Oh ja, Giants! Wie konnte ich vergessen, dieses nicht minder tolle Spiel mit anzugeben? Was Desperados angeht, das ist ja sowieso von einem deutschen Entwicklerteam, also wurde es gar nicht lokalisiert. Stattdessen könnte man noch Commandos 2 als gut übersetzt nennen, da hatten die Specher zwar nur Wortfetzen zu sagen, dafür wurden aber professionelle Leute eingesetzt, fand ich echt gut.
Eine Frage habe ich an Euch alle, passt zwar nicht ganz zum Thema, aber naja. Was haltet Ihr eigentlich von C&C: Renegade? Ich selbst finde dieses Spiel eigenartig. Es hat so den Touch einer Parodie, ich komme mir beim Spielen so vor, als wollte Westwood das ganze Genre so dermaßen durch den Kakao ziehen, dass sich der Spieler schlichtweg verarscht fühlt. Im Grunde genommen nimmt sich Renegade so was von ernst, dass es absolut lächerlich und banal wirkt. Überhaupt ist mir auch die ganze C&C-Reihe zu ernst (nach Alarmstufe Rot 1 habe ich keinen der Teile mehr gespielt). Doch Renegade treibt das ganze auf die Spitze und wenn man jetzt noch die deutsche Version spielt, ist echt alles vorbei.
Ich habe das Spiel nicht durchgezockt, aber irgendwann, wenn ich mal extrem schlechte Laune habe, dann installiere ich Renegade wieder und aktiviere durch einen Cheat alle Videos, damit ich mir die ganzen Filmchen zwischen den Missionen ansehen kann, denn was einem da geboten wird, ist wirklich zum totlachen! Die Dialoge sind so absolut bescheuert, dass ist jenseits von gut und böse. Und ich finde, einem besseren Synchronsprecher für die Spielfigur Havok, welcher zum Beispiel in richtigen Filmen Nicolas Cage spricht und ihm eine echt megacoole Stimme verleiht, konnte man nicht finden, denn er hat irgendwie das Talent, solch dümmliche Videos zu karikieren.
Aber es sind nicht nur die Videos, die Renegade so verhunzen, sondern das gesamte Werk an sich, die abgenutzte 08/15-Story (Böse Menschen, hier NOD, entführen Wissenschaftler und ein Mann wird geschickt, um alle Bösen abzuballern, die Guten zu retten und obendrein als cooler Held dazustehen, darauf ist vorher noch niemand gekommen!), die nicht existente künstliche Intelligenz der Gegner, sowie jene der virtuellen Mitstreiter, die oft wie die Lemminge in ihren sicheren Tod laufen...

Unterm Strich ist Renegade ein Fall, bei dem die Übersetzung das Spiel in eine richtig herrliche Parodie verwandelt hat. Und dann kommt natürlich diese korrupte Gamestar, die nun wirklich wirklich NUR (!!!) nach Hype bewertet, egal, ob ein Spiel nun mehr oder weniger gut ist, es werden stets Traumwertungen vergeben, ohne Rücksicht auf Verluste. Ich bedaure zutiefst, dass die PC-Player gerade zu diesem Zeitpunkt (und auch überhaupt) "gestorben" ist, weil ich extrem gespannt war auf den Test von Operation Flashpoint! Dieses Spiel hatte sooo viele Bugs, ich hatte irgendwann einfach keine Lust mehr, die Bugs haben den Realismus dieses Spiels immer wieder getrübt. Die PC-Player hat bei 99% aller Tests absolute Topwertungen vergeben, die absolut glaubhaft und unanfechtbar waren, was man von der Gamestar nicht behaupten kann (Flashpoint hat auch fast 90% bekommen, meiner Auffassung nach total ungerechtfertigt).

Aber was soll's, die Zeit der wirklich unumstößlichen Spieletestkompetenz ist vorbei, die PC-Player ist seit Jahren weg vom Fenster. Die Gamestar ist aber trotzdem die beste Alternative, oder das kleinste Übel, wie man es auch nennen mag (immerhin sind einige Ex-Player-Redakteure dabei).

Ich hab wieder viel zu viel geschrieben, macht's gut!

Schrotthandel

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