So, 3. Mai 2026, 14:25
Dungeons of Hinterberg
Ein äußerst charmantes Action-Adventure aus Österreich: Vor einigen Jahren sind rum um das Alpendorf Hinterberg Portale aufgetaucht, durch die Magie in unsere Welt strömt. Monster aus der örtlichen Mythologie streifen umher (Kobolde etc.), es erscheinen aber auch Schreine, die Menschen magische Fähigkeiten verleihen. Und hinter den Portalen warten Dungeons voller Kämpfe, Rätsel und Beute. Daraufhin explodiert der Tourismus und Abenteurer:innen aus aller Welt strömen herbei. Auch die Wiener Juristin Luisa möchte dem Alltag entfliehen und bezieht eine Pension in Hinterberg. Das Spiel ist in Tage aufgeteilt. Nach dem Frühstück erkundet man in Third Person eines von vier großen Gebieten und absolviert einen der dortigen Dungeons (oder auch nicht). Abends durchstreift man das Dorf, kann in verschiedenen Läden einkaufen oder Sachen upgraden und schließlich Zeit mit einem der zahlreichen NPCs verbringen. Luisa kann sich mit jedem anfreunden, vom hippen Influencer bis zur naturverbundenen Magie-Schmiedin oder gelangweilten Dorf-Teenagern. Das erhöht den jeweiligen Beziehungsstatus und bringt diverse Boni.
In jedem der vier Gebiete hat man zwei magische Fähigkeiten, die nur dort aktiv sind und für das Vorankommen in der Welt und die Rätsel in den Dungeons gebraucht werden - und natürlich für den örtlichen Bosskampf. Das erinnert nicht wenig an die klassische Zelda-Formel. Luisa steuert sich auch wie Link in Ocarina of Time & Co. Als Zelda-Fan hat mir das natürlich gut gefallen, wobei die Rätsel spannender sind als die Kämpfe. Im späteren Spielverlauf hat mich aber vor allem die Story motiviert und insbesondere die Abende mit den sympathischen Charakteren. Dungeons of Hinterberg stammt von einem kleinen Team aus Wien namens Microbird und hat eine gewisse Low-Budget-Anmutung: Die Grafik ist nicht wirklich hübsch (finde ich), Sprachausgabe fehlt und es gibt nur eine Waffengattung (Schwert). Aber die Figuren und ihre Dialoge sind sehr schön geschrieben. Das Szenario und die Thematiken der Story sind Dinge, die man in Spielen nicht so oft bekommt. Es hat mir nach etwas sperrigem Beginn immer besser gefallen und ich wollte auch nach über 20 Stunden gar nicht, dass es aufhört. Habe den letzten Dungeon bewusst herausgezögert, um noch mehr Freundschaften zu schließen. Aber die Inszenierung der Zwischensequenzen, Animationen in Kämpfen usw. sind halt schon eher schwach. Technisch sauber ist es aber. 8.0
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Leland Yee, the Senator that decided that violent videogames were so dangerous to society that he needed to propose a law that banned selling them to minors, was arrested recently for weapons trafficking. He was buying shoulder-mounted rocket launchers from an extremist Islamic group and accidentally sold them to a member of the FBI. I mean, thank God he doesn't play videogames or he might have really become a threat to society.
-- Extra Credits Episode 200