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thwidra
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Re: Spiele, für die sich ein eigener Thread nicht lohnt

Di, 21. Apr 2026, 19:19

Zak McKracken and the Alien Mindbenders: Das Spiel zählt zu den Lucasfilm Games-Adventures, die ich nie richtig gespielt habe. Ich habe das zwar damals bei einem Kumpel auf dem 286er laufen sehen und wir haben da auch ein bisschen reingespielt und rumgerätselt, aber durchgespielt haben wir das nicht. Selbst habe ich Zak McKracken erst viel später besessen, als es mal irgendein Bundle bei der Bestseller Games gab. Und da habe ich es dann nie gespielt. Dafür aber jetzt mal in der aufgepeppten Enhanced Edition, wo es im tollen VGA-Gewand daherkommt. :lol: Die Story ist wie gewohnt witzig und wendungsreich, die Rätsel empfand ich als echte Kopfnüsse und in der zweiten Hälfte sind auch eine ganze Reihe Labyrinthe dabei, die nicht von ohne sind. Ohne Walkthrough hätte ich das wohl nicht geschafft. Manchmal sind zwar auch fies getimte Rätsel dabei und ich habe es einmal geschafft zu sterben – wo mein letztes Savegame auch noch eine Weile zurück lag - , aber mich hat das dann doch bis zum Schluss an den Bildschirm gefesselt. Vom Rätselaspekt fand ich es nicht immer so logisch wie spätere LucasArts-Adventures, aber wenn man einmal irgendwo vor Ort ist, dann ergibt sich manches schon von allein. Nur mit wem man wann wohin um die Welt reist, dafür gibt es eben keine Anhaltspunkte. Zak kann ja später mit Melissa, Leslie und Annie hin und herwechseln und ein paar Aufgaben können nur gemeinsam gelöst werden. Aber was man wo machen sollte, da gibt es nicht allzuviele Anhaltspunkte. Ich fand es trotzdem cool mal nachzuholen, irgendwie herrlich. :D :angel:
 
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thwidra
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Re: Spiele, für die sich ein eigener Thread nicht lohnt

Di, 28. Apr 2026, 19:56

Broken Age: Oh je, das war leider nichts, Broken Age hat mich dann doch ziemlich enttäuscht. Ich habe das damals bei Kickstarter unterstützt und wie die meisten Spiele, die ich bei Kickstarter unterstützt habe, dann nicht gespielt. Aber wenn Tim Schafer ein neues Adventure machen will, dann war die Hoffnung groß, was im Stil der alten LucasArts-Adventures zu bekommen. Broken Age hat aber weder den Charme noch den Witz, die Rätseldichte oder die interessanten Charaktere, ganz zu schweigen von einer interessanten Story wie die alten Adventures. Tatsächlich empfand ich die Story um Shay und Vella eher als esoterisch, sogar kindisch, was beides noch von der bunten Welt unterstrichen wird. Die ist optisch zwar sehr gelungen, wenn auch etwas speziell, passt aber eben zur Handlung. Aber leider sind die Charaktere nicht interessant und die Story auch nicht. Dazu kommen noch ein paar Rätsel, die ich echt mies fand. Ein zeitkritisches Rätsel, bei dem ich bestimmt zehnmal probieren musste, oder das Knotenrätsel in der zweiten Hälfte, wo ich fast verzweifelt wäre und auch Walkthroughs nicht geholfen haben. Das war so insgesamt leider nichts und echt schade um die vergebliche Hoffnung.
 
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Re: Spiele, für die sich ein eigener Thread nicht lohnt

So, 3. Mai 2026, 14:25

Dungeons of Hinterberg
Ein äußerst charmantes Action-Adventure aus Österreich: Vor einigen Jahren sind rum um das Alpendorf Hinterberg Portale aufgetaucht, durch die Magie in unsere Welt strömt. Monster aus der örtlichen Mythologie streifen umher (Kobolde etc.), es erscheinen aber auch Schreine, die Menschen magische Fähigkeiten verleihen. Und hinter den Portalen warten Dungeons voller Kämpfe, Rätsel und Beute. Daraufhin explodiert der Tourismus und Abenteurer:innen aus aller Welt strömen herbei. Auch die Wiener Juristin Luisa möchte dem Alltag entfliehen und bezieht eine Pension in Hinterberg. Das Spiel ist in Tage aufgeteilt. Nach dem Frühstück erkundet man in Third Person eines von vier großen Gebieten und absolviert einen der dortigen Dungeons (oder auch nicht). Abends durchstreift man das Dorf, kann in verschiedenen Läden einkaufen oder Sachen upgraden und schließlich Zeit mit einem der zahlreichen NPCs verbringen. Luisa kann sich mit jedem anfreunden, vom hippen Influencer bis zur naturverbundenen Magie-Schmiedin oder gelangweilten Dorf-Teenagern. Das erhöht den jeweiligen Beziehungsstatus und bringt diverse Boni.
In jedem der vier Gebiete hat man zwei magische Fähigkeiten, die nur dort aktiv sind und für das Vorankommen in der Welt und die Rätsel in den Dungeons gebraucht werden - und natürlich für den örtlichen Bosskampf. Das erinnert nicht wenig an die klassische Zelda-Formel. Luisa steuert sich auch wie Link in Ocarina of Time & Co. Als Zelda-Fan hat mir das natürlich gut gefallen, wobei die Rätsel spannender sind als die Kämpfe. Im späteren Spielverlauf hat mich aber vor allem die Story motiviert und insbesondere die Abende mit den sympathischen Charakteren. Dungeons of Hinterberg stammt von einem kleinen Team aus Wien namens Microbird und hat eine gewisse Low-Budget-Anmutung: Die Grafik ist nicht wirklich hübsch (finde ich), Sprachausgabe fehlt und es gibt nur eine Waffengattung (Schwert). Aber die Figuren und ihre Dialoge sind sehr schön geschrieben. Das Szenario und die Thematiken der Story sind Dinge, die man in Spielen nicht so oft bekommt. Es hat mir nach etwas sperrigem Beginn immer besser gefallen und ich wollte auch nach über 20 Stunden gar nicht, dass es aufhört. Habe den letzten Dungeon bewusst herausgezögert, um noch mehr Freundschaften zu schließen. Aber die Inszenierung der Zwischensequenzen, Animationen in Kämpfen usw. sind halt schon eher schwach. Technisch sauber ist es aber. 8.0
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Leland Yee, the Senator that decided that violent videogames were so dangerous to society that he needed to propose a law that banned selling them to minors, was arrested recently for weapons trafficking. He was buying shoulder-mounted rocket launchers from an extremist Islamic group and accidentally sold them to a member of the FBI. I mean, thank God he doesn't play videogames or he might have really become a threat to society.

-- Extra Credits Episode 200
 
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Re: Spiele, für die sich ein eigener Thread nicht lohnt

Di, 5. Mai 2026, 21:34

The Banner Saga spielt in einer Welt nordisch angehauchter Mythologie, die Riesen Varls und die Menschheit, die Seite an Seite leben, werden von den Dredge bedroht, ihr Land wird überrannt. Die Götter sind tot und die Sonne ist stehen geblieben. In dem Szenario muss nun eine Stammgemeinschaft durch das schneebedeckte Land in Sicherheit geführt werden. Dabei gibt es taktische Rundenkämpfe zu bestehen sowie jede Menge Entscheidungen, die in Textform während des Spielgeschehens präsentiert werden. Für die Rundenkämpfe setzt man sich eine Gruppe mit bis zu fünf Charakteren zusammen, die man aus seinen Anhängern und Begleitern auswählt. Ich fand hier die Story und das Szenario sehr spannend, bei den vielen Charakteren habe ich zwar lange gebraucht, bis ich einen Überblick hatte, aber die haben alle was zur Entwicklung der Story und der Gemeinschaft beigetragen. In den Gesprächen sind die Charaktere wunderbar gezeichnet und auch wie die Karawane durch die Landschaft zieht, ist sehr atmosphärisch. Am Anfang habe ich zwar etwas gebraucht, bis ich das Spielsystem verstanden habe und mein Renown (= Ingamewährung) sinnlos für ein Level 5-Artefakt verschleudert, aber dann wurde das immer besser. Tatsächlich würde ich hier echt noch mal tüfteln wollen, das Renown optimal in Charakter-Levelups oder Supplies zu investieren. Immerhin habe ich es diesmal geschafft, das keiner in der Karawane vor Hunger sterben musste. Ich habe Banner Saga schon mal vor vielen Jahren gespielt und damals war das anders… Jedenfalls fand ich es ziemlich cool und werde mir bald auch mal die beiden Fortsetzungen anschauen, die in der meiner Bibliothek schlummern.
 
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Re: Spiele, für die sich ein eigener Thread nicht lohnt

Mo, 18. Mai 2026, 20:29

Blackguards durchgespielt, was ein Party-Rollenspiel mit taktischen Rundkämpfen ist und mir trotz aller Macken erstaunlich viel Spaß macht. Das Spiel ist im Schwarzen Auge-Setting angesiedelt und hat das damit ziemlich schwer zu durchschauende Rollenspielsystem im Hintergrund werkeln, jedenfalls wie ich finde. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich gecheckt habe, welche Werte auf was Einfluss haben und ziemliches Glück gehabt, mich bei den Charakteren nicht gar zu sehr zu verskillen. Gerade am Anfang ist das gar nicht so einfach zu entscheiden, in welche Werte man seine Erfahrungspunkte investiert, sonst ist man bei den Kämpfen ganz schnell im Nachteil. Man muss für bis zu fünf Charaktere gleichzeitig jeweils fünf Übersichtsseiten im Talentbaum im Blick behalten, wobei sich die Werte zum Teil noch gegenseitig bedingen und das Eine Voraussetzung für das Andere ist. Uff, hat mich glaube ich das halbe Spiel gekostet, bis ich das halbwegs vernünftig drauf hatte. Paar Erfahrungspunkte habe ich trotzdem noch fehlt investiert. Jedenfalls zieht man mit seiner Partygruppe durch’s Land und muss nach dem anfänglichen Gefängnisausbruch seine Unschuld beweisen, gerät wieder in Gefangenschaft, muss sich in Gladiatorenkämpfen freikämpfen und die Welt schließlich von einem größenwahnsinnigen Gottesanbeter befreien, der einen erst in die Pfanne gehauen hat. Die Story ist zwar einerseits recht einfach, hat aber ihre Twists und auch witzigen Dialoge unter unseren Gefährten. Präsentiert wird das relativ spärlich, aber wie ich finde sehr atmosphärisch mit Panels, die die einzelnen Orte zeigen und darauf ein paar Elemente haben, mit denen man interagieren kann, die Herberge, der Heiler, der Händler, der Lehrer oder der Questgeber. Das wechselt sich dann mit den Rundenkämpfen auf Hexfeldern ab und hier muss wieder geschickt vorgegangen werden. Zauberer bufft meine Party, der Zwerg ist der Tank und muss nach vorne. Jede Menge Umgebungshürden sind dabei auch noch zu beachten, Fallen, Sumpflöcher oder im Inneren z.B. Bücherregale, die der Gegner auf mich umkippen kann, wenn ich davorstehe. Oder ich auf den Gegner, wenn ich schneller bin. :twisted: Tatsächlich sind die Kämpfe sehr abwechslungsreich und vor allem zahlreich. Das artet manchmal in tüfteln aus, wenn es mal einen besonders schweren Gegner gibt, aber das habe ich gern gemacht. Im Laufe des Spiels ist das auch kein Problem, im Zweifel komme ich später wieder, wenn ich etwas mehr in meine Fähigkeiten investiert habe. Nur bei dem gute zwei Dutzend Finalschlachten ist das kaum noch möglich, da habe ich mir an manchem Kampf echt die Zähne ausgebissen und bin manchmal auch nur mit Glück durchgekommen. Also, ich fand es trotz des etwas rauem Charme und der etwas sperrigen Präsentation ein ziemlich gutes Spiel.

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