Blackguards durchgespielt, was ein Party-Rollenspiel mit taktischen Rundkämpfen ist und mir trotz aller Macken erstaunlich viel Spaß macht. Das Spiel ist im Schwarzen Auge-Setting angesiedelt und hat das damit ziemlich schwer zu durchschauende Rollenspielsystem im Hintergrund werkeln, jedenfalls wie ich finde. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich gecheckt habe, welche Werte auf was Einfluss haben und ziemliches Glück gehabt, mich bei den Charakteren nicht gar zu sehr zu verskillen. Gerade am Anfang ist das gar nicht so einfach zu entscheiden, in welche Werte man seine Erfahrungspunkte investiert, sonst ist man bei den Kämpfen ganz schnell im Nachteil. Man muss für bis zu fünf Charaktere gleichzeitig jeweils fünf Übersichtsseiten im Talentbaum im Blick behalten, wobei sich die Werte zum Teil noch gegenseitig bedingen und das Eine Voraussetzung für das Andere ist. Uff, hat mich glaube ich das halbe Spiel gekostet, bis ich das halbwegs vernünftig drauf hatte. Paar Erfahrungspunkte habe ich trotzdem noch fehlt investiert. Jedenfalls zieht man mit seiner Partygruppe durch’s Land und muss nach dem anfänglichen Gefängnisausbruch seine Unschuld beweisen, gerät wieder in Gefangenschaft, muss sich in Gladiatorenkämpfen freikämpfen und die Welt schließlich von einem größenwahnsinnigen Gottesanbeter befreien, der einen erst in die Pfanne gehauen hat. Die Story ist zwar einerseits recht einfach, hat aber ihre Twists und auch witzigen Dialoge unter unseren Gefährten. Präsentiert wird das relativ spärlich, aber wie ich finde sehr atmosphärisch mit Panels, die die einzelnen Orte zeigen und darauf ein paar Elemente haben, mit denen man interagieren kann, die Herberge, der Heiler, der Händler, der Lehrer oder der Questgeber. Das wechselt sich dann mit den Rundenkämpfen auf Hexfeldern ab und hier muss wieder geschickt vorgegangen werden. Zauberer bufft meine Party, der Zwerg ist der Tank und muss nach vorne. Jede Menge Umgebungshürden sind dabei auch noch zu beachten, Fallen, Sumpflöcher oder im Inneren z.B. Bücherregale, die der Gegner auf mich umkippen kann, wenn ich davorstehe. Oder ich auf den Gegner, wenn ich schneller bin.

Tatsächlich sind die Kämpfe sehr abwechslungsreich und vor allem zahlreich. Das artet manchmal in tüfteln aus, wenn es mal einen besonders schweren Gegner gibt, aber das habe ich gern gemacht. Im Laufe des Spiels ist das auch kein Problem, im Zweifel komme ich später wieder, wenn ich etwas mehr in meine Fähigkeiten investiert habe. Nur bei dem gute zwei Dutzend Finalschlachten ist das kaum noch möglich, da habe ich mir an manchem Kampf echt die Zähne ausgebissen und bin manchmal auch nur mit Glück durchgekommen. Also, ich fand es trotz des etwas rauem Charme und der etwas sperrigen Präsentation ein ziemlich gutes Spiel.